Verbündete lassen Griechenland hängen

5. Dezember 2019 / Aufrufe: 1.120

NATO, EU und Deutschland lassen Griechenland gegenüber der Türkei im Stich und die Regierung ist angesichts der ernsthaften nationalen Krise hilflos.

Auf die rohen Drohungen der Türkei bezüglich der Anzweiflung der griechischen Souveränität, einer „Invasion“ und der willkürlichen Nutzung des griechischen Festlandsockels antwortet die Regierung unter Kyriakos Mitsotakis mit einer Internationalisierung der Krise und vermeidet, klare Botschaften an die andere Seite der Ägäis zu schicken.

Die Weiterleitung an NATO und Europäische Union mag richtig sein, die Resultate sind jedoch dürftig. Es werden nur Erklärungen über guter Absichten und … Sympathiebekundungen eingenommen. Hinsichtlich der Essenz zeigt zumindest bisher absolut nichts eine starke Front für Griechenland und gegen die Türkei.

Griechenland steht gegenüber der Türkei allein da

Beginnen wir mit den befreundeten und verbündeten USA. Griechenland hat in den letzten Jahren „Erde und Wasser“ gegeben. Für die überlassenen Militärbasen und gebotenen Erleichterungen hat es von den USA jedoch nicht die geringste Gegenleistung erhalten. Donald Trump „streichelt“ trotz der Reaktionen aus seinem Land den Terroristen Erdogan. Was macht es schon aus, dass die Türkei die S-400 geliefert bekam, damit droht, auch moderne Kampfflugzeuge von Russland zu beziehen, die Amerikaner in der Sache Syriens ignoriert, mit traditionellen Verbündeten Washingtons wie Israel kollidiert ist? Die USA des Donald Trump rollen einen „roten Teppich für den „Sultan“ aus und vermeiden, ihn am Ohr zu ziehen.

Gehen wir zur Europäischen Union. Also jener EU, die von den Lüsten Deutschlands geleitet wird und nach dessen Pfeife tanzt … . Und Berlin „streichelt“ ebenfalls die Türkei und stellt sich gegen die Sanktionen gegen das Erdogan-Regime quer. Griechenland und Zypern bitten seit Monaten um Maßnahmen gegen die Türkei, die einen neuen „Attila / Hunnensturm)“ zur Umsetzung gebracht hat, indem sie in die zypriotische Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) eindringt, illegal Bohrungen durchführt und die Erdölgesellschaften davon abbringt, wie von Nikosia lizenziert die Kohlenwasserstoff-Lagerstätten zu erschließen. Maßnahmen sehen sie jedoch keine.

Griechenland muss seine Interessen selbst verteidigen

Das einzige, was die Europäische Kommission unternimmt, ist, zur Respektierung des Internationalen Rechts aufzurufen. Abgesehen davon gar nichts – und die Türkei kümmert sich einen feuchten Kehricht um sie. Nur Frankreich zeigt etwas Format. Und kommen wir zu den befreundeten und verbündeten östlichen Mittelmeerländern. Das Ägypten des Generals Al-Sisi vermeidet trotz des Umstand, dass es ausgezeichnete Beziehungen zu Griechenland entwickelt hat und Erdogan feindlich gesinnt ist, für die AWZ-Festsetzung zu plädieren.

Der Griechische Außenminister Nikos Dendias mag bei seinem Besuch in Kairo auf offene Ohren gestoßen sein, sein ägyptischer Amtskollege enthielt sich jedoch gemeinsamer Erklärungen, was Athen zu Denken gab. Die Äußerungen bezüglich der Untersuchung einer gemeinsamen AWZ durch technische Stäbe beider Länder ist eine Zusage, die etliche Male wiederholt worden ist. Beunruhigung ruft ebenfalls die Haltung Israels hervor – es meldete sich nicht um das Memorandum zwischen der Türkei und Libyen zu verurteilen.

Die Internationalisierung der von der Türkei provozierten Krise zu Lasten der Souveränitätsrechte Griechenlands im östlichen Mittelmeer ist gut, die griechische Regierung hat jedoch zu begreifen, dass nur sie selbst ihre Interessen zu verteidigen vermag. Sie verfügt über starke Streitkräfte, die Geschichte hat allerdings bewiesen, dass die politischen Führungen in den letzten Jahren anstatt der Entschlossenheit die Nachgiebigkeit bevorzugten.

(Quelle: dimokratianews.gr)

Israel spricht Griechenland seine Unterstützung und Solidarität aus

Bezüglich des Vorgehens der Türkei im Mittelmeer erklärte Israel derweilen Griechenland seine volle Unterstützung und das israelische Außenministerium führte in einem Post auf Twitter an:

Israel beobachtet beunruhigt die jüngsten Schritte der Türkei im Mittelmeer. Die Ignorierung des internationalen See-Gewohnheitsrechts vermag den Frieden und die Stabilität in der Region in Gefahr zu bringen. Israel wiederholt seine völlige Unterstützung und Solidarität an Griechenland in Bezug auf dessen Seegebiete und seinen Einwand gegen jeden Versuch einer Verletzung dieser Rechte. Israel misst seiner Zusammenarbeit mit Griechenland große Bedeutung zu.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. 6. Dezember 2019, 23:04 | #1

    Das Totalversagen der EU! Ein nutzloser Haufen von Heuchlern und Lobbyisten angeführt von Deutschland! So verteidigt man also seine Grenzen! Griechenland muss ein zweites Israel werden, militärisch und politisch, sonst sehe ich schwarz.

  2. Jupiter
    9. Dezember 2019, 19:01 | #2

    Griechenland sollte sich an Ungarn ein Beispiel nehmen. Karren sie 2000 Flüchtlinge an den Athener Bahnhof, lassen sie sie 3 Tage oder eine Woche lange unter internationaler Beobachtung kampieren und dann setzen sie sie in die Züge nach Deutschland.
    Deutschland hat aktuell Platz für 30.000 Flüchtlinge. Viele Städte und Gemeinde erklären ihre Bereitschaft Flüchtlinge aufzunehmen. Allerdings streubt sich der CSU-Innenminister.

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