Griechenland hofft auf Tourismus

21. Juni 2020 / Aufrufe: 454
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Griechenlands Finanzministerium rechnet im zweiten Quartal 2020 mit einer Rezession von bis zu 16 Prozent, hofft jedoch auf eine Linderung durch den Tourismus.

Mit einem Szenarium einer tiefen Rezession um 16 % im 2. Quartal 2020 gestaltete sich die Prognose für einen Rückgang des BIP Griechenlands auf Jahresbasis um 8 %.

Finanzminister Christos Staikouras erklärte im Gespräch mit dem griechischen TV-Sender SKAI, diese Prognose könne sich jedoch zum Besseren revidieren, da sie sich auf eine Einschätzung bezüglich eines Rückgangs des BIP im 1. Quartal 2020 um 2,6 % stützte, was sich schließlich nicht bewahrheitete.

Tourismus bleibt für Griechenland unbekannter Faktor

Wie der Finanzminister anführte, gab die griechische Statistikbehörde ELSTAT einen Rückgang des BIP im 1. Quartal 2020 um 0,9 % bekannt und etliche Institutionen und Staaten revidieren ihre Prognosen bezüglich des Verlaufs der Rezession des Jahres 2020. „Es existiert eine Ungewissheit, es gibt einen unbekannten Faktor, der in Griechenland Tourismus heißt.“

Zu einer entsprechenden Unterstreichung bezüglich eines besseren als des anfänglich erwarteten Verlaufs schritt in einem exklusiven Interview an Capital.gr auch der Leiter der Delegation der EZB für Griechenland, Francesco Drudi.

Auf eine Frage zu dem Kurs der Wirtschaft führte er an, „dank der rechtzeitigen Umsetzung von Beschränkungsmaßnahmen vermochte Griechenland die Ausbreitung des Virus erfolgreich zu unterbrechen, somit gute Grundlagen für den Aufschwung schaffend. Gleichzeitig stützt die griechische Wirtschaft sich zu einem großen Grad auf Branchen wie den Tourismus und die Seefahrt, die von der Pandemie ernsthaft getroffen worden sind. Der Zweig der griechischen Seefahrt beobachtet international eng die Entwicklungen und es wird erwartet, dass er sich erholt, wenn der internationale Handel wieder startet. Wir hoffen alle, dass die bezüglich der Epidemie günstige Situation in Griechenland und die allmähliche Aufhebung der Beschränkungsmaßnahmen in Europa dem Zweig des Tourismus in Griechenland gestatten werden, eine gute Sommerperiode zu haben, die gewöhnlich ungefähr 60 % der Jahreseinnahmen bringt.

Außerdem gilt der Tourismus und speziell sein Verlauf in den beiden Monaten Juli und August als entscheidender Faktor für den Verlauf der griechischen Wirtschaft. Bisher schätzen Quellen des Finanzministeriums ein, das gute Szenarium sei ein Rückgang um 60 % während des besagten Zeitraums.

Anfälligkeiten der Wirtschaft Griechenlands

Die jüngste „interne“ Einschätzung über den Kurs des BIP kommt von dem Finanzausschuss. Er analysiert Szenarien über den Verlauf des BIP Griechenlands mit einem diesjährigen Rückgang um -5,1 %, -7,3 % und -9,8 %. Er veranschlagt, die griechische Wirtschaft scheint mit besonderer Heftigkeit getroffen zu werden wegen:

  1. ihrer relativ großen Abhängigkeit von Tourismus und Transportwesen,
  2. ihrer Struktur, die von Unternehmen kleiner Größe mit geringen Spielräumen einer Reaktion auf Situationen einer Einschränkung ihres Geschäftsbetriebs charakterisiert ist, und
  3. des relativ hohen Mehrwerts bei Zweigen wie „Verwaltung von Immobilienvermögen“, „Groß- / Einzelhandel … Gastronomie-Services“, „Kunst, Freizeitgestaltung und Vergnügen“ usw., die direkt wegen der Regel der erhöhten gesellschaftlichen Abstände getroffen werden, welche die Vorschriften zum Schutz gegen die Infizierung durch das COVID-19 auferlegen.

(Quelle: capital.gr)

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.