Was Griechenlands Verbraucher wegen Coronavirus „hamstern“

15. März 2020 / Aufrufe: 1.010
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Nach dem ersten Infektionsfall mit dem neuen Virus COVID 19 setzte auch in Griechenland ein Run auf Desinfektionsmittel und haltbare Lebensmittel ein.

Eine Explosion der Verkäufe bei vielen Grundprodukt-Kategorien wegen des Coronavirus dokumentiert eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens Nielsen, bei der die Umsätze nach dem ersten bekannt gewordenen Infektions-Fall in Griechenland erfasst wurden.

Konkret verzeichnete – die Umsätze der Woche vor dem Rosenmontag (24/02/20 – 01/03/20) mit der entsprechenden Vorjahreswoche (04/03/19 – 10/03/19) vergleichend – der organisierte Einzelhandel einen Anstieg um durchschnittlich 23,9 %.

„Run“ auf Desinfektionsmittel auch in Griechenland

Die größte Anstiegsquote zeigte Thessaloniki, wo am 26 Februar 2020 der erste Corona-Fall in Griechenland bestätigt und publik wurde, und es folgen die weitläufigere Region Mazedonien – Thrakien mit 29,4 % sowie auch Attika mit 29,1 %.

Was die Produkte betrifft, die einen imposanten Umsatzanstieg vermerkten, liegen an erster Stelle flüssige Desinfektions-Reinigungsmittel mit einem Anstieg um 721 % und Desinfektionstücher mit einem Anstieg um 709,3 %. Es folgen:

  • Antiseptische Flüssigkeiten + 495,5 %
  • Seifen + 204 %
  • Mehl + 141,9 %
  • Nudeln + 140,1 %
  • Hülsenfrüchte + 136,4 %
  • Reis + 126,2 %
  • Kondensmilch + 90,7 %

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Supermärkte in Griechenland werden nicht schließen

Nachdem anlässlich der jüngst bekannt gegebenen Maßnahmen, in deren Rahmen unter anderem die Schließung einer breiten Palette diverser Einzelhandels- und Gastronomie-Betriebe angeordnet wurde, prompt ein neuer Run auf die Supermärkte einsetzte und Gerüchte bezüglich einer möglichen Schließung auch der Lebensmittelgeschäfte zu kursieren begannen, versicherte die griechische Regierung erneut, die Supermärkte werden definitiv geöffnet bleiben.

Am Mittag des 14 März 2020 besuchte der Staatssekretär für Entwicklung und Investitionen Supermärkte in Athen und führt in seinen Kommentaren in den sozialen Netzwerken an, die Lage normalisiere sich. Konkret berichtete er: „Jetzt in einem der größten Supermärkte im Bezirk Nea Smirni. Die Regale sind voll und es gibt keine Schlangen. Die Lage kehrt auf ein natürliches Niveau zurück. Wir sagten und wiederholen es: es gibt einen unglaublichen Vorrat an Lebensmitteln und Konsumartikeln. Die Supermärkte werden nicht schließen!

Etwas später merkte der Staatssekretär in einem zweiten Kommentar an: „Das selbe auch in Kallithea. Keine Schlangen und die Regale sind voll. Wir sagen es ab dem ersten Moment, machen Sie sich keine Sorgen, es gibt ausreichende Vorräte und die Supermärkte werden immer geöffnet sein. Kaufen Sie nur ein, was Sie brauchen, anderenfalls stopfen Sie einfach nur Ihre Schränke voll. Es ist von allem genug da!

228 Infektionsfälle, 3 Tote und … 45 Festnahmen

Anderenorts wurden allerdings weniger idyllische Zustände, sondern teilweise fast panische Anstürme auf die Supermärkte, dichtes Gedränge, stundenlang in Schlangen anstehende Menschen und sogar Rangeleien verzeichnet. Die Empfehlungen, Mengenbildungen zu vermeiden und wenigstens 1 Meter Abstand voneinander zu halten, wurden unter diesen Umständen natürlich völlig ignoriert.

Derweilen schritt am selben Tag die griechische Polizei auf dem gesamten Staatsgebiet zu insgesamt 45 Festnahmen von Personen, die unter die Maßnahme des vorläufigen Betriebsverbots fallende Geschäfte, Einrichtungen und Stätten trotzdem öffneten.

Abschließend sei angemerkt, dass in Griechenland bis zum Abend des 14 März 2020 mittlerweile 228 bestätigte Fälle einer Infektion mit dem neuen Coronavirus COVID-19 gemeldet wurden und 3 (alle gesundheitlich vorbelastete) ältere Personen an den Komplikationen der Infektion verstarben.

(Quellen: iefimerida.gr, einschlägige Medienberichte)

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