Schweiz zeigt Griechenland den Weg

26. Februar 2020 / Aufrufe: 591

In Griechenland werden bezeichnenderweise nicht ausgeschüttete Unternehmensgewinne viel höher als Dividenden besteuert.

Ioannis Kapodistrias, der das föderalistische System der Schweiz konstruierte, in Griechenland aber ermordet wurde, verbindet die beiden Länder. Die Unterschiede wie beispielsweise bei der Besteuerung von Gewinnen und Dividenden trennen sie jedoch.

Die Schweizer sind nicht wie die Griechen. Sie anerkennen und würdigen selbst auch die Ausländer, die ihrem Land entschlossen halfen. Ioannis Kapodistras, der ermordete erste Regierungschef Griechenlands, ist einer von diesen.

Mentalität und Regierungsführung in Griechenland …

Den Meisten ist unbekannt, dass Kapodistrias in der Schweiz für seine entscheidende Rolle gewürdigt wird, die er bei der Gestaltung ihrer Bundesverfassung und der Etablierung der Neutralität des Landes spielte. Er selbst wollte Griechenland zu einem weltweiten Zentrum der Bildung und Neutralität machen, kam jedoch nicht dazu. So wie heute die Meisten die Unterschiede zwischen den beiden Ländern in vielen Dingen – wie beispielsweise bei Besteuerung und Versicherungssystem – nicht kennen, allerdings vermuten.

Wir beschlossen, uns nach Unterhaltungen mit einem Freund, der seit über einem Jahrzehnt in der Schweiz lebt und arbeitet, darauf zu beziehen. Alles begann mit seiner Erwähnung der Bemühung Griechenlands, ausländische und inländische Direktinvestitionen zu akquirieren. Um die Investoren zu ermutigen, besteuert die Schweiz analog zum Kanton die nicht ausgeschütteten Gewinne mit einem Satz von 13 – 15 % und die Dividenden mit 20 %, letztere also reichlich höher. Das Selbe macht auch Irland, mit entsprechenden Steuersätzen von 12 und 51 % (!). Griechenland handelt mit Steuersätzen von 24 und 5 % genau das Gegenteil.

Natürlich hat jedes Land seine eigenen speziellen Charakteristika und die Besteuerung ist nur einer der Faktoren, welche die direkten Investitionen beeinflussen. Jedoch ist sie aufzeigend für Mentalität und Regierungsführung eines jeden Landes. „Wahrscheinlich geschieht dies in Griechenland wegen der Stimmen und für sie selbst„, fügte der Freund aus der Schweiz an, dem sehr gut bekannt ist, was sich in Griechenland zusammenbraut.

Griechenland sabotiert sich praktisch selbst!

Die Unterschiede zwischen den beiden Ländern bei der Besteuerung fokussieren sich natürlich nicht nur auf Gewinne und Dividenden. In der Schweiz beträgt der Mehrwertsteuer-Basissatz 7,7 %, gegenüber 23 % in Griechenland, und bei diversen Dienstleistungen wie beispielsweise Mahlzeiten in Restaurants, Hotels sogar Null. Und natürlich existieren riesige Unterschiede bei der Einkommensbesteuerung natürlicher Personen. Jemand mit zwei Kindern entrichtet bis (zu einem Jahreseinkommen von) ungefähr 130.000 Euro überhaupt keine (Einkommens-) Steuer, während ein Verheirateter ohne Kinder bis ungefähr 100.000 Euro nichts zahlt.

Es versteht sich von selbst, dass in der Schweiz die Löhne wie auch die Produktivität, aber auch die Einzelhandelspreise hoch sind. Laut unserem Freund werden die am geringsten – beispielsweise in den Supermärkten – Verdienenden mit 3.000 – 3.500 Euro und die Spitzenverdiener mit 20.000 – 30.000 Euro im Monat bezahlt. (Der Vereinfachung halber setzen wir einen Kurs von Schweizer Franken zu Euro von 1:1 an.)

Es war jedoch nicht unsere Absicht, uns auf alle Unterschiede – wie in in Versicherungs- und Bildungssystem – zwischen den beiden Ländern zu beziehen. Vielleicht werden wir in Zukunft darauf zurückkommen. Unser Ziel war, das rationale – nicht politische – Oxymoron zu betonen, dass in einem Land wie Griechenland, das im übrigen viele Direktinvestitionen benötigt, Dividenden im Vergleich zu nicht ausgeschütteten Gewinnen viel niedriger besteuert werden.

(Quelle: euro2day.gr)

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