Zieht Griechenlands Kurierfirmen die Ohren lang

10. Dezember 2020 / Aufrufe: 1.320

Griechenlands Konsumenten sind zu Recht auf die Zustelldienste sauer, die mittlerweile alle praktisch zusammengebrochen sind.

Die Konsumenten kochen gegenüber den Kurierdiensten wegen der großen Verzögerungen, Griechenlands Regierung rechtfertigt sie jedoch anstatt sich ein Beispiel an der britischen zu nehmen. Zusätzlich bezahlt der Staat so viele Leute, die nichts tun und dort arbeiten könnten.

Als sich in Britannien zu Beginn der ersten Quarantäne die Regale der Supermärkte leerten, lud Regierung die 4 größten Gesellschaften der Branche – Tesco usw. – vor und drohte ihnen Sanktionen an. Letztere begriffen, Konsequenzen erleiden zu werden, und sorgten dafür, dass die selben Phänomene nicht wieder auftreten.

Griechenlands Regierung hätte Druck machen müssen

Die Person, die uns Vorstehendes zur Kenntnis brachte, war außer sich wegen der Unzulänglichkeit der griechischen Kurierdienste und Einzelhandelsfirmen, aber auch der Erklärungen des Staatssekretärs für Entwicklung, Giannis Tsakiris, der ihre Argumente adoptierte, ohne etwas zu tun. Um seine Position klarer zu machen, führte der selbe Mensch als Beispiel Amazon an, die Pakete im weiteren Zentrum Londons im Tagesdurchschnitt innerhalb von maximal 4 Stunden und im Zentrum in 1 – 2 Stunden ausliefert. „Nicht wie die griechischen Firmen, wo man – bei minimalen Ausnahmen – etwas bestellt und es entweder nie erhält oder, wenn man Glück hat, in einer Woche bekommt„, ergänzte er und meinte: „Hier (in Griechenland) kann sich jemand gleichgültig benehmen, weil man ihm nicht den Zustelldienst gab, der ihn interessierte.“ Offensichtlich bezog die letzte Phrase sich auf die ELTA Courier.

Die größte Gesellschaft in der Branche ist die ACS mit einem geschätzten Marktanteil von 20% – 25% und es folgen Geniki Tachydromiki, ELTA Courier und SPEEDEX mit Anteilen von jeweils ungefähr 8% – 12%. Ebenfalls existieren einige hunderte (etwa 300 – 400) kleine Firmen mit lokaler Aktivität. DHL, UPS und Federal Express konzentrieren sich auf Briefe und Pakete in das und aus dem Ausland.

Die griechische Branche der Zustelldienste von Innen kennende Menschen betonen, das große Problem liege bei der Sortierung. Die Nutzung sogar auch von Taxi durch die Einzelhandels- und Kurierfirmen hat das Problem bei den Auslieferungen abgeschwächt. Es ist anzumerken wert, dass es in Ländern der EU Sortiermaschinen gibt, die bis zu 50.000 Pakete in der Stunde bearbeiten können. Der durchschnittliche Wert auf dem griechischen Markt vor dem Coronavirus wird auf 20.000 – 25.000 Pakete am Tag veranschlagt, mit Schwankungen analog zur Jahreszeit.

Zusteller in Griechenland haben weder investiert noch eingestellt

Eine ähnliche Anlage hat in Griechenland nur die DHL am Flughafen Eleftherios Venizelos. Und dies, weil sie Griechenland als Zentrum (Hub) für die weitere geographische Region, z.B. Zypern, Albanien nutzt. Die griechischen Zustelldienste hätten das sich aus der Explosion der Internet- und anderen Bestellungen ergebene Problem gelöst, wenn sie zu Beginn der Covid-19-Krise oder noch früher den Weitblick gehabt hätten, in Paketsortiermaschinen zu investieren. Die Experten sagen, es brauche 3 bis 6 Monate, damit eine solche Anlage – die eine Länge von bis zu 100 Metern haben kann – eintrifft, montiert wird und in Betrieb geht.

Ab dem Moment, wo die Kurierfirmen das nicht taten, ist der einzige Ausweg die Einstellung ausreichenden Personals, um ihr Werk in der Periode der großen Nachfrage zu bewältigen. Jedoch geschah auch dies nicht, obwohl hunderttausende Menschen bezahlt werden um zu Hause herumzusitzen, was die Strapaze der Konsumenten zum Resultat hat, die zu Recht verärgert sind.

Anstatt dass also die Regierenden auf die Firmen Druck wegen Einstellungen auf dem Bereich der Sortierung ausüben, da die Zustellfirmen nicht den Weitblick für essentielle Investitionen wollten / hatten, pfeifen sie desinteressiert vor sich hin. Das Resultat ist, dass das Missfallen der Konsumenten anschwillt, da Weihnachten näher rückt. Zusätzlich werden auch nicht die Aufwendungen des staatlichen Haushalts für Beihilfen gemindert.

Ein Omelett kann man leider nicht zubereiten, ohne Eier zu zerbrechen.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. Günter Hass
    14. Dezember 2020, 15:01 | #1

    Ich warte schon 4 Wochen auf ein Paket von meinen Kindern aus Deutschland, ich bin gespannt ob ich es noch vor Weihnachten bekomme

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