Berlin schließt Griechenland von Libyen-Konferenz aus

15. Januar 2020 / Aufrufe: 556

Griechenland wurde von Berlin nicht zur Konferenz über die Zukunft Libyens eingeladen.

Griechenland bleibt von der Konferenz in Berlin über die Zukunft Libyens trotz des explizit von Athen gestellten Ersuchens ausgeschlossen, daran teilzunehmen.

Die Gründe, aus denen die deutsche Seite keine Einladung an Athen zu richten beschloss, sind noch nicht klargestellt worden, jedoch ruft allein der Umstand als solcher Verwunderung hervor, zumal es sich um einen traditionellen europäischen Verbündeten handelt.

Berlin setzt sich für ein „souveränes“ Libyen ein …

Die Organisation einer Konferenz unter dem Schirm der Vereinten Nationen zur Findung einer politischen Lösung in der Krise in Libyen gab am Dienstagnachmittag (14/01/2020) die deutsche Regierung bekannt. Die Konferenz soll am kommenden Sonntag, dem 19 Januar 2020, in Berlin stattfinden.

Laut der Bekanntmachung der Bundeskanzlerin Angela Merkel sind zu der Konferenz die USA, Russland, Britannien, Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, die Republik Kongo, Italien, Ägypten, Algerien und die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Arabische Allianz eingeladen worden. Weiter erhielten eine Einladung zur Teilnahme auch der Premierminister Libyens Fayiz as-Sarradsch und der Feldmarschall Chalifa Haftar.

Wie die deutsche Regierung anführt, hat Berlin seit September 2019 gemeinsam mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, und dessen Sonder-Delegierten für Libyen, Ghassan Salamé, quasi eine „Gastgeberrolle“ für einen Beratungsprozess übernommen. Ziel des Verfahrens sei, mit einer Gruppe von Staaten und internationaler Organisationen die Bemühungen der UN um ein souveränes Libyen und die Milderung des Leidens im Inneren des Landes zu unterstützen.

Griechenland möchte, darf aber nicht „mit den Wölfen heulen“

Es sei angemerkt, dass – wie am Dienstagmorgen (14/01/2020) der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas bekannt machte – die griechische Seite ein Ersuchen gestellt hatte, an der Initiative Berlins bezüglich Libyens teilzunehmen.

Nach dem sich auf das Thema Libyens beziehende Verfahrens in Berlin gefragt, führte Stelios Petsas spezieller an, die griechische Regierung „unternimmt jede Bemühung zur Involvierung in jedwedem Versuch einer politischen Lösung in Libyen, und deswegen hatten wir gewünscht, an dem Verfahren in Berlin teilzunehmen„. Weiter ergänzte und merkte er an:

Wir zählen nicht zu den von Anfang an dem Prozess partizipierenden Staaten, es sind andere, zu beantworten haben, warum nicht auch wir dabei sind. Wir haben in letzter Zeit dermaßen viele Initiativen entwickelt, dass niemand sagen kann, Griechenland sei absent. Gleich ob auf Ebene des Premierministers oder des Außenministeriums […] Ich wiederhole, dass die politische Lösung in Libyen die auch von der EU vorgezogene ist und wir nicht die militärische Lösung wollen. Und wir werden alles Mögliche sowohl zur Sicherstellung des Friedens als auch zur Verteidigung unserer Souveränitätsrechte unternehmen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

KategorienPolitik
Tags: ,
  1. Kleonie
    15. Januar 2020, 08:23 | #1

    auch ein Hr. Mitsotakis wird von den Wirtschaftsvögten nur dann eingeladen, wenn diese einen Nutzen davon tragen. Zudem darf der bequeme Flüchtlingsparkplatz auf den griechischen Inseln nicht gefährdert werden. Und die Türkei ist dabei, weil sie von der EU die Flüchtlinge durch das unselige Abkommen mit dem Sultan, als Faustpfand für immer neue Erpressungen – auf Kosten Griechenlands – serviert bekamen :/

  2. HJM
    16. Januar 2020, 00:03 | #2

    Falls die Einladungsliste korrekt wiedergegeben ist, dann beanspruchen D, F, und GB eine Sonderrolle innerhalb der (ebenfalls eingeladenen) EU. Im übrigen fehlt auch I(talien), was angesichts seiner historischen Verwicklung (vorsichtig formuliert) in und mit Libyen schon erstaunlich ist. Der Sultan lädt sich – wo es nur geht – selbst ein. Dafür schickt er sogar Militär.

Kommentare sind geschlossen