Griechenlands Polizei wimmelt Anzeigen ab

19. Februar 2020 / Aufrufe: 236

Bei vielen Polizeirevieren Griechenlands werden Anzeigen von Straftaten zum Opfer gefallenen Bürgern abgewimmelt.

Ein „heißes“ Dokument enthüllt das in Griechenland bei Dutzenden Polizeirevieren Attikas herrschende Desinteresse, wo tausende Straftaten zu Lasten von Bürgern nicht aufgenommen und nicht erforscht werden.

Zusätzlich werden die Verhaftungen der Täter häufig unter Berufung auf Personalmangel oder deswegen unterlassen, weil Offiziere der Griechischen Polizei (ELAS) das einschlägige Prozedere für sinnlos halten, da sie – allgemein nicht zu Unrecht – die umgehende Freilassung der Festgenommenen „voraussehen“.

Griechenlands Polizei soll sich um angezeigte Straftaten kümmern

Hört endlich auf, Euch nicht für die von den Bürgern angezeigten Diebstahls- und Einbruchfälle zu interessieren.“ So lauten Anweisung und Inhalt eines Schriftstücks, das jüngst Tagen der Führung der ELAS an alle polizeilichen Dienststellen Attikas geschickt wurde und die griechische Tageszeitung „TA NEA“ enthüllte.

Jedes Jahr also werden in ganz Griechenland von der ELAS offiziell ungefähr 75.000 Diebstähle und Einbrüche gemeldet: 19.000 beziehen sich auf Pkw, Entwendungen von Gegenständen und Portmonees, ungefähr 5.000 geschehen in Verkehrsmitteln, 10.000 an offenen Stätten, 10.000 beziehen sich auf Taschendiebstähle und ungefähr auf 12.000 andere Diebstahlformen. Weiter werden ungefähr 2.000 Raubüberfälle unter Bedrohung mit einer Waffe, einem Messer durch die Täter in U-Bahn, Bussen usw. oder mitten auf der Straße verzeichnet. Ein Anteil von ungefähr 65 % dieser Straftaten wird in Attika verübt.

Hohe Dunkelziffern bei Straftaten in Griechenland

Diese Zahlen geben jedoch nicht die Wahrheit wieder und es wird angenommen, dass die einschlägigen Straftaten zu Lasten von Bürgern wenigstens dreimal mehr sind. Und dies, weil tausende Bürger, die zu polizeilichen Dienststellen eilen um anzuzeigen, einem Diebstahl oder Raub zum Opfer gefallen zu sein, von den Polizeibeamten ermuntert und ermahnt werden, mit grundlegender Begründung keine Anzeige (in diesem Fall wird der Diebstahl offiziell im Online-System der ELAS verzeichnet) zu erstatten, dass sie nicht zuständig sind, ihnen Personal fehlt und die Anzeigen zu einer Voruntersuchung führen, der sie nicht zu entsprechen vermögen, und es eine Verzögerung bei dem Ersatz der sich in den gestohlenen Taschen, Geldbörsen usw. befindlichen verlorenen Ausweise, Kreditkarten geben wird.

Diese problematische Situation wird also in dem am 07 Februar 2020 von höchsten Offizieren verschickten Schreibens mit Titel „Reaktion der polizeilichen Dienststellen auf Vorfälle von Diebstählen und Überfällen zu Lasten von Bürgern“ wiedergegeben. In dem Schreiben wird anfänglich an die offenkundige Pflicht der Polizeibeamten erinnert, sich mit Fällen von Diebstählen an privaten und öffentlichen Stätten zu Lasten von Bürgern sowie auch Touristen zu befassen. Jedoch wird in den Schriftstück der EL.AS. auch betont:

Obwohl wiederholt Anweisungen und Vorgaben bezüglich der korrekten Erfüllung der konkreten Mission ergangen sind, treffen Beschwerden der Bürger bezüglich einer unzureichenden Reaktion des Personals der Dienststellen ein, an die sie sich wendeten um Diebstähle zu ihren Lasten anzuzeigen, und zwar unter Berufung auf angebliche örtliche oder gegenständlichen Unzuständigkeit, Überlastung oder Personalmangel.“ Und nachfolgend wird gefordert: „Infolge des Vorstehenden ersuchen wir darum, ihren zuständigen Dienststellen die geeigneten Anweisungen zu einer vollumfänglicheren Reaktion des Personals auf Anzeigen von Diebstählen zu Lasten von Bürgern mit hauptsächlicher Richtschnur die Zusammentragung von Beweismaterial und zur Äußerung aller Handlungen für die Überstellung der Täter an die staatsanwaltlichen Behörden zu erteilen.

Was in der Praxis bei Polizeirevieren in Griechenland geschieht

Laut den Funktionären der ELAS legen viele Polizeibeamte den zu einschlägigen Anzeigen schreitenden Bürgern nahe, eine einfache Erklärung bezüglich des Verlusts abzugeben und sie angeblich zerstreut und nicht Opfer von Straftätern waren. Sie führen ihnen sogar an, „es reicht die formale, schnelle Ausfüllung von ein – zwei Erklärungen durch die Bürger aus und es werden umgehend die Vorgänge für den Ersatz der Ausweise, Reisedokumente, Kreditkarten usw. in Gang gesetzt„.

Weiter schreiten Polizeireviere in etlichen Fällen nicht zur Annahme von Anzeigen von Bürgern, sondern verzeichnen die Ereignisse als angebliche Streifen-Berichte der ELAS. Und somit werden die Straftäter wegen dieser Taktik der Polizeibeamten von den Straftaten „entlastet“.

Rangmäßig niedrigere Funktionäre der ELAS merken an, dass die Verfahren zur Verstärkung von Polizeistreifen, spezieller Dienststellen usw. bei vielen Polizeirevieren zu einem Kahlschlag geführt haben und es Fälle wie den in Keratsini gibt, wo es eine „Ausdünnung“ der Größenordnung von 30 – 50 % gibt und nicht nur keine Möglichkeit zur Bedienung von Bürgern besteht, aber auch ein einziger Polizeibeamte 50 Häftlinge bewacht.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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