Trostpflaster für Griechenlands Wirtschaft

16. August 2020 / Aufrufe: 1.026

Trotz des enormen Rückgang der Einnahmen Griechenlands aus dem ausländischen Tourismus gibt es ein ermutigendes Fakt, das anfänglich nicht berücksichtigt wurde.

Die Wolken über Griechenlands Wirtschaft sind bereits schwer – die Zahlen des Defizits sind in die Höhe geschossen und jedwede Prognose in Bezug darauf, wie das Jahr 2020, also mit wie viel Rezession es wegen der Pandemie des Coronavirus abschließen wird, ist unsicher.

Außerdem können die erwarteten Verluste, die der Tourismus und die wirtschaftliche Aktivität wegen der aktuellen epidemiologischen Verschlechterung und der bekannt gegebenen außerordentlichen Maßnahmen verzeichnen werden, nicht veranschlagt werden – wobei das Eingeständnis des Premierministers bezüglich der Ausbreitung des Virus an den touristischen Zielorten in Griechenland für das Problem bezeichnend ist, da seine Äußerungen international verbreitet werden.

Auslandstourismus wird Griechenland 2020 kaum Geld bringen

Im Widerspruch dazu wird jedenfalls bisher keine Katastrophenszenerie beschrieben, obwohl alle zuversichtlichen Szenarien sowohl für die griechische als auch die europäische Wirtschaft als Voraussetzung annehmen, dass es keine zweite Welle der Pandemie geben wird.

Wie die Wochenendausgabe der griechischen Zeitung „“To Vima“ berichtet, bleiben die Einschätzungen bezüglich des Wachstumsrhythmus des 2. Halbjahrs bei -10 % und das gute Szenarium für das ganze Jahr 2020 bis auf weiteres bei -6 % bestehen. In der Reportage des Angelos Kovaios werden in Teilfakten ausgemachte Spuren einer Hoffnung des Wirtschaftsstabs angeführt, die mit der ersten Periode einer Öffnung der Wirtschaft, also dem Zeitraum Mai – Juli 2020 in Zusammenhang stehen.

Das Merkwürdigste geschieht bei der Tourismusbilanz. Zwar ist der Rückgang der Einnahmen aus dem Tourismus groß (gemäß den bisherigen Einschätzungen wird damit gerechnet, dass die Einnahmen 3 Mrd. Euro nicht viel übersteigen – gegenüber 20 Mrd. Euro im vergangenen Jahr), jedoch gibt es ein Element, das bisher nicht berücksichtigt worden ist und der Leiter der Griechischen Bank, Giannis Stournaras, aufzeigte.

Coronavirus vermasselt Griechenlands Bürgern Auslandsurlaube

Konkret schreibt „To Vima tis Kyriakis“:

Gemäß den sicheren Einschätzungen wird bis auf weiteres nicht erwartet, dass die Einnahmen der Branche 3 Mrd. Euro wesentlich übersteigen werden (gegenüber 20 Mrd. Euro im vergangenen Jahr 2019). Trotzdem existiert auch ein Fakt, das bisher nicht berücksichtigt worden ist.

Dies betont aufzeigend Giannis Stournaras und merkt an, trotz der niedrigen Einnahmen sei auch der Umstand zu berücksichtigen, dass es in diesem Jahr nicht den Abfluss der Aufwendungen aus den Reisen der Griechen ins Ausland geben wird. Die von den Griechen im vergangenen Jahr für touristische Reisen ins Ausland ausgegebenen Beträge erreichten 2,5 Mrd. Euro und damit das meiste Geld während der letzten zehn Jahre, während deren Dauer die Reiseaufwendung der Griechen jedenfalls stabil über 2 Mrd. Euro bleib, unter Ausnahme des Jahres 2017, in dem sie niedriger war.

Dies bedeutet also, dass ein erheblicher Teil der in das Ausland abgeflossenen Gelder in diesem Jahr als Inlandstourismus aufgewendet wurden und zu der Importeinnahme hinzukommen.

(Quelle: protagon.gr)

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