Industrieschnee in Griechenland

11. Dezember 2019 / Aufrufe: 274

In Griechenland ist weitgehend unbekannt, was Industrieschnee ist und welche Gebiete potentiell beeinflusst werden.

Sogar in Griechenland ist der fallende Schnee manchmal nicht natürlich, sondern künstlich oder „industriell“, weil zu seiner Entstehung außer den geeigneten Wetterbedingungen auch die Industriebetriebe – speziell Elektrizitätswerke – … ihr Händchen im Spiel haben.

Wie die Forscher Stavros Ntafis und Kostas Lagouvardos von meteo der Nationalen Sternwarte Athens (NOA) erklären, ist in anderen Ländern das Phänomen des künstlichen bzw. industriellen Schneefalls nicht selten.

Wie Industrieschnee entsteht

In der Vergangenheit ist besagtes Phänomen in vielen Ländern beobachtet worden, die einem Luftverschmutzungsproblem begegnen, wie Frankreich, Holland, Deutschland, USA, Kanada, China und Russland. In außerordentlichen Fällen ist ein Industrie-Schneefall sogar über etliche Tage beobachtet worden, wie in den USA, wo die Schneeschicht am Boden eine Höhe von vier Zentimetern erreichte und es natürlich nicht möglich war, aus den Prognose-Modellen vorhergesehen zu werden.

In Griechenland„, betonen die Wissenschaftler von NOA-meteo, „ist sehr wahrscheinlich, dass das Phänomen in den Tiefebenen von Ptolemaida und Megalopoli, wo Elektrizitätswerke betrieben werden, in Erscheinung getreten ist„.

Was den Mechanismus der Entstehung des künstlichen Schnees betrifft, führt in den sternklaren Winternächten mit Windstille das Gefrieren der Bodenoberfläche zur Abkühlung der darüber liegenden Luftschicht und in zunehmender Höhe zu einer Temperaturerhöhung. Dieses Phänomen nennt man Temperaturumkehr und ist auch in Griechenland sehr häufig.

Wenn während der Dauer der Temperaturumkehr die Luft mit Wasserdämpfen gesättigt ist, entsteht ein Nebel, und wenn die Lufttemperatur unter Null Grad liegt, nennt man ihn „Eisnebel“. Werden währenddessen der gesättigten Luftschicht zusätzliche Dampfmengen zugeführt, wie beispielsweise von den Elektrizitätswerken, die (Wasser-) Kühltürme haben, führt dann die Übersättigung zur Entstehung von Anlagerungen an Schwebeteilchen und zum weiteren Anstieg der Masse der gefrorenen schwebenden Nebeltröpfchen. Das hat die Entstehung eines künstlichen Schneenebels zur Folge, dessen Entstehung sich in nichts von den natürlichen Schneenebeln unterscheidet.

Je mehr wegen der atmosphärischen Luftverschmutzung die Aerosole sind, desto leichter entstehen die Schneeflocken und der Schneefall am Boden. Weil diese Art der Schneeflocken in sehr dünnen Nebelschichten etwas über dem Boden (100 bis 200 Meter), schaffen sie jedoch nicht, eine sechseckige Dendriten-Form zu entwickeln und haben die Form einer ein bis zwei Millimeter großen Nadel.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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