Deutschlands paradoxe Haltung gegenüber Erdogan

29. November 2020 / Aufrufe: 724

Griechenland moniert Deutschlands widersprüchliche Haltung, einem den Frieden bedrohenden Land wie der Türkei weiterhin Angriffswaffen bereitzustellen.

Griechenlands Außenminister Nikos Dendias drückte in einem an „Politico“ gegebenen Interview sein Missfallen bezüglich der Haltung Deutschlands gegenüber Erdogan aus und hob hervor, es sei ein ungeheurer Widerspruch, einem den Frieden bedrohenden Land wie der Türkei (Angriffs-) Waffen bereitzustellen.

Weiter betont er, Deutschland entspreche nicht seiner führenden Rolle in der Europäischen Union, wenn es die Appelle Athens zu einem Waffenembargo gegen die Türkei ablehnt.

Deutschland wird seiner Führungsrolle nicht gerecht

Nikos Dendias merkt an, „ich vermag nicht Deutschlands Zögern zu verstehen, seine riesige Geltung zu nutzen, die ihm seine Wirtschaft verleiht, um ein klares Exempel zu geben, dass die Länder dem internationalen Recht zu gehorchen haben„, und erklärt: „Ich verstehe das wirtschaftliche Thema von der deutschen Seite, bin jedoch sicher, dass auch diese ihren ungeheuren Widerspruch versteht, ein Land mit Angriffswaffen zu versorgen, das den Frieden und die Stabilität zweier Länder der EU bedroht. Das ist die Definition des Wortes Widerspruch.

Der griechische Außenminister fügt sogar an, nicht zu verstehen, warum Griechenland dieses Thema überhaupt noch an Berlin stellen müsse, „anstatt dass Deutschland sich aus den Kontroll- und Gleichgewichtsmechanismen seines eigenen Systems von allein bewusst wird, dass dies mit seiner Rolle in Europa nicht kompatibel ist„.

Was die bevorstehende Gipfelkonferenz im Dezember 2020 betrifft, ruft Nikos Dendias die Führer der EU auf, eine der verbindlichen Zusage der Präsidentin des Europäischen Rats, Ursula von der Laien, einen „geopolitischen“ Ausschuss zu leiten, entsprechende Botschaft an die Türkei Botschaft zu senden. Er betont, wenn die Führer der EU – selbst wenn schließlich die Oruc Reis in dieser Woche das Gebiet verlässt – das selbe wie bei der Gipfelkonferenz im Oktober 2020 handeln, würde dies bedeuten, ihre Lektion nicht gelernt zu haben.

USA sollen fehlende militärische Präsenz der EU ausgleichen

Wenn man die selben Dinge handelt, die man in der Vergangenheit handelte, und in Zukunft eine andere Entwicklung erwartet, ist das etwas, das mit dem Wort ‚Naivität‘ beschrieben wird – und ich würde sagen, das ist der milde Begriff“, meinte Nikos Dendias und erklärte: „Europa würde eine falsche Botschaft an alle Länder der weitläufigeren Region schicken. Wer willkürlich handelt, wer das internationale Recht mit Füßen tritt, wer erpresst, der bleibt am Ende des Tags schlimmstenfalls unbestraft oder wird sogar noch belohnt.

Abschließend führt Griechenlands Außenminister an, ungeduldig zu erwarten, mit der neuen Regierung der USA zusammenzuarbeiten, da sowohl der neugewählte Präsident Joe Biden als auch der nächste Außenminister Antony Blinken die Region und die griechisch-türkischen Probleme sehr gut kennen.

Ich glaube, dass die Region der Präsenz der Vereinigten Staaten und speziell ihrer militärischen Präsenz auf eine Weise bedarf, die das Fehlen einer europäischen militärischen Präsenz in der Region ausgleicht„, betonte Nikos Dendias charakteristisch.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. navy
    2. Dezember 2020, 16:21 | #1

    die wollen halt Waffen an Erdogan verkaufen und Drohnen Technik

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