Griechenlands Politiker und das Geld Anderer

15. Dezember 2020 / Aufrufe: 871

Selbst inmitten der Pandemie des Coronavirus COVID 19 scheint es Griechenlands Politikern in üblicher Manier primär um ihre Wiederwahl zu gehen.

Hat die Pandemie des Coronabirus Covid-19 Griechenlands Bürger vielleicht dazu gebracht, weniger Oliven, Olivenöl, Spargel und Fische zu verzehren? Wir denken, wohl nicht – im Gegensatz zu den Amtsträgern der Regierung und den Abgeordneten der Opposition.

In dem Kinofilm aus dem Jahr 1991 „Other people’s money“ spielt Danny DeVito die Rolle des „Larry the liquidator“. Letzterer macht mittels eines Computer-Programms unterbewertete Firmen ausfindig, die er aufkauft und im weiteren Verlauf ausschlachtet und Stück für Stück verkauft, um Gewinn zu erzielen. Bei einer Bemühung, ihn umzustimmen, erklärt Larry, „ich nehme kein Geld von Witwen und Waisen„, und gibt den Versuch eines Aufkaufs auf.

Griechenlands Politiker sind nicht wie Larry

Die griechischen Politiker sind nicht wie Larry. Für sie sind die Wähler das Thema, die ihrer Partei und ihnen selbst gestatten, wiedergewählt zu werden. Um das zu erzielen, verabschieden sie im Parlament häufig zugunsten viele Stimmen habender großer Gruppen Maßnahmen, die jedoch nur schwer zu begreifen sind. Vielleicht, weil die Finanzierung von den Steuerzahlern und nicht aus ihrer eigenen Tasche kommt.

Die jüngsten Erklärungen des Ministers für Agrarwachstum und Lebensmittel, Makis Voridis, bei der parlamentarischen Debatte über den Haushalt 2021, und die Positionen der mehr Geld für die Erzeuger verlangenden Abgeordneten der SYRIZA lesend, kam uns der Film „Mit dem Geld der anderen“ in Erinnerung.

Makis Voridis vertrat, die Regierung der Nea Dimokratia (ND) stütze den Agrarsektor und sei die diachronisch „bauernfreundlichte“. In irgendeiner Phase hörte ich ihn sagen, 94 % der Bauern haben nichts bekommen, wobei allein die Subventionen erhalten habenden Olivenerzeuger 146.000 sind. Wir denken jedoch nicht, dass die Griechen wegen der Pandemie Oliven und Olivenöl zu verzehren aufhörten. Eher im Gegenteil. Es herrscht allgemein die Überzeugung, dass die Lebensmittelbranche die meistbegünstigte ist. Spezieller die Olivenölerzeuger, die – wie die Rubrik neulich unterstrich – die Vorjahrespreise von etwas über 2 Euro auf 3 Euro ansteigen sahen.

Herr Voridis setzte seine Rede jedoch betonend fort, dass 13.500 Küstenfischer aus den „De minimis“ (mit bei 11 bis 15 Mio. Euro) unterstützt wurden. Es handelt sich um als Beihilfe gezahle Beträge, weil die Fischer getroffen (!) wurden, da die Gastronomie (!) schloss. Als ob die Griechen weniger Fisch aßen, weil – wie lange auch immer – die Restaurants schlossen. Manche beschwerten (!) sich sogar, weil man ihnen das Geld nicht vor dem Herbst zahlte.

Saisonarbeiter förderten Verbreitung des Coronavirus in Griechenland

Der Minister führte ebenfalls an, dass 30 Mio. Euro an die Viehzüchter und über 4,7 Mio. Euro für Spargelerzeuger gegeben wurden. Vielleicht schlug die Pandemie den Spargel- und Fleischkonsum wirklich, obwohl wahrscheinlich eher das Gegenteil geschehen sein muss, weil in der Quarantäne die meisten Leute mehr essen.

Makis Voridis löste jedoch auch andere Fragen in Zusammenhang mit der Ausbreitung – nicht nur in Nordgriechenland – des Coronavirus. Wir schufen, sagte er, ein komplettes gesetzgeberisches System für den Widerruf der Arbeiter aus anderen Ländern, weil sie die Grenzen wegen der Pandemie schlossen. Er fügte an, auf diese Weise wurde die Anbaukontinuität sichergestellt, wir subventionierten die Beschäftigung, wir erhielten die Arbeiter-Genehmigungen bei und weiteten sie auf den pensionierten Landwirt aus – damit Jenen aus Albanien Recht gebend, die von neuen Verfahren sprachen. Ein Einwohner Albaniens griechischer Abstammung sagte: „Es ist sicher, dass etliche der mit den Bussen eintreffenden Saisonarbeiter infiziert waren, weil es in Albanien keine Kontrolle gibt, und sie in Griechenland auch andere Leute ansteckten.

Ein anderer bezüglich der wirtschaftlichen Unterstützung an Erzeuger usw. gefragter Regierungsamtsträger antwortete, „hier haben wir zweifach geholfen„, und fügte an, auch die Landwirte haben die sogenannte (partiell nicht) zu erstattende Vorauszahlung erhalten. Ein Rentner führte scherzend an, „vielleicht hören wir deswegen keine Beschwerden von den Bauern, wir haben sie zugestopft„. Wir ergänzten, mit dem Geld der Anderen, da – wenn wir uns recht erinnern – in Griechenland 2/3 der Bauern Jahreseinkommen von unter 5.000 Euro deklarieren.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. Imandra
    16. Dezember 2020, 08:36 | #1

    Was für ein Unsinn! Natürlich haben die Leute genauso viel gegessen wie sonst, allerdings keine regionalen Produkte, sondern billige Supermarktware. Wenn das Bauer sein so lukrativ wäre, warum ist dann der ganze Sektor von starkem Schwund betroffen, in einem Land wo es so schwer ist eine andere Arbeit zu finden? Das ganze Dilemma über Preisdumping und Subventionen zu erläutern würde hier aber den Rahmen sprengen.

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