Griechenland will Viber und WhatsApp hacken

16. Dezember 2019 / Aufrufe: 333

Geheimdienst und Polizei in Griechenland wollen mithilfe teurer Software die im Internet über einschlägige Plattformen erfolgende Kommunikation direkt abzuhören beginnen.

Griechenlands Geheimdienst (EYP), aber auch die griechische Polizei (ELAS) streben an, ein sehr teures System zu erwerben, das den Zweck hat, Viber, WhatsApp und dutzende andere Anwendungen zur Kommunikation über das  Internet direkt abzuhören zu beginnen.

Laut der Reportage von Vasilis Lampropoulos in der griechischen Zeitung „Vima“ begab sich Ende Oktober 2019 ein Stab von Funktionären der EYP nach England, wo sie eine Präsentation eines solchen Systems verfolgt zu haben scheinen, während ein entsprechendes Interesse ebenfalls von Dienststellen der ELAS, wie der Direktion für Verwaltung von Informationen, aber auch dem Antiterror-Dienst besteht.

Griechenland hebelt Fernmeldegeheimnis systematisch aus

Über ähnliche (Abhör- und Spionage-) Systeme verfügen die USA, Britannien, Frankreich und viele andere Länder. Es wird erwartet, dass die seitens der Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten von absoluter Priorität beurteilt wordene Beschaffung dieser Systeme die Gegebenheiten in den Ermittlungen zur Zerschlagung krimineller Organisationen verändern wird, die sich für ihre Kommunikation zu 70 – 80 % derartiger Internetanwendung bedienen.

Etwas solches wird aber auch die Kommunikationsweise hunderttausender Bürger verändern, die sich in dem Bewusstsein hegend, dass bis heute keine Möglichkeit zur Abhörung von Viber & Co existierte, die konkreten Internet-Plattformen für Gespräche vertraulichen Charakters und den Austausch von Dateien und anderen Daten nutzten.

Zusätzlich wird auch der Erwerb spezieller Softwaren letzter Technologie wie „Pegasus“ einer israelischen Firma untersucht, die im Ausland auf breiter Basis von Spionage-Abwehrdiensten verwendet wird, damit mittels der Entsendung von Nachrichten das verdächtige Telefon „verwanzt“ wird und alle Bewegungen aufgezeichnet werden, die der Benutzer aus jedweder Anwendung auf dem infizierten Mobiltelefon tätigt.

Auf der anderen Seite wird vielleicht aus formalen und rechtlichen Gründen eine Schwierigkeit in der gerichtlichen Verwendung derartiger abgehörter Fakten entstehen, weil die Provider dieser Anwendungen hauptsächlich Firmen mit Sitz in den USA und anderen Ländern sind.

Jedenfalls schritten in Griechenland Polizei (ELAS) und Geheimdienst (EYP) mit den drei Systemen zur Abhörung der Mobilfunknetze im Jahr 2018 zu 14.513 Aufhebungen des Telekommunikations-Geheimnisses, wovon 11.113 unter Berufung auf die nationale Sicherheit im Express-Verfahren, also mit geringen Spielräumen für eine weitere Überprüfung der staatsanwaltlichen Anordnungen erfolgt sind.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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