War Griechenlands Politik gegen das Coronavirus richtig?

28. Mai 2020 / Aktualisiert: 30. Juli 2020 / Aufrufe: 1.347

Reagierte Griechenland mit der strengen Quarantäne richtig auf die Bedrohung des Coronavirus COVID 19 oder war diese Politik falsch?

In Griechenland gilt die Quarantäne trotz der sehr großen wirtschaftlichen Kosten als die richtige Antwort auf die gesundheitliche Krise infolge des neuen Coronavirus Covid-19.

Wenn es jedoch so ist, ist dann die Öffnung der Grenzen falsch. Beides kann nicht richtig sein.

Keine Regierung Griechenlands hätte eine fatale Pandemie überlebt

Viele stellten in den vergangenen Monaten fest, dass es nicht ausreicht, Sport zu treiben, eine gute Ernährung zu haben und vorsichtig zu fahren, um sicher zu sein. Das Coronavirus ist unsichtbar, sehr ansteckend und seine Träger können uns liebe Personen sein. Wie auch kein Zweifel daran besteht, dass das Virus von den Besuchern des Heiligen Lands, Mailands, Londons und anderer Auslandsziele nach Griechenland „importiert“ wurde.

Mit dem Ausbruch der Epidemie und einem problematischen nationalen Gesundheitssystem (ESY) mit wenigen Intensivbetten konfrontiert beschloss die griechische Regierung, die Quarantäne zu verhängen, obwohl die wirtschaftlichen Kosten groß sein würden. Jeder vermag zu begreifen, was geschehen wäre, wenn einfache Leute und Prominenten mit Zugang zur Macht darum konkurriert hätten, ein Bett in einer Intensivstation zu finden. Und es ist begreiflich, dass keine Regierung nach so etwas politisch hätte überleben können.

Öffnung der Grenzen Griechenlands birgt ernste Risiken

Hinsichtlich des gesundheitsbezogenen Aspekts zeigte die Quarantäne sich effizient, da Griechenland international als zu den erfolgreichsten Ländern gehörend gilt. Jedoch hatte sie auch eine negative wirtschaftliche Auswirkung. Dem Spektrum einer großen Rezession, der touristischen Saison und eindeutig verbesserten epidemiologischen Fakten begegnend hat die griechische Regierung in den letzten Wochen schrittweise die Wirtschaft zu öffnen begonnen, ohne einen bemerkenswerten Anstieg der Infektionsfälle. Der Beschluss, die Außengrenzen – hauptsächlich Auslandsflüge – zu öffnen, birgt jedoch Risiken und schafft eine große Frage.

Angesichts der Tatsache, dass das Virus infektiös ist und aus dem Ausland nach Griechenland gebracht wurde, stellt sich eine simple, jedoch ernsthafte Frage. Wenn die Quarantäne die richtige Politik war, hätte Griechenland die schrittweise Öffnung der Wirtschaft und hauptsächlich der Grenzen verzögern müssen, weil wir eine neue Pandemie-Welle haben werden. Wenn trotz allem die Wirtschaft und die Grenzen öffnen und es keinen starken Anstieg der Infektionsfälle gibt, bedeutet das wahrscheinlich, dass die strenge Quarantäne nicht die angebrachte Politik war und die wirtschaftlichen Verluste größer waren als sie sein hätten müssen. Es kann nicht beides gelten.

Um ehrlich zu sein, kommt die Überlegung von einem Bekannten, die Rubrik hielt sie jedoch für logisch und adoptierte sie. Und dies in einer Periode, wo die Beratungen zwischen den Faktoren des Tourismus (hauptsächlich Groß-Hoteliers) und der Regierung praktisch in einer Akzeptanz der Bedingungen endeten, die erstere an letztere stellten.

Die Zeit wird zeigen, welche der beiden obigen Ansichten recht hat.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. Christo
    29. Mai 2020, 12:41 | #1

    Idioten. Wir wissen schon lange das die Maßnahmen überzogen und damit die Wirtschaft weiter kaputt gemacht wurde. Und zwar Weltweit!!!!

  2. Inka Herrmann
    30. Mai 2020, 11:45 | #2

    Ich weiss nicht, ob die Maßnahmen ueberzogen waren oder nicht. Fakt ist ja, dass wir zum Glück sehr wenige Infektioenn und auch Tote hatten / haben. Auch wenn natürlich jeder Tote einer zuviel ist, aber wenn wir unsere Zahlen hier mit anderen Ländern vergleichen, stehen wir gut da.
    Allerdings erwarte ich von der Regierung, dass sie, nachdem sie fast alle Betriebe geschlossen hat, jetzt auch dafür sorgt, dass eben diese Betriebe finanziell unterstützt werden. Wir hatten für dieses Jahr sehr viele Buchungen, die inzwischen fast alle storniert wurden. Also lieber Koulis und Adonis, wie sollen wir jetzt überleben? Bisher absolut keine Reservierungen und es sieht auch für den Rest des Sommers nicht gut aus. Gut, man hat vielleicht Rücklagen, dass man sich vielleicht 3 oder 4 Monate ueber Wasser halten kann, und dann? Die nächste Saison fängt erst wieder in 10 Monaten an. Die einmalige Zahlung von 800 Euro ist ja nett gemeint, hilft aber einem Selbstständigen wenig.
    Ich erwarte eigentlich nie etwas von einer Regierung, aber hier sind sie gefragt, denn es war nicht unsere Entscheidung, unser kleines Hotel zu schliessen, und ich sehe nicht ein, dass die Milliarden, die aus Brüssel kommen sollen, wieder mal in die Banken fließen. Sehr viele Menschen, mit denen ich bisher gesprochen habe, sind in der gleichen Lage, und auch wenn man bisher mit Mitsotakis zufrieden war, so langsam dreht sich der Wind. Ich denke mal, wenn wir im Tourismus keine Unterstützung bekommen, werden tausende Menschen im Herbst auf die Straße gehen.

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