Griechenland: Memoranden schaden … den Zähnen

21. Dezember 2019 / Aufrufe: 279

Die Krise zwang viele Bürger Griechenlands, ihre Mundgesundheit mit der Gefahr zu vernachlässigen, ernsthafte Komplikationen zu erleiden.

Bekanntlich ist der Zustand der Mundgesundheit ein Kriterium des Zivilisationsniveaus des Menschen und laut der Weltgesundheitsorganisation stellt die Vorsorge eine Investition für die Gesellschaft dart. Die wirtschaftliche Krise „stahl“ jedoch sogar auch das strahlende Lächeln der Griechen.

Leider hat die Krise viele Bürger Griechenlands im Bereich der Gesundheitsdienste allgemein und noch mehr auf dem Sektor der zahnärztlichen Versorgung zu unzulässigen und gefährlichen Abstrichen geführt.

Griechenland verweigert Bürgern Dentalversorgung

Dies erscheint offenkundig aus den Angaben der ELSTAT, die den dramatischen Rückgang der Aufwendungen der privaten Haushalte für zahnärztliche Dienste zeigen. Wie Athanasios Devliotis, Vorsitzender des Griechischen Zahnarztverbands (EOO) gegenüber der Zeitung „Dimokratia“ anführt, sanken die Ausgaben für zahnärztliche Versorgung von 1,9 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf 715 Mio. Euro im Jahr 2015:

Es wird verständlich, dass die Haushalte für zahnärztliche Versorgung kein Geld mehr haben, die Griechen vernachlässigen ihre Mundgesundheit ernsthaft, weisen viele geschädigte Zähne und verschiedene dentale Probleme auf, die natürlich größere Auswirkungen auf ihre gesamte Gesundheit und oft sogar auch auf ihr selbiges Leben, aber auch größere Kosten haben, um ihnen zu begegnen.

Laut Athanasios Devliotis müsste die zahnärztliche Versorgung von dem öffentlichen Versicherungssystem geboten werden. „Diese Verpflichtung ist selbstverständlich. Existenz und Funktion des Versicherungssystems verstehen sich nicht ohne die Deckung der Aufwendungen zahnärztlicher Versorgung. Der Staat und folglich das Gesundheitssystem haben ihre nicht nur grundgesetzlichen, sondern allem voran auch humanitären Pflichten gegenüber der zahnärztlichen Behandlung der Bürger vernachlässigt. Sie stellen eine fundamentale Aufgabe des Staats dar, der sie diachronisch und systematisch seit ungefähr 40 Jahren verletzt, in denen von dem Gesundheitssystem Griechenlands keine Dentalversorgung erbracht wird.

Der EOO und die Zahnarztkammern des Landes haben diese sich hinziehende Lage wiederholt moniert, während der Verband in der Vergangenheit einen Protestschreiben auch an die griechischen Abgeordneten gerichtet hat.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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