Bosch verlegt Pitsos von Griechenland in die Türkei

16. Oktober 2020 / Aufrufe: 905
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Die BSH beschloss, die historische Pitsos in Griechenland endgültig zu schließen und deren Produktion in die Türkei zu verlegen.

Der deutsche „Multi“ Bosch (BSH) beabsichtigt, die dem Konzern gehörende Fabrik der PITSOS in Athen endgültig zu schließen, und beschloss, die entsprechenden Aktivitäten von Griechenland in die Türkei (!) zu verlegen.

Die Beschäftigten richten einen dramatischen Appell an den Premierminister, da ungefähr 250 Familien auf die Straße gesetzt werden. Und all diese zu einer Stunde, wo der Minister der griechischen Regierung das „hohe Interesse der deutschen Investoren“ propagiert …

Ein weiteres Geschenk aus Deutschland an Erdogan

In einem offenen Brief an Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis, Entwicklungsminister Adonis Georgiadis und Finanzminister Christos Staikouras verlangt der Panhellenische Metallarbeiter-Verband (POEM) das umgehende Eingreifen der Regierung, damit der von der BSH Hausgeräte gefasste Beschluss revidiert wird, die Fabrik der PITSOS in Attika / Renti am 31 Dezember 2020 zu schließen.

Wie die Beschäftigten unterstreichen, „wird nach einer 155-jährigen Präsenz der PITSOS in Griechenland fortan in der Türkei produziert werden„. Dazu sei in Erinnerung gerufen, dass die BSH bereits für 2018 mit einer Schließung und Verlegung der Pitsos in die Türkei drohte, nach einer Vereinbarung der damaligen griechischen Regierung mit dem deutschen Kanzleramt aber nachgab. Nun ließen dagegen jüngst griechische Regierungsquellen durchklingen, diesmal sei die Entscheidung schwer zu kippen.

Parallel erklärte ein anderes Regierungsmitglied, dessen Existenz uns nicht bekannt war, nämlich der im Außenministerium für Wirtschaftsdiplomatie und Extravertiertheit zuständige Staatssekretär Kostas Fragkogiannis, jüngst bei einer Veranstaltung der griechisch-deutschen Handelskammer, den deutschen Investoren sei klar geworden, dass „Griechenland bei der Verbesserung des unternehmerischen Umfelds speziell im letzten Jahr mit signifikanten Eingriffen bei Besteuerung, Anreizen zur Steigerung der Einnahmen des Staats, Digitalisierung von Diensten, Verbesserung der Effizienz des öffentlichen Sektors, Vereinfachung von Genehmigungsverfahren, Investitionsanreizen Sprünge gemacht hat„.

Offensichtlich war der sympathische Staatssekretär nicht über die Entscheidung informiert worden, die unter anderem als ein weiteres Geschenk an Erdogan in einem Moment betrachtet werden kann, wo letzterer die türkische Wirtschaft abstürzen sieht und gleichzeitig die aggressiven Handlungen in der Region der griechischen Insel Kastelorizo fortsetzt.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. GP
    16. Oktober 2020, 18:08 | #1

    Die deutschen Anbiederungen an die Türkei sind nur mehr peinlich!

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