Griechenland protegiert … schwache Zahlungskultur

19. Juli 2020 / Aufrufe: 1.001

In Griechenland schickt sich auch die heutige Regierung an, strategische Kreditpreller wieder einmal auf Kosten der übrigen Steuerzahler zu honorieren.

Das „Schenken“ von Krediten mit dem Geld anderer ist ein gemeinsames Charakteristikum verschiedener Regierungen Griechenlands auch nach der sogenannten Regimewende.

Die heutige Regierung unter Premierminister Kyriakos Mitsotakis überschritt den Rubikon, gekündigte Kredite unter dem Vorwand des Coronavirus subventionierend.

Kredite aus Griechenland „verschwanden“ im Ausland

Wie viele Male hatten wir Opa von der Militärjunta reden gehört, die den Bauern die Kredite erließ. Natürlich war der Großvater ein einfacher Mensch, ohne wirtschaftliche Kenntnisse, und niemand hatte ihm erklärt, dass es keine kostenlosen Mahlzeiten gibt, da sie letztendlich andere bezahlen. Und seit damals war es bis heute beileibe nicht der einzige Erlass von Krediten. Etliche – als „Meereskredite“ bekannte – Kredite, die in den vorherigen Jahrzehnten an Firmen vergeben wurden, gelangten auf Auslandskonten ihrer Eigentümer an, ebenfalls die Sparstrümpfe der Bankiers, die sie ihnen gewährten, und gegebenenfalls der vermittelnden Politiker „stärkend“.

Seit alt her bis heute gingen in Griechenland mit staatlichen Bürgschaften an Privatleute und Unternehmen vergebene Kredite von Dutzenden Milliarden tränenlos „den Bach hinunter“. Wurden also – einfach gesagt – „geschenkt“. Und diejenigen, die dafür bezahlten, bekamen es nicht einmal mit.

Die große Mehrheit der Leute weiß nicht einmal, dass die Banken für die weltweite Suche nach Vermögenswerten „rot gewordener“ Kunden von ihnen spezialisierte ausländische Firmen um Hilfe ersucht hatten. Wie die Bankiers in persönlichen Diskussionen eingestehen, wurden im Ausland in vielen Fällen signifikante Vermögenswerte der „roten“ Kreditnehmer gefunden. Letztere hatten jedoch dafür gesorgt, dass ihr juristischer Status dermaßen verzwickt ist, auf dass die Banken sie nicht anrühren konnten.

Nicht nur „Großkopferte“ versuchen, Griechenlands Banken zu prellen

Es sind jedoch nicht nur die großkalibrig-armen Kreditnehmer. In Provinzstädten, wo die Gesellschaften geschlossen sind (sprich „man sich kennt“), sehen Bankangestellte etliche Kreditnehmer, mit denen sie telefonieren, damit diese ihre (fällige) Rate zahlen, davon nicht im Geringsten bekümmert mit luxuriösen Fahrzeugen verkehren und ein bequemes Leben führen.

Im Februar 2020 berief Finanzminister Staikouras sich auf Angaben des Sondersekretariats für Privatverschuldung um in TV-Sendungen zu vertreten, dass jeder zweite Jener mit fälligen Verbindlichkeiten an Banken, die der sogenannten Lex-Katseli (> Versteigerungsschutz der Hauptwohnung) unterstellt wurden, sehr wohl die finanziellen Mittel hatten um zu zahlen, es jedoch nicht taten.

Einen Tag vorher hatte der Minister erklärt, dass ungefähr 20.000 der rund 65.000 Personen, die mittels der entsprechenden elektronischen Plattform einen Antrag auf Schutz der Hauptwohnung mit einer Zinssubvention von bis zu 50 % (durch die übrigen Steuerzahler …) gestellt hatten, die Aufhebung des Bankgeheimnisses verweigerten. Offensichtlich hatten sie etwas zu verbergen … . Von den 43.000 wiederum, die der Konteneinsicht / Offenlegung ihrer Bankkonten zustimmten, waren ungefähr 15.000 in dem Sinn nicht eindeutig zu identifizieren, eine andere Hauptwohnung bei der Bank und eine andere beim Finanzamt zu deklarieren (also wahrscheinlich zwei Wohnungen hatten), während 6.500 Antragsteller ein Jahreseinkommen von über 35.000 Euro hatten und somit nicht das einschlägige Einkommenskriterium erfüllten.

In Griechenland existiert eine … schwache Zahlungskultur

All dies bestätigt die Existenz einer schwachen Zahlungskultur, wo Viele nach einem Vorwand suchen um ihre Ratenzahlungen einzustellen und auf eine politische Intervention bezüglich günstigerer Regelungen zu hoffen. Und genau dies macht das neue „Überbrückungs-Programm“ der Regierung, das für alle mit der Hauptwohnung hypothekarisch besicherten Kredite die Bezuschussung der Zinsen für 9 Monate anstrebt. Sogar auch jener, die sich tief „im Roten“ befanden und in der Vergangenheit gekündigt worden waren.

Natürlich bleibt sich zu zeigen abzuwarten, ob die „Institutionen“ dies – diverse strengere Kriterien setzend – bremsen werden. Niemand wird wollen werden, dass ein wirklichen Schwierigkeiten begegnender Mensch seine Wohnung verliert. Diesem wird auf jede mögliche Weise zu helfen sein. Jedoch geht es nicht an, dass die Regierung und allgemeiner das politische System gegenüber den strategischen Zahlungsverweigerern verbal mit den Säbeln rasselt und sie in der Praxis hätschelt.

Sollte dies wegen politischer Kosten die Entscheidung sein, wäre es am besten, die Kredite lieber früher als später zu (ver-) „schenken“ und einen Schlussstrich zu ziehen, weil die Zeche so wie so die Steuerzahler – Blutspender des staatlichen Haushalts bezahlen werden.

(Quelle: euro2day.gr)

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