Berlin lobt Griechenland für Grenzschutz

19. April 2020 / Aufrufe: 910

Griechenland bekam von Deutschland Anerkennung für die Bewachung der europäischen Außengrenzen am Fluss Evros ausgesprochen.

Dr. Helmut Teichmann, Staatssekretär im Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland, charakterisierte  die Überführung 50 unbegleiteter Minderjähriger von Griechenland nach Deutschland als einen ersten Schritt.

Wir tun jetzt einen ersten Schritt und nehmen 50 unbegleitete Kinder auf, ich kann jedoch schon jetzt sagen, dass es nicht auch der letzte sein wird. Wir sind bereit, insgesamt bis zu 350 Kinder aufzunehmen„, erklärte der deutsche Staatssekretär in seinem Interview an Fani Papathanasiuou für die staatliche griechische Rundfunk- und Fernsehanstalt ERT. Ebenfalls drückte er seine Danksagungen an das griechische Ministerium für Migrationspolitik und den stellvertretenden Minister Giorgos Koumoutsakos aus.

Griechenland leistete am Evros … „Außerordentliches“

Parallel ermunterte der Staatssekretär des deutschen Innenministeriums die übrigen Länder der EU, sich ebenfalls an der Initiative zu beteiligen. „Deutschland betonte zusammen mit weiteren neun EU-Staaten und unseren griechischen Kollegen immer, dass wir nach einer europäischen Lösung für die griechischen Inseln suchen. Luxemburg und Deutschland unternahmen den ersten Schritt. Es müssen jedoch auch weitere Schritte seitens unserer übrigen europäischen Freunde folgen, die sich an der Initiative beteiligen möchten, und wir ermuntern die übrigen Staaten, was ich auch nun tue, jetzt den zweiten Schritt zu planen und nach der Pandemie des Coronavirus zu realisieren„, führte der deutsche Amtsträger charakteristisch an.

Sich auf das Migranten-Thema fokussierend teilte der deutsche Staatssekretär mit, die Verhandlung über das neue Migrationsabkommen werde während der Dauer des deutschen Vorsitzes im zweiten Halbjahr des Jahres 2020 eine Priorität darstellen, mit Nachdruck auf die neuen Regeln des europäischen Asylrechts. Spezieller betonte er, was Deutschland anstrebe, sei eine Entlastung der Staaten an den Außengrenzen, „eine Entlastung Spaniens, Italiens und Griechenlands im Migrantenproblem„, wie er klarstellte und anfügte: „Griechenland wurde in den letzten Jahren sehr belastet und wir bedürfen starker Außengrenzen, was eine Säule des neuen Asylrechts darstellt.

In diesem Rahmen hob der deutsche Staatssekretär das Werk Griechenlands hinsichtlich der Bewachung der europäischen Grenzen (zur Türkei) am Grenzfluss Evros hervor und unterstrich abschließend: „Ein Staat vermag die Außengrenzen zu sichern, das zeigten die Ereignisse am Fluss Evros vor vier Wochen. Hier demonstrierte Griechenland ein außerordentliches Werk bezüglich der europäischen Außengrenzen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Ulrich Bohl
    19. April 2020, 12:11 | #1

    Seit Jahren dasselbe Gerede. Wir müssen unsere Außengrenzen schützen. Nichts ist geschehen. Die Griechen strafen jetzt Merkel Lügen, die behauptete „Grenzen kann man nicht schützen“. Jetzt werden die Griechen für das was man eigentlich nicht kann gelobt.
    Bundeskanzlerin Merkel sagt, man könne die deutsche Grenze nicht sichern, zahlt aber der Türkei Geld, damit die ihre Grenze sperrt. Scheinheiliger geht’s kaum noch.“ (WELT v. 19.10.2015)

  2. GR-Block
    19. April 2020, 15:37 | #2

    Griechenland wurde in den letzten Jahren sehr belastet und wir bedürfen starker Außengrenzen, was eine Säule des neuen Asylrechts darstellt.“ – Die Lösungen beider Probleme lassen sich in einem gemeinsamen Maßnahmenkatalog kombinieren:
    Alle Flüchtlinge erhalten Tickets zu den Hauptstädten anderer EU-Staaten. Dort richten sie sich auf Dauer im Sicherheitsbereich des jeweiligen Terminals ein. Dadurch umgeht man Probleme bei nicht vorhandenen Reisepapieren oder fehlenden Staatszugehörigkeiten. Aus Mitteln der EU koordinieren AEGEAN und FRAPORT die notwendige Logistik und den Aufbau der Infrastrukturen, auch im Hinblick auf die andauernde pandemische Krise. Idealerweise sollten die Koordinatoren Steven Spielberg als Berater gewinnen und insbesondere Tom Hanks, der kürzlich den Kampf gegen den Corona-Virus gewonnen hatte.
    Als eine warmherzige Geste sollten die verantwortlichen Minister und Staatssekretäre vor Ort den ankommenden verzweifelten Asylanten selbst die helfende Hand reichen, jedem einzelnen. Dann wird Athen die EU loben.

  3. Magdalena Weileder
    2. Mai 2020, 13:26 | #3

    Ich halte es für unerträglich, wie ein reiches und wohlhabendes Land wie Deutschland sich aus der Verantwortung stiehlt. Rein ökonomisch betrachtet ist es ein Klacks, die paar tausend Flüchtlinge aufzunehmen. Als ob man Grenzen dauerhaft abriegeln könnte.

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