Coronavirus stellt Griechenlands E-Shops bloß

12. April 2020 / Aktualisiert: 30. Juli 2020 / Aufrufe: 722

In Griechenland hagelt es Beschwerden wegen Verzögerungen und Versorgungslücken bei E-Shops sogar auch mächtiger Einzelhandelsketten.

In Griechenland zeigten sich – sogar auch auf dem Bereich der Technologie –  starke Einzelhandelsketten, die sich den elektronischen Handel auf die Fahnen geschrieben hatten, nicht nur deswegen den Umständen nicht gewachsen, weil sie der Explosion der Nachfrage nicht zu entsprechen vermögen.

Während alle ihre Kritik auf die Kurierdienstfirmen fokussieren, von denen einige inmitten der Krise mit Tariferhöhungen zu wuchern versuchten (am 09 April 2020 führte das Entwicklungsministerium sogar bei der DHL eine Prüfung durch), beschäftigen die wenigsten sich mit der völligen Auflösung der angeblichen E-Shops der mächtigen Konzerne.

Griechenlands E-Commerce entpuppt sich als … Werbegag

Es ist charakteristisch, dass, wenn heute in Griechenland ein Verbraucher beispielsweise von einem bekannten E-Shop des Auslands, der mit den internationalen Kurierdiensten (DHL, UPS usw.) zusammenarbeitet, einen Kosmetikartikel kauft, dieser in drei Tagen bei seiner Wohnung ankommen wird. Wenn er das selbe Produkt bei den meisten griechischen Ketten (es gibt auch Ausnahmen …) kauft, wird es bis zu fünfzehn Tage brauchen!

Es handelt sich um ein Bild, das zeigt, dass die griechischen Einzelhandelsgesellschaften und Kurierfirmen nie essentiell in den elektronischen Handel investierten – auch wenn sie damit werben mögen. Bei dem „Ombudsmann des Verbrauchers“ geht derzeit ein „Regen“ an Beschwerden von Verbrauchern ein, die – per Debit- oder Kreditkarte (sprich Vorkasse!) – in E-Shops Produkte kauften, die als verfügbar ausgewiesen wurden, in Wirklichkeit jedoch gar nicht vorhanden waren! So haben beispielsweise Verbraucher drei Produkte bestellt und erhalten schließlich nur eins oder zwei, bei unbekanntem Lieferdatum des dritten – obwohl sie es bezahlt haben.

Manche (Handels-) Ketten gestehen ihren Fehler ein und stornieren in Abstimmung mit den Kunden die Bestellung ganz oder teilweise unter Erstattung des entsprechenden Betrags. Andere stellen sich aber seit Tagen mit dem Resultat „dumm“, dass bei ihren Telefonzentren viele Verbraucher Stunden in den Warteschleifen verbringen um die Sache zu klären.

Die von dem neuen Coronavirus COVID-19 herbeigeführte Krise enthüllte, dass in Griechenland für viele klangvolle Namen des Einzelhandels der E-Shop einfach nur ein Marketing-Instrument und keine essentielle Verkaufsabteilung darstellte. Jetzt stellen die Konsumenten überrascht fest, dass nicht einmal technologische Systeme existieren, welche die Lager mit den Shops verbinden, damit die Kunden keine Produkte kaufen, die es gar nicht gibt. Dabei handelt es sich um ein Bild, dem man nicht (nur) bei den „Kleinen“ des Einzelhandels, sondern (auch) bei allmächtigen Konzernen mit jährlichen Einnahmen in Höhe hunderter Millionen begegnet.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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