ESM senkt Griechenlands Verschuldung

11. Januar 2020 / Aufrufe: 350

Auf Beschluss des Europäischen Stabilitätsmechanismus wird Griechenlands Verschuldung um 122,15 Millionen Euro reduziert.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) gab am 09 Januar 2020 zur Erleichterung der griechischen Verschuldung eine neue Maßnahme bekannt, die im Anschluss an den positiven Beschluss der Eurogruppe des vergangenen Dezembers kommt.

Konkret beschloss laut der einschlägigen Bekanntmachung der Vorstand der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF), als Teil der mittelfristigen Maßnahmen zur Entlastung der Verschuldung Griechenlands die Beschleunigung der Zinssatzspanne auf die griechischen Kredite für die Periode zwischen 17 Juni und 31 Dezember 2019 auf Null zu senken. Der Gewinn für Griechenland aus der besagten Senkung beläuft sich auf 122,12 Mio. Euro.

ESM und EFSF sind Griechenlands größte Gläubiger

Außerdem wird in Erinnerung gerufen, dass im Rahmen der Maßnahmen zur Erleichterung der griechischen Verschuldung der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) – als Vertreter der Mitgliedstaaten der Eurozone und nach deren Genehmigung handelnd – am 20 Dezember 2019 an Griechenland einen Transfer in Höhe von 644,42 Mio. Euro aus den Gewinnen der europäischen Zentralbanken aus den griechischen Anleihen (SMP / ANFA) verwirklicht hatte.

Nach dem Ende des ESM-Programms im August 2018 verpflichtete Griechenland sich, die Umsetzung grundlegender Reformen fortzusetzen. Die Senkung des Gleitzinssatzes sowie auch die Freigabe der SMP- / ANFA-Gewinne zeigt, dass die griechische Regierung ihren Reformzusagen entsprach„, erklärte der geschäftsführende ESM-Vorstand und EFSF-CEO Klaus Regling und merkte an, „der weitergehende Fortschritt bei der Realisierung der Reformationen trug zu der wirtschaftlichen Erholung Griechenlands bei„. Abschließend meinte Klau Regling, „mit mehr als 190 Mrd. Euro an anhängigen Krediten sind EFSF und ESM der größte Gläubiger Griechenlands und es liegt in unserem gegenseitigen Interesse, dass Griechenland eine erfolgreiche und blühende Wirtschaft wird„.

Die besagte Maßnahme betrifft die Kredittranche in Höhe von 11,3 Mrd. Euro im Rahmen der Finanzierung der EFSF an Griechenland (das zweite griechische Programm), die 2012 für den Verschuldungsaufkauf verwendet wurde.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. HJM
    11. Januar 2020, 17:03 | #1

    Ist zwar nicht überwältigend, aber doch ganz nett. Wird aber nicht in das Weltbild einiger passen.

  2. GR-Block
    12. Januar 2020, 20:22 | #2

    Auf Beschluss des Europäischen Stabilitätsmechanismus wird Griechenlands Verschuldung um 122,15 Millionen Euro reduziert.“ – Genau nach (vertraulicher) Absprache. Jetzt, wo die Wogen geglättet sind, außenpolitische Probleme im Mittelpunkt stehen, kann man nun die Wahrheit heraus lassen. Es wird kaum jemand kommentieren. Das „Enfant terrible“, Finanzminister Varoufakis, wollte die Sau schon 2015 raus lassen, hatte aber die gesamte EU gegen sich – auch die Athener EU – und zog deshalb vor, ehrenhaft abzutreten anstatt die Schweinerei ohne Aufklärung der 500 Mio durchzuziehen.
    Und selbstverständlich war die Rückgabe der Zinsprofite der EU-Länder auch vorgesehen. Sie entstanden wegen des Deals zwischen der Rest-EU mit den jeweiligen Athener EU-Partnern zur Veruntreuung europäischer Steuergelder. Die Zinsrückgabe wurde im Rahmen des ersten (virtuellen) Kreditpakets schon einmal durchexerziert.
    Der einzig reale Kredit war der vom IWF, und der kostete reale Zinsen. Immerhin konnte Tsipras nach dem Hickhack in der EUROGROUP die Rückzahlung dieses IWF-Kredits beschleunigen. Ohne Varoufakis wäre das politisch nur schwer durchsetzbar gewesen.

Kommentare sind geschlossen