Türkei soll in Falle gelockt werden

11. November 2020 / Aufrufe: 691
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Erdogan vertritt, die Türkei soll in eine Falle gelockt werden und trage derzeit einen historischen Kampf aus.

Während einer Gedenkfeier für Mustafa Kemal Atatürk sprach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan von einem „historischen Kampf“ der Türkei gegen jene, die das Land in eine „Falle“ der hohen Zinsen, Inflation und Devisenkurse zu locken versuchen.

Parallel brachte er sein Vertrauen zum Ausdruck, die Türkei werde die politischen Hindernisse zu überwinden schaffen und fortfahren, für die Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung, Beschäftigung und Exporte zu arbeiten, während er anmerkte, das Ziel des Landes sei, unter den 10 Top-Wirtschaften in der Welt zu sein.

Erdogans Neo-Osmanisches Programm „zieht“ nicht

Erdogan führte in seiner Ansprache charakteristisch an: „Wir werden schaffen, eine der 10 Top-Wirtschaften der Welt zu werden. Ich glaube, dass dies das größte Geschenk an Mustafa Kemal Atatürk sein wird.“ Allerdings erfuhr die Türkei in den letzten Tagen wiederholte Schläge in Zusammenhang mit ihrer Wirtschaft: Der Kurs der Türkischen Lira verlor seit Anfang 2020 ungefähr 30 % an Wert, das von Erdogan angekündigte „Neo-Osmanische Programm“ scheint nicht zu „greifen“ und die Wirtschaft schrumpft (nicht zuletzt) wegen des Coronavirus.

Andererseits brachten die Kosten der internationalen Kollisionen und Kriege, in welche die Türkei sich eingemischt hat, den Staatshaushalt zum Entgleisen, während die Niedrigzins- Politiken, bezüglich derer Erdogan Druck ausübt um die hohen Wachstumsrhythmen wiederzuerlangen, keine Früchte tragen. Erdogans Eingriffe in die Währungspolitik der Türkischen Zentralbank riefen sogar die negativen Reaktionen des Markts hervor, der seine eigenen Bedingungen mit dem Resultat durchsetzt, dass jüngst eine Zinserhöhung unvermeidlich wurde. Bezeichnend ist dabei auch die massenhafte Verflüssigung von Gold durch die Zentralbank, die – obwohl sie sich offiziell auf die hohe Marktnachfrage und den Anstieg des Goldpreises beruft – diese Verflüssigung nutzt um die Wirtschaft der Türkei zu stützen. Seit Juli bis Ende September 2020 sind die Goldreserven der Türkischen Zentralbank um 47 % gesunken.

All dies gestaltet die politische und wirtschaftliche Szenerie, in der die „Enthauptung“ des Zentralbank-Leiters Murat Uysal, aber auch der Rücktritt des Finanzministers der Türkei (und Erdogans Schwiegersohn …), Berat Albayrak, kam.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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