Warum Mieten in Griechenland stiegen

25. Februar 2020 / Aufrufe: 465

Eine aktuelle Erhebung in Thessaloniki bestätigt einen Anstieg der Mietpreise in Griechenland und entkräftet parallel zwei Mythen.

Die Demoskopie-Gesellschaft „Interview“ führte in Griechenland für Rechnung des „Observatoriums für Preise & und Einschätzungen in Südost-Europa“ eine Untersuchung durch, die einen Preisanstieg bei den Mieten und eine Beschränkung der Eigennutzung, eine Entkräftung des „Mythos“, die Kurzzeitmietung gewinne immer mehr Boden, aber auch des Mythos zeigte, die Nachfrage nach Kaufimmobilien sei hochgeschossen.

Die bei einer Pressekonferenz am 20 Februar 2020 von dem Generaldirektor der „Interview“, Dimitris Vasiliadis, präsentierte Erhebung wurde im Zeitraum Januar – Februar 2020 im Baubezirk Thessaloniki bei einem Muster von 805 Personen im Alter von 17 und mehr Jahren durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse erklärten 68 % der Befragten, in den beiden kommenden Jahren nicht zu einem Kauf oder einer Anmietung einer Immobilie zu schreiten planen, und ein Anteil von 88 % antwortete auf die Frage nach einer eventuellen Renovierung ihres Hauses mit „nein / wahrscheinlich nein“.

Mietpreise in Thessaloniki gelten als hoch

Die Erhebung bestätigt die Ansicht bezüglich eines Anstiegs der Mietpreise im Bebauungsbezirk Thessalonikis, wobei diese 82 % für hoch, 16 % für logisch und 2 % für niedrig halten. In Zusammenhang mit den Verkaufspreisen der Immobilien antworteten von den Befragten 45 %, sie seien hoch, 42 %, sie seien logisch, und 13 %, sie seien niedrig. Jedenfalls antwortete die Mehrheit der Befragten (83 %), einen Anstieg der Preise hauptsächlich in den Gebieten zu erwarten, wo zukünftig die U-Bahn Thessalonikis in Betrieb genommen werden wird.

75 % der Befragten erklärten, großen oder erheblichen Schwierigkeiten begegnet zu sein, als nötig war, eine geeignete Immobilie zwecks Kauf oder Anmietung zu finden, während „Airbnb“ betreffend ein Anteil von 70 % erklärte, sie würden ihre Immobilie nicht auf einer einschlägigen Plattform zur Vermietung ausloben, selbst wenn die Möglichkeit dazu bestände.

Bezüglich der Makler-Services gefragt antworteten 75 % der Befragten, sehr / reichlich zufrieden zu sein, obwohl ein Anteil von 42 % erklärte, bei der „Jagd“ nach Kauf oder Mietung einer Immobilie einen Makler in Anspruch genommen zu haben, gegenüber 44 %, die allein, und 14 %, die in einer Kombination (allein und mithilfe eines Maklers) vorgingen. Aus der Erhebung geht ebenfalls hervor, dass ein Anteil von 56 % der Befragten Eigentum bewohnen, gegenüber 44 %, die zur Miete wohnen. Ebenfalls meinen 43 %, eine Drei-Zimmer-Wohnung sei die beste Wohnung zur Deckung ihrer Bedürfnisse.

Woran der Anstieg der Mieten in Griechenland liegt

Tatsächlich stieg der Preis der Mieten um 30 % an„, gestand der Präsident des Observatoriums, Kostas Georgakos, ein und betonte dabei, dies liege – wie die Athener Nachrichtenagentur berichtet – hauptsächlich an einem Rückgang der Eigennutzung, aber auch Umzügen von den großen Wohnungen im Umfeld der Stadt in das Zentrum.

Kostas Haitoudis, Präsident des Verbands der Immobilieneigentümer Thessalonikis und stellvertretende Vorsitzende des Panhellenischen Verbands der Immobilienbesitzer (POMIDA), betonte, der Anteil der Eigennutzung sei auch wegen der sogenannten Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) gesunken, die – wie er sagte – zu Übertragungen / Verkäufen von Immobilien und Erbschaftsausschlagungen führte. Weiter fügte er an, „auch dies ist ein Grund für den Anstieg der Mietpreise, wie auch die Bereitstellung von Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen durch nichtstaatliche Organisationen (NROs)„. Ein weiterer signifikanter Grund sind das Erliegen der Bautätigkeit in den letzten 10 Jahren und der große Rückgang der Mieten in den vorherigen Jahren um bis zu 60 %.

Während der Dauer der Pressekonferenz betonte Herr Georgakos weiter, die Wohnungs-Kaufpreise seien um bis zu 10 % gestiegen, schätzte dabei jedoch ein, „sie werden in unmittelbarer Zukunft fallen, da auf dem Markt bald rund 300.000 Immobilien ‚aufschlagen‘ werden, welche die Banken wegen ‚roter‘ Kredite in ihren Portefeuilles gebunden haben„.

Was speziell Kurzzeitmietungen a là „Airbnb“ betrifft, betonte Herr Haidoutis, es könne sich in den Gebieten nahe des Zentrums lohnen, und fügte an, die Eigentümer von Immobilien stellen fest, „mit der Kurzzeitvermietung ihrer Immobilie nicht über die Runden zu kommen, da sie weiterhin Rechnungen bezahlen und besteuert werden„.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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