Griechenland geht gegen NRO-Mitglieder vor

29. September 2020 / Aufrufe: 712
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Nach entsprechenden polizeilichen Ermittlungen werden in Griechenland 33 Mitgliedern sogenannter NRO schwere Beschuldigungen angelastet.

Der in Griechenland von der Unterdirektion der Kriminalpolizei Mytilini (Mytilene) angelegten Ermittlungsakte zufolge werden 33 NRO-Mitglieder und zwei Staatsangehörige dritter Länder der Bildung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Spionage, Verletzung von Staatsgeheimnissen und Missachtungen der Migrations-Verordnung beschuldigt.

Die Aktivität der organisierten Bande, die systematisch in der Erleichterung der illegalen Einreise von Migranten in das griechische Staatsgebiet mittels der Insel Lesbos tätig war, wurde nach mehrmonatiger Ermittlung der Unterdirektion der Kriminalpolizei Mytilini in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Informationsdienst (EYP) und der Mitwirkung der Anti-Terrorbehörde sowie auch der Unterdirektionen für Informationsverwaltung und -auswertung, Ausländer in Attika und kriminologische Untersuchungen aufgedeckt.

Kooperation zwischen NRO-Mitarbeitern und Migranten-Schleppern

Laut den Ermittlungsfakten sind in die organisierte Bande insgesamt 35 Ausländer und konkret 33 Mitglieder in Migrations-Themen tätiger Nicht-Regierungsorganisationen sowie auch zwei Staatsangehörige dritter Länder involviert.

Chronologisch wird die Aktivität der organisierten Bande in Form der Erbringung essentieller Mitwirkung in einer organisierten Migranten-Schleuserbande auf wenigstens ab Anfang des vergangenen Juni veranschlagt. Hinsichtlich der Methodik ihrer Aktivität stellten die Involvierten unter dem Vorwand der humanitären Tätigkeit an aus der Türkei kommende Flüchtlingsströme mittels geschlossener Gruppen und Anwendungen im Internet Informationen und Angaben vertraulichen Charakters bereit, wie:

  • die Sammelorte an den türkischen Küsten und die Aufbruchszeit konkreter Flüchtlingsflüsse zu der Insel Lesbos,
  • die Koordinaten (geographische Länge und Breite) konkreter Flüchtlingsflüsse und deren Richtung zu konkreter Zeit und Position,
  • die Anzahl der einem Boot zugestiegenen ausländischen Staatsangehörigen dritter Länder und die während der Fahrt der Boote herrschende Lage,
  • ihren finalen Zielort (Anlegestelle),
  • Einzelheiten über die Aufenthaltsstätten im Aufnahme- und Identifizierungszentrum (KYT) Moria auf Lesbos.

Zusätzlich erschwerten sie mittels ausgedehnter Nutzung einer mit der Aktivierung von Rettungsaktionen in Zusammenhang stehenden konkreten Telefonverbindungs-Anwendung das operative Werk der griechischen Küstenwacht während der Zeit, wo Migranten-Flüsse im Gang waren.

Aus den bisherigen Fakten der Ermittlung geht hervor, dass die Bande – mit der vorstehend angeführten Methodik – in wenigstens 32 (vollzogenen und versuchten) Fällen die Schleusung einer großen Anzahl von Staatsbürgern dritter Länder zu der Insel Lesbos erleichterte. Die Ermittlung befindet sich im Gang, damit das gesamte Ausmaß der illegalen Aktivität der kriminellen Organisation und ihre Verbindungen festgestellt werden.

Zu der Ermittlung trugen auch die Abteilung für Informationsverwaltung und -auswertung der General-Bezirkspolizeidirektion (GE.P.A.D.) Nord-Ägäis, die Migrations-Verwaltungsabteilung Lesbos, die 9. Bezirksverwaltung der Hafenpolizei und das zentrale Hafenamt Mytilini bei.

(Quelle: zougla.gr)

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