Guthaben in Griechenland senden Signale

9. Oktober 2020 / Aufrufe: 766
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Die Entwicklung der Bankguthaben in Griechenland könnte als Hinweis auf den Kurs der griechischen Wirtschaft dienen.

Der Kurs der griechischen Wirtschaft in den kommenden Quartalen wird von verschiedenen Faktoren entschieden werden. Die Bankguthaben scheinen einer davon sein zu werden.

Würde der Verlauf der Bankguthaben uns auf den Kurs der Wirtschaft schließen können lassen? Die Antwort könnte bejahend lauten – und zwar speziell in einem Land wie Griechenland, wo 70 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) aus dem Konsum herrühren.

Aufschwung der Wirtschaften droht „Treibstoff“ ausgehen

Die Leiter der großen Zentralbanken, gleich ob es um Christine Lagarde der EZB oder um Jerome Powell der FED geht, warnen die Regierungen in letzter Zeit bezüglich der Gefahr, dass dem Aufschwung ihrer Wirtschaften der Treibstoff ausgeht und sie nach neuen fiskalischen Hilfspaketen verlangen werden. Laut Marco Valli, Leiter der makroökonomischen Analyse bei der UniCredit, war während der Dauer der ersten Welle der Pandemie die Rolle der fiskalischen Pakete in den vergangenen Monaten bei der Stützung der Kaufkraft der privaten Haushalte sogar maßgeblich.

Über zwei Jahrzehnte lang ging das verfügbare Einkommen der Haushalte, also das nach der Zahlung der Steuern in ihren Taschen verbleibende Einkommen, mit den Arbeitsverdiensten einher, einschließlich auch der Selbständigen. Diese enge Beziehung wurde sogar auch in der Periode der großen Rezession, also 2008 – 2009 beibehalten, nun jedoch während der Dauer der Coronavirus-Pandemie gekippt. Und dies, weil zwar die Arbeitseinkommen beeinträchtigt wurden, als die Arbeitnehmer in Freistellungsprogramme kamen, ihre Arbeit verloren usw., das verfügbare Einkommen jedoch wegen der fiskalischen Transfers, Verlagerung steuerlicher Verpflichtungen in die Zukunft usw. auf besseren Niveaus erhalten blieb.

Guthaben als Indikator für Griechenlands Wirtschaft

Dieser Umstand erklärt in Kombination mit den gesetzten Verkehrsbeschränkungen und der Einschränkung der Ausgaben in einem großen Grad, warum die Spareinlagen in der Eurozone im zweiten Quartal 2020 einen Anstieg der Größenordnung von 25 % verzeichneten.

Wie bekannt ist, zeigten die Guthaben der Haushalte und privaten Unternehmen in Griechenland während der Quarantäne-Periode ebenfalls einen signifikanten, im Verhältnis zu dem Mittelwert der Eurozone allerdings geringeren Anstieg: Die griechischen Privatguthaben nahmen im Verhältnis zu der entsprechenden Periode des Jahres 2019 um durchschnittlich 8 – 10 % zu. Spezieller stiegen die Guthaben des privaten Sektors von 142,2 Mrd. Euro im Februar auf 145 Mrd. Euro im März und fuhren auf 146,5 Mrd. Euro im April und 148,1 Mrd. Euro im Mai anzusteigen fort. Nach einem kleinen Anstieg der Größenordnung von 400 Mio. Euro im Juni erreichten die Guthaben im Juli 151,5 Mrd. Euro und im August 151,9 Mrd. Euro.

Mit der großen Beteiligung des Konsums am griechischen BIP – er übersteigt 70 % – als gegeben wird eine eventuelle Verlangsamung des Anstiegs-Rhythmus der Guthaben in den kommenden Monaten auf die Niveaus vor der Pandemie als gute Nachricht über den Aufschwungs-Rhythmus der griechischen Wirtschaft zu betrachten sein. Das Gegenteil gilt, falls der selbe Rhythmus beibehalten werden oder sich gar verstärken sollte. Das ist es also, warum die Guthaben Signale senden.

(Quelle: euro2day.gr)

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