Bulgarien blockiert Nordmazedoniens EU-Beitritt

13. Oktober 2020 / Aufrufe: 565
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Wegen historischer Differenzen blockiert Bulgarien den Beginn der Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens mit der EU.

Nordmazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev brachte am 11 Oktober 2020 sein heftiges Missfallen über die „Bedingungen“ zum Ausdruck, die Bulgarien in Zusammenhang mit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen seines Landes mit der Europäischen Union stellt.

Am vergangenen Freitag (09 Oktober 2020) realisierte Nordmazedoniens Außenminister Freitag Bujar Osmani einen Besuch in Sofia, wo er Begegnungen mit seiner bulgarischen Amtskollegin Ekaterina Sachariewa und Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow hatte, damit eine versöhnliche Lösung bezüglich der historischen Differenzen zwischen den beiden Ländern gefunden wird und Bulgarien seine Vorbehalte in Zusammenhang mit der Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens mit der EU zurückzieht.

Zoran Zaev hofft auf Verständigung mit Bojko Borissow

Nordmazedoniens Ministerpräsident erklärte am 11 Oktober 2020: „Die Gespräche zwischen dem Außenminister Bujar Osmani unseres Landes und dem Premierministers Bojko Borissow waren gut, die Gespräche zwischen der Außenministerin Ekaterina Sachariewa und dem Außenminister Bujar Osmani waren jedoch nicht sehr gut. Was die andere Seite vorschlägt, passt nicht zu den Beziehungen guter Nachbarschaft, ist überhaupt nicht brüderlich und weit von jedem europäischen Sinn entfernt. Und wenn das so bleibt, müssen wir das mazedonische Volk auf die Möglichkeit vorbereiten, dass die im Dezember erwartete erste Regierungskonferenz (Anmerkung: zwischen Nordmazedonien und EU) nicht beginnt.

Trotz allem brachte Zoran Zaev die Hoffnung zum Ausdruck, mit seinem bulgarischen Amtskollegen eine Lösung finden werden zu können, damit Nordmazedonien die Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnimmt.

Nordmazedonien soll zugeben, historisch zu Bulgarien zu gehören

Bulgarien reichte den Hauptstädten der übrigen 26 Mitgliedsländer der EU im vergangenen August einen weitschweifigen Schriftsatz ein, der den Titel „Erläuterndes Memorandum über die Beziehungen der Republik Bulgariens mit der Republik Nordmazedoniens in Zusammenhang mit dem Verfahren der Erweiterung der EU, Anbindung und Stabilisierung“ trägt und worin die bulgarischen Positionen in vielen historischen Themen mit Nordmazedonien wiedergegeben werden. Eine zentrale Position nehmen darin die „nach den 2. Weltkrieg im Jahrzehnt 1970 in Nordmazedonien erfolgten nationalen und sprachlichen Interventionen“ ein.

Obwohl Bulgarien das erste Land war, das 1991 die Unabhängigkeit des Nachbarlands anerkannte, erkannte es die Sprache des letzteren nie als „Makedonisch“ an und erachtet, es handele sich um einen Dialekt des Bulgarischen und die Identität der slawischen Bürger Nordmazedoniens sei bulgarisch. Besagtes Memorandum Bulgariens rief in Skopje Erstaunen hervor, wo man annimmt, Sofia verfolge die Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens mit der EU solange zu blockieren, „bis Skopje eingesteht, historisch und sprachlich einen Teil Bulgariens darzustellen„.

Gegen Ende März 2020 wurde Nordmazedonien inmitten der Pandemie des Coronavirus dreißigstes Mitglied der NATO, während die EU das „grüne Licht“ zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen gab, deren Beginn im Dezember 2020 erwartet wird – allerdings immer, falls Bulgarien für so etwas seine Zustimmung erteilt.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. GR-Block
    14. Oktober 2020, 01:05 | #1

    Wenn die EU noch ein paar Jahre wartet, wird das Problem sich von selbst gelöst haben. Seit den letzten 20 Jahren hat sich die albanische Minderheit bis auf 30% der Gesamtbevölkerung erhöht. Die westbulgarische – sich heute selbst als Nordmakedonier bezeichnende – Mehrheit wird in Kürze überrundet. Dann wird die Amtssprache Albanisch und das Land nennt sich mit Fug und Recht Ostalbanien. Der letzte Rest der türkischen Minderheit wird abgeschoben und Großalbanien beantragt die Mitgliedschaft. Bei zukünftigen Verhandlungen zwischen den beiden Nachbarn wird man dann zum ersten mal Dolmetscher brauchen. Aber vielleicht verstehen sie sich dann ja besser.

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