Coronavirus und Sparfalle in Griechenland

24. Juni 2020 / Aktualisiert: 30. Juli 2020 / Aufrufe: 935

Die Pandemie des Coronavirus COVID 19 könnte Griechenlands Wirtschaft in eine Sparfalle führen.

Alles zeigt, dass wir das neue Coronavirus Covid-19 trotz der ungeheuren Beträge, die von den Staaten aufgewendet worden sind, nicht so leicht abhaken können werden. Die Pessimisten erwarten nicht nur einfach eine tiefe Rezession im Jahr 2020. Sie nehmen an, der Aufschwung werde zu Beginn langsam sein und sich verzögert einstellen.

Die von den Regierungen aufgewendeten großen Beträge ähneln mehr auf die Schadensbegrenzung abzielenden Rettungsringen als Programmen zur Stimulierung der Wirtschaften, was entsprechend auch für Griechenland gilt.

Konsumverhalten wird Aufschwung in Griechenland steuern

Im Fall Griechenlands und während das Finanzministerium darauf wartet, dass die Gemeinschaftsmittel aus dem NSPR, dem Kommissions-Programm SURE usw. fließen, sind die Hoffnungen in den nächsten Monaten auf den berühmten Konjunkturfonds gesetzt worden.

Das wirtschaftliche Ergebnis wird jedoch zu einem großen Grad von den Aufwendungen der Konsumenten entschieden werden, die in Griechenland ungefähr 70 % des BIP ausmachen. Falls die Pandemie – wie die Pessimisten erwarten – zu einer dauerhaften Verhaltensänderung der großen Mehrheit der Konsumenten führt und diese sich aus Sorge über das Unbekannte mehr auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse und nur sekundär ihrer Wünsche konzentrieren, wird der Aufschwung langsam sein.

In Griechenland wurde inmitten der Pandemie ein Anstieg der Guthaben des privaten Sektors verzeichnet. Faktisch erreichten die Bankguthaben der privaten Haushalte und Unternehmen im April 2020 insgesamt 144,6 Mrd. Euro an, gegenüber 145,1 Mrd. Euro im März 2020 und 142,2 Mrd. Euro im Februar 2020. Ende 2019 hatten sie 143,1 Mrd. Euro betragen. Laut der vorherrschenden Erklärung für die vorstehende Entwicklung sparten die Privatleute, da sie während der Dauer der Quarantäne ihr Geld nicht auszugeben wussten.

Auf der anderen Seite nahmen die Einlage und REPOs der Zentralregierung im April 2020 im Vergleich zum März ab, nachdem sie im Vergleich zu einem Monat vorher gestiegen waren. Dies geht mit der Feststellung einher, dass die griechische wie auch andere Regierungen die staatlichen Aufwendungen gesteigert haben, damit als Gegengewicht fungierend.

Wachstumsaussichten Griechenlands gestalten sich negativ

Anders gesagt „sparte“ während der Dauer der Quarantäne der private Sektor, die Zentralregierung stürzte sich jedoch in Ausgaben. Das Ergebnis war, dass laut den Angaben der Griechischen Bank die Guthaben der Inlandsansässigen im vergangenen April auf 158,9 Mrd. Euro sanken, gegenüber 162,4 Mrd. im März und 157,3 Mrd. im Februar.

Natürlich stimuliert die Steigerung der staatlichen Ausgaben kurzfristig die Nachfrage, führt aber zu einem signifikanten Anstieg der öffentlichen Verschuldung auf Niveaus von 190 % – 200 % des BIP. Letzteres wirkt jedoch gewöhnlich als Wachstumsbremse – trotz der Abmachungen, die getroffen wurden und in Kombination mit der (Über-) Alterung der Bevölkerung ein negatives Bild für die Wachstumsaussichten Griechenlands schaffen.

Es ist anzumerken, dass in Griechenland die Konsumaufwendungen der (privaten) Haushalte seit 2012 bis heute das verfügbare Einkommen übersteigen. Das drückt sich in einem negativen Sparverlauf aus, der jedoch in den beiden letzten Jahren rückläufig war.

Wenn also die Pandemie des Coronavirus Covid-19 zu einer dauerhaften Verhaltensänderung der Konsumenten führt, die von einem Anstieg des Sparens begleitet sein wird, könnte die Wirtschaft uns unangenehm überraschen.

Letztendlich wird es die „Autopsie“ zeigen, die Nachdenklichkeit ist jedoch begründet.

(Quelle: euro2day.gr)

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