Griechenland: Kosten übersteigen Nutzen

16. Juli 2020 / Aktualisiert: 31. Juli 2020 / Aufrufe: 1.613
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Griechenland wog die Kosten der Öffnung seiner Grenzen im Verhältnis zu den Auswirkungen auf seine Wirtschaft nicht richtig ab.

Die Kosten der in Griechenland beschlossenen Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus COVID 19 übersteigen den Nutzen. Die Infektionen mit dem neuen Coronavirus Covid-19 wie auch ihre Ausbreitung nehmen zu. Im Nachhinein enthüllt sich, dass diverse Fehler erfolgten, die wir teuer bezahlen werden. Mögen wir sie wenigstens nicht fortsetzen.

Jüngst mit einem Bekannten aus Lefkas sprechend erfuhr ich, dass in den letzten Jahren viele Serben und Rumänen die Insel besuchen. Gewöhnlich kommen sie im Juni und Juli, wobei die Menschen 35 – 40 Euro je Zimmer bezahlen. Er betonte, sie machen Lärm, verursachen jedoch keine Probleme, während sie „draußen“ kein Geld ausgeben.

PCR-Tests hätten von Anfang an intensiviert werden müssen

Wir waren überrascht, weil wir im Sinn hatten, die obigen Nachbarn zusammen mit den Bulgaren begäben sich für den Urlaub nach Nordgriechenland, Euböa und sei es auch auf die Sporaden. Am nächsten Tag erfuhren wir von den 5 Fällen in einer fünfköpfigen serbischen Familie, die sich – wie wir annehmen – vor der Grenzschließung nach Lefkas begeben hatte.

Die Serben sind nicht allein. Die Fälle des neuen Coronavirus nehmen in letzter Zeit auch in Bulgarien und Rumänien zu, und folglich herrscht Beunruhigung und stellt sich die offensichtliche Frage: Ist das Risiko der Ausbreitung des Coronavirus in Griechenland und der unangenehmen Folgen, die sie haben wird, die Vorteile aus den Reisedevisen wert, welche die Einwohner der obigen befreundeten Balkanländer bringen? Zumal sie im Verhältnis zu den „Westlern“ pro Kopf vergleichsweise wenig Geld ausgeben und die Pandemie sich in ihren Ländern erneut schnellst mit dem Resultat ausbreitet, dass andere Länder der EU ihnen Beschränkungen auferlegen?

Es ist verständlich, dass Griechenland seine Grenzen nicht schließen und dem „Straßentourismus“ helfen möchte, jedoch hat es ein gewisses Gleichgewicht zwischen Kosten und Nutzen zu geben. Die Durchführung von Corona- / PCR-Tests bei allen, die über die nördlichen Grenzen einreisen, und die Steigerung der bei allen per Flug Eintreffenden hätte direkt von Anfang an verfügt werden müssen. Jedoch verspäteten wir uns selbst auch bei der Schließung der Grenzen für die Serben, da sie – wie sich aus den Fällen der in unserem Land positiv diagnostizierten Serben zeigt – zu spät erfolgte.

Griechenland wägte Kosten der Grenzöffnung falsch ab

Eine Verzögerung gab es auch bei der Fassung des Beschlusses bezüglich einer Einreise aus Bulgarien, Rumänien usw. nach Griechenland nur all jener, die bei dem Test in den vorherigen 72 Stunden negativ diagnostiziert wurden. Jedoch hätte auch hier ab dem Moment, wo wir von „Balkanien“ sprechen, die Möglichkeit eines Betrugs mit gefälschten Tests vorhergesehen werden müssen und die zertifizierten Zentren natürlich konkret und nicht – wie in der Presse berichtet – rund Hunderte zu sein.

Der Anstieg der Infektionsfälle war wegen des Tourismus gegeben. Die Kontrolle aller über den Grenzübergang Promachonas Einreisenden war jedoch möglich und hätte von Anfang an erfolgen müssen, während auch die an Flughäfen erfolgenden Tests sehr viel mehr gewesen sein müssten. Derzeit zeichnet sich die Möglichkeit ab, dass wir inmitten der touristischen Saison erneut einen starken Anstieg der Pandemie haben werden. In diesem – zu vermeidenden – Fall wird nicht nur der Auslandstourismus, sondern auch der Inlandstourismus und im weiteren Sinn die nationale Wirtschaft getroffen werden.

Die ebenfalls im Inland bestehende Entspannung begünstigt eine solche Entwicklung, und deswegen sind baldmöglichst Schutzmaßnahmen erforderlich, da nicht nur die Kirchweihfeste die Ausbreitung des Virus erleichtern. Kurz gesagt werden wir vielleicht ein gegenteiliges Ergebnis erreichen.

Griechenlands Politik hätte die massenhafte Steigerung der Tests, die Kontrolle aller über die nördlichen Grenzen eingereister Besucher und die Steigerung der Stichkontrollen an den Flughäfen sein müssen. Hoffentlich werden wir dementiert werden, wahrscheinlich kamen wir jedoch zu spät und wogen die Kosten mit den Vorteilen in der Wirtschaft nicht richtig ab. Speziell bei den nördlichen Nachbarn.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. maurer
    16. Juli 2020, 10:28 | #1

    Ich hab leider mit Entsetzen festgestellt,daß die simple Maskenpflicht weder von Ärzten und Pflegepersonal noch von der Polizei im Krankenhaus eingehalten wird. Es sind nicht nur die Touristen sondern auch wir, die hier leben, die vergessen Maßnahmen, wie Abstand, Masken in öffentlichen Gebäuden einzuhalten

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