Vorsicht bei Gemeinschaftskonten in Griechenland

19. Januar 2020 / Aufrufe: 293

Wie Mitinhaber gemeinschaftlich geführter Bankkonten in Griechenland in steuerliche Abenteuer verstrickt werden können.

Eine neue Dimension gibt bei der Prüfung der Bankguthaben ein Urteil eines Athener Verwaltungs-Landgerichts, mit der es in die Fälle gemeinschaftlicher Bankkonten mit zwei oder mehr Mitinhabern eingreift.

Die Botschaft des Urteils des Landgerichts ist klar und fasst sich darin zusammen, dass alle Mitinhaber für Erklärungen zum Finanzamt zitiert werden, wenn festgestellt wird, dass auf das gemeinsame Bankkonto ein Betrag eingezahlt worden ist, der nicht durch die Einkommen und Aktivität der Mitinhaber gerechtfertigt wird.

Griechenlands Finanzamt knöpft sich gegebenenfalls alle Mitinhaber vor

Der konkrete Betrag gilt per se als „Vermögenszuwachs“ und Anlass für die Durchführung einer Steuerprüfung. Wenn der Sparer – Steuerpflichtige nicht die Legitimität des auf seinem Konto gefundenen Geld nachweist, wird er dafür mit Sätzen von bis zu 44 – 45 % besteuert, während auch eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung, aber auch Strafzuschläge ab dem Jahr verhängt werden, auf welches das Geld zurückgeführt wird. Falls auf einem gemeinschaftlichen Bankkonto ein nicht gerechtfertigter Betrag ausfindig gemacht wird, werden dann alle Mitinhaber zum Finanzamt bestellt und überprüft werden, gleich ob es sich um Verwandte oder Geschäftspartner handelt.

Spezieller führt das Urteil Nr. 13519/2019 der 3. Kammer des Verwaltungs-Landgerichts Athens (DPA) an, „für den auf das Gemeinschaftskonto fließenden und nicht aus von den Mitinhabern der Steuerverwaltung deklarierten Einkommen und auch nicht aus einer konkreten und hinreichend dokumentierten Quelle oder Ursache gedeckten Betrag kann unter Bewertung der Gesamtheit der Fakten und Umstände der Sache angenommen werden, dass er ein Einkommen des konkreten Mitinhabers des Kontos darstellt„.

Wie es erklärt, können in diesem Betrag der eventuelle Transfer dieses Betrags auf das umstrittene Konto von einem persönlichen Bankkonto seines überprüften Mitinhabers oder seine Einzahlung von diesem sowie auch Belastungen des umstrittenen gemeinsamen Bankkontos umfasst sein, wie der Transfer eines Geldbetrags von diesem Konto auf ein persönliches Bankkonto des überprüften Mitinhabers oder auf ein Bankkonto einer Personen- oder Kapitalgesellschaft, in der dieser Gesellschafter oder Anteilseigner ist, oder auf das Konto einer dritten Person, mit der dieser eine berufliche / wirtschaftliche Zusammenarbeit oder wirtschaftlichen Verkehr hat, oder der Abzug von Geldern von dem Gemeinschaftskonto für die Deckung von Käufen, die mittels der Debit- oder Kreditkarte des konkreten Mitinhabers erfolgten, oder einer anderen Aufwendung für den Erwerb seinerseits von dinglichen Rechten oder schuldrechtlichen Ansprüchen.

Was in Griechenland für Gemeinschaftskonten verwandter Personen gilt

Was Gemeinschaftskonten führende Verwandte betrifft, stellt das Urteil des DPA Folgendes klar, was von Bedeutung ist:

Außerdem befreit die eventuelle wirtschaftliche Unterstützung zwischen verwandten Personen oder / und die gemeinschaftliche Verwaltung ihres Vermögens mittels der Führung gemeinsamer Bankkonten diese Personen nicht von der Last, der Steuerverwaltung (im Rahmen der Steuerprüfung oder im Stadium der vorherigen Anhörung und – im weiteren Verlauf – des in der Steuerverfahrensordnung (KFD) vorgesehenen Widerspruchsverfahrens) angesichts der Umstände plausibel und hinreichend belegte Erklärungen über ihre einschlägigen wirtschaftlichen Handlungen und Beziehungen und die Vermögenslage eines jeden von diesen zu gewähren, die sich aus den signifikante Geldbeträge betreffenden Bewegungen der vorstehenden Bankkonten ergibt, damit von der Verwaltung (und im Fall eines Rechtsstreits weiter von dem Verwaltungsgericht) die eventuelle Geburt steuerlicher Verpflichtungen (auf Basis der Gesetzgebung über Einkommensbesteuerung oder / und andere Steuern) zu Lasten welcher der in Rede stehenden Personen erforscht und Entstehungszeit und Höhe der entsprechenden steuerlichen Verpflichtung bestimmt werden (siehe auch StE 1897/2018).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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