Griechenlands Miserables der Corona-Pandemie

29. Mai 2020 / Aufrufe: 939

Im Rahmen der wirtschaftlichen Rezession infolge der Pandemie des neuen Coronavirus COVID 19 werden in Griechenland zigtausende Bürger allein und ohne Hilfe sein.

2020 wird die Rezession groß sein und die Mathematik stimmt darauf ein, dass Griechenlands Wirtschaft im besten Fall nicht vor 2022 auf die Niveaus des vergangenen Jahres zurückkehren wird. Die Verlierer werden viele sein, jedoch werden manche allein und ohne Hilfe sein.

Die Regierungen mögen die schrittweise Öffnung der Wirtschaften anordnen. Das Resultat werden jedoch in einem großen Grad die Haushalte und Unternehmen bestimmen, dabei für jede ihrer Handlungen das Für und Wider abwägend und ihre Wahlen treffend.

Griechenlands Wirtschaft wird sich frühestens 2022 erholen können

Ist die Befriedigung, die jemand ein Café oder Restaurant besuchend empfindet, das Risiko wert, eventuell von ihm völlig unbekannten Menschen infiziert zu werden? Etliche werden vielleicht ausgehen, andere werden es jedoch vermeiden, solange der Coronavirus genannte „unsichtbare Feind“ lauert und es keinen Impfstoff gibt.

Die Szenerie deutet auf eine Art eines Aufschwungs der Wirtschaft hin, jedoch werden wir nicht dorthin zurück gelangen, wo wir waren. Der Aufschwung vom Typ V scheint nicht das wahrscheinlichste Szenarium für die uns bekannte Wirtschaft zu sein, solange die gesellschaftliche Distanzierung und die Masken nebst Handschuhen und Desinfektionsmittel die Regel sind.

Die Mathematik spricht ebenfalls nicht dafür. Wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 100 Mrd. auf 50 Mrd. sinken würde, wäre der Rückgang der Größenordnung von 50 % in einem Jahr. Wenn das BIP im Folgejahr um 50 % steigen würde, würde es bei 75 Mrd. angelangen. Einfach gesagt: Damit das BIP dorthin zurückkehrt, wo es vor einem großen Rückgang um z. B. 50 % war, hat der Anstieg viel größer und im konkreten Fall 100 % zu sein. Wenn in Griechenland 2020 die Rezession 9 % ist, hat 2021 der Aufschwung größer zu sein, damit die Wirtschaft auf den Niveaus des Jahres 2019 angelangt.

Offensichtlich vereinigt so etwas sehr wenige Chancen auf sich, und deswegen vertraten wir in der Einleitung, dass die griechische Wirtschaft bestenfalls im Jahr 2022 wieder dorthin zurückkehren wird, wo sie sich im vergangenen Jahr (2019) befand.

Niemand möchte ein Wiederaufleben der „Les Misérables“

Das größte Problem bei diesem Verlauf wird wahrscheinlich die Arbeitslosigkeit sein. Das Institut für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE) schätzte auf Basis der Listen des ERGANIS-Systems ein, dass sich in dem Zeitraum März – Juli 2020 in Tourismus und übrigen Branchen 365.000 Personen ohne Arbeit wiederfinden werden. Wenn zu diesen die entsprechenden Selbständigen hinzugerechnet werden, wird die Summe der Betroffenen innerhalb von 5 Monaten 580.000 Personen erreichen.

Das EU-Programm SURE wird die Beschäftigung stützen. Es vermag jedoch nicht auch all jene zu unterstützen, die in der Schattenwirtschaft arbeiten – und nicht wenige sind. Unter ihnen sind Menschen, die zwei oder drei Jobs nachgehen, um über die Runden zu kommen, oder andere, die ohne (Sozial-) Versicherung arbeiten.

Von wie vielen Jener, die in Wohnungen oder / Büros putzen gingen und nicht angemeldet werden, wurde verlangt, entweder die Stunden zu reduzieren oder aufzuhören? Wie viele Jener, die privaten Unterricht gaben, unterbrachen diesen oder schränkten ihn ein oder geben ihn online? Sie sind alle nicht erfasst und die meisten von ihnen bringen sich von Tag zu Tag über die Runden.

Am vergangenen Freitag bezog der Leser mit dem Pseudonym Pelegrino sich ebenfalls auf Fälle, die nicht von dem Mietnachlass von 40 % zu profitieren vermochten, nämlich:

  1. Alle, die per sogenannter Tageslohn-Coupon entlohnt werden und in diesem Zeitraum zu arbeiten aufgehört haben.
  2. Alle, die sich im Status wechselweiser Beschäftigung in nicht getroffenen Branchen – z. B. Fahrzeugsektor – befinden, wo jedoch die Arbeitgeber vorzogen, den Betrieb einzustellen.

Beide Kategorien gelten nicht als „Zwangsarbeitslose“, womit sie keinen Anspruch auf die (Miet-) Minderung haben. Es ist ein ernstes Thema, es trifft viele arme Tagelöhner … .

Das ist tatsächlich so. Auf der anderen Seite sind die staatlichen Einnahmen beschränkt und manche werden vielleicht behaupten, all diese Zeit „unter dem Tisch“ bezahlt worden zu sein.

Die Argumente haben Hand und Fuß. Jedoch wollen weder Diese noch jemand anders das Aufleben der „Elenden“ (Les Miserable) des Victor Hugo.

(Quelle: euro2day.gr)

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