Europäische Einlagensicherung ohne Griechenland?

10. Februar 2020 / Aufrufe: 215

Griechenlands Sparer könnten von der versprochenen europaweiten Einlagensicherung ausgeschlossen bleiben.

Die drastische Reduzierung sogenannter „roter“ Kredite behindert in Griechenland nicht nur die Finanzierung der Wirtschaft. Unter den heutigen Gegebenheiten vermag sie ebenfalls die Möglichkeit einer europäischen Absicherung der griechischen Bankguthaben zu entziehen.

Könnte wegen unzulänglicher Reduzierung der „roten“ Kredite bis 2024 den griechischen Sparern die paneuropäische Einlagensicherung vorenthalten werden? Unter den heutigen Gegebenheiten lautet die Antwort, dass es nicht unwahrscheinlich ist.

Griechenlands Banken sollen Außenstände rigoros reduzieren

Die sogenannten „systemischen“ Banken Griechenlands begegnen der größeren Herausforderung im Verhältnis zu jenen anderer Länder der Eurozone, einschließlich Italiens. Selbst wenn wir annehmen, dass sie bis 2022 und ohne Fehlschläge die nicht bedienten Außenstände gemäß den von ihnen gesetzten Zielen drastisch mindern werden. Hierzu sei angemerkt, dass es sich um den größten und schnellsten in der Eurozone verzeichnete Abbau nicht bedienter Außenstände handeln werden wird, wenn sie dies schaffen – wie es in einem signifikanten Grad die Rallye ihrer Aktien seit Anfang 2019 vorwegnimmt.

Es ist einleuchtend, dass die Reaktionen von Politikern und Anderen gegenüber „Werkzeugen“ – wie beispielsweise Verkäufen „roter“ Kredite, (Zwangs-) Versteigerungen – und die Bereitschaft / Möglichkeit selbiger Banken zu denken gibt. Wie bekannt ist, führt die Vollendung der Europäischen Bankenunion durch die Schaffung eines paneuropäischen Einlagensicherungsmechanismus, für den Deutschland gewisse strenge Bedingungen stellt.

Wie uns ein Analyst der Goldman Sachs in Erinnerung ruft, ist eine der signifikantesten Bedingungen die Reduzierung der nicht bedienten Außenstände auf 5 % der Gesamtkredite vor 2024 und auf 2,5 % nach Abzug der Rückstellungen. Es wird erwartet, dass in den nächsten Monaten ein Zwischenbericht veröffentlicht werden wird, der den an dieser Front erfolgten Fortschritt einschätzen wird.

Müssen Griechenlands Sparer um ihre Guthaben bangen?

Wie im Dezember 2018 die Gipfelkonferenz beschloss, ist die Reduzierung der problematischen Kredite eine Voraussetzungen für die Finanzierung des Einheitlichen Sanierungsfonds (Single Resolution Fund) durch den Europäischen Stabilitätsfonds (SMS) ab 2024. Dabei handelt es sich um den zweiten Pfeiler der Europäischen Bankenunion.

Es sei daran erinnert, dass die Krise der Eurozone die Signifikanz der Europäischen Bankenunion aufzeigte, da der Verlust des Vertrauens seitens der Anleger in manche Banken zu einer Liquiditätskrise führte, die im weiteren Verlauf zu einer Bonitätskrise wurde. Natürlich haben die Regierungen der Mitgliedstaaten versprochen, die Bankguthaben bis zu einem Betrag von 100.000 Euro schützen zu werden. Sollte jedoch eine neue Finanzkrise ausbrechen, werden Märkte und Anleger eventuell annehmen, dass manche Länder nicht die wirtschaftlichen Mittel haben um ihr Versprechen zu erfüllen..

Die Geschichte lehrt, dass solche Ereignisse eine massenhafte Abhebung von Guthaben von den Banken der schwächeren Länder zu initiieren vermögen. Die Schaffung eines paneuropäischen Einlagensicherungsmechanismus würde in einem solchen Fall als Sicherheitsventil fungieren. Wegen der bis 2024 geforderten drastischen und schnellen Reduzierung der „roten“ Kredite stellt die Teilnahme Griechenlands an einem solchen Mechanismus jedoch eine große Herausforderung dar. Sogar auch, wenn der „systemische“ Plan „Herkules“ ohne unangenehme Überraschungen umgesetzt wird.

(Quelle: euro2day.gr)

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