Griechenland wird wählen müssen

12. Januar 2021 / Aufrufe: 1.203

Wenn die Büffel kämpfen, bezahlen die Frösche die Zeche, pflegt in Griechenland der pragmatische Volksmund zu sagen.

Griechenland, ein kleines Land mit großer Geschichte und schwacher Wirtschaft und geopolitischem Interesse, wird zu wählen haben.

Für alle, die es noch nicht wissen: die Eisenbahnverbindung der Türkei mit China im Rahmen der sogenannten „Seidenstraße“ wurde vollendet. Damit Güter von China zur Türkei und umgekehrt befördert werden, sind fortan 3 Tage gegenüber 23 mit Schiffen nötig, berichten Leute, die sich auskennen.

USA missfällt Annäherung der Türkei und EU an China

Es ist etwas, das in Athen wahrscheinlich Wenige wissen, jedoch nicht der Aufmerksamkeit der USA entgangen ist. Die zuständigen Behörden beobachten eng die Annäherung der Türkei an China, die Präsident Erdogan seit geraumer Zeit betreibt, und es ist natürlich, dass sie ihnen ab dem Moment überhaupt nicht gefällt, wo es ihr größter geopolitischer Widersacher ist. Wie ihnen auch überhaupt nicht das Investitionsabkommen zwischen der EU und China gefallen dürfte, das die Kommission sich ohne lange zu überlegen zu unterzeichnen sputete, bevor der neue amerikanische Präsident Joe Biden sein Amt antritt.

Und all dies in einer Periode, wo Peking hinter der Verhaftung der Führer der Opposition in Hongkong steckt, ein Embargo gegen Australien verhängt usw., welcher Umstand die Prioritäten des europäischen Blocks zeigt. Und natürlich ist den USA ebenfalls nicht entgangenen, dass China ab diesem Jahr der größte Exportmarkt für Deutschland, das größte und mächtigste Land der EU ist, dessen Wirtschaft von den Exporten abhängt. Wie außerdem auch anderer Wirtschaften der Eurozone, der Griechenland angehört.

Joe Biden hatte erklärt, mit den historischen Alliierten der USA kooperieren zu wollen. Dies kann jedoch nicht auf eine Weise geschehen, die der Beschränkung des Einflusses Chinas, des hauptsächlichen geopolitischen Widersachers der USA schadet. Die Beziehungen der USA erreichten einen Tiefpunkt unter Trump, der wirtschaftliche Mittel – z. B. den Handelskrieg – nutzte, um seine Positionen durchzusetzen. Biden’s Tangierung mag auf eine gewisse Weise anders sein, das Ziel wird sich jedoch nicht ändern: die Einschränkung Chinas.

Intervention der USA zeigte, wen Erdogan ernst nimmt

In diesem Rahmen werden Länder wie Griechenland aufgerufen sein, zu wählen oder sich besser mit den amerikanischen Zielen in Übereinstimmung zu bringen. Dies kann bedeuten, dass chinesische Investitionen gewisser Art in unserem Land nicht willkommen zu sein haben, während für andere bestehende das Leben schwieriger werden wird.

Natürlich gehört Griechenland der EU und der Eurozone an und kann sich hinter diesen in Deckung gehen. Jedoch hat Griechenland Probleme mit der Türkei und die jüngste Haltung der EU im griechisch-türkischen Disput enthüllte ihre Schwächen. Dagegen zeigte die Intervention der USA mit den von dem Kongress verabschiedeten Sanktionen und die damit verbundene Änderung des Verhaltens seitens der Türkei, wer die Macht hat und auf wen Erdogan zählt. Folglich kann Griechenland sich in die geopolitische Kollision zwischen den USA und China betreffenden Themen nicht ganz und gar hinter der EU verstecken.

Es darf niemand überrascht sein, wenn die USA unter Biden gegenüber China in Themen wie dem Handel, den Urheberrechten usw. noch aggressiver sind. In dieser weltweiten Auseinandersetzung werden die Vereinigten Staaten den tatsächlichen Beistand ihrer Verbündeten verlangen. Athen wird wählen müssen.

(Quelle: euro2day.gr)

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