Heiliger Krieg Moskaus gegen Griechenland

5. November 2019 / Aufrufe: 518
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Russlands Orthodoxe fährt wegen des Themas der ukrainischen Kirche schwere Geschütze gegen die Orthodoxe Kirche Griechenlands auf.

Nach dem Beschluss zur Anerkennung der Autokephalie der Ukrainischen Kirche durch die Kirche Griechenlands brach auch offiziell ein „heiliger Krieg“ zwischen dem Patriarchat Moskaus und der Griechischen Kirche aus.

Die ersten Vergeltungsmaßnahmen der Russen begannen ab dem am vergangenen Sonntag (03 November 2019) bei dem in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau zelebrierten Gottesdienst. Dort hörte der Patriarch Kyrill auf, nach dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus auch des Erzbischofs Hieronymus zu gedenken.

„Schwarze Liste“ mit Kathedralen in Griechenland!

Einen ersten Geschmack von den aus Russland folgen werdenden Vergeltungsmaßnahmen hatte schon der Metropolit Pitirim von Wolokolamsk und Jurjew mit der Bekanntmachung der Absicht der Russisch Orthodoxen Kirche gegeben, die Eucharistiefeier mit Griechenlands Erzbischof Hieronymus einstellen zu werden.

Die Reaktion der Russen hört jedoch hier nicht auf, da Informationen zypriotischer Medien zufolge das Moskauer Patriarchat bereits eine Liste mit Bistümern der Griechisch Orthodoxen Kirche erstellt, die seitens der Russischen Kirche nicht für einen Besuch empfohlen werden. Auf diese Weise schafft es praktisch eine „schwarze Liste“ griechischer Kathedralen.

Außerdem hatte der Synod der Russisch Orthodoxen Kirche klargestellt, keine Pilgerreisen in jene Bistümer segnen zu werden, deren Erzbischöfe mit Vertretern der neuen / autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine in eine funktionale Gemeinschaft eintreten werden.

Eine Reaktion wegen der Einstellung des Gedenkens des Erzbischofs Hieronymos durch den Patriarchen Moskaus gab es auch seitens des Erzbischofs Chrysostomos von Zypern, der laut einer Bekanntmachung das Verhalten des Patriarchen als unmöglich charakterisierte.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. karnapas
    5. November 2019, 18:05 | #1

    Das wird ja wohl hoffentlich nicht in einem Kreuzzug enden. (Sarkasmus aus)

  2. GR-Block
    5. November 2019, 21:34 | #2

    Aaah …?! Nach dem westlichen Schisma 1054 des 4. deutschen Bischoffs von Rom, Brun Graf von Egisheim-Dagsburg (sog. Papst Leo IX.) scheint jetzt die Reihe an seinem Kollegen Kyrill in Moskau zu sein. Auch er will entgegen dem demokratischen Wunsch der lokalen ukrainischen Christengemeinden seinen Machtbereich (zumindest) erhalten.

    In den 11 Jahren gewaltsamer Okupation des römischen Bischoffsitzes (bis 1058) hatten 5 deutsche Adlige gegen den Wunsch und ohne kirchenübliche Wahl durch die Römer deren Patriarchat als Instrument gegen Konstantinopel benutzt.
    Damals hatte der Deutsche seinen Kollegen, den Ökumenischen Patriarchen herausgefordert und den Bann gegen Michael I. verhängt. Dieser war nicht faul und sandte ebenfalls einen Bannstrahl an den Kollegen zurück. Bruns Nachfolger jedoch Gebhard von Eichstätt und Friedrich von Lothringen interpretierten die gegenseitige persönliche Verbannung als Schisma der zahllosen christlichen Gemeinden in zwei große Lager (ein großes und ein kleines). Danach beanspruchten sie frech, dass sie – die Minderheit – eigentlich die „ganze“ Kirche seien und gründeten in den großen Zentren der Christenheit kleine „katholische“ Gegen-Patriarchate als Konkurrenz zu den alteingesessenen einheimischen. Weil das aber dem Wunsch der Gemeinden nicht entsprach, verkümmerten jene, sodass schließlich im 20. Jahrhundert der Ökumenische seinen römischen Kollegen überzeugte, das sinnlose Unterfangen endlich zu beenden, alle Christen unter seinen Talar zu bringen. Und weil nach zwei Weltkriegen die Völker empfänglich für jeglicher Art von Vereinigung waren (NATO, EWG, Ökumene…), war auch der Italiener Papst Paul VI. sofort dabei. Er besuchte Athinagoras in Konstantinopel, der wenige Monate später Paul im Vatikan besuchte. Dann wurden die katholischen Parallel-Patriarchate schließlich zurückgezogen.

    Auch der Moskauer Kollege wird begreifen müssen, dass die Kirchen von ihren Gemeinden bestimmt werden, nicht von der Hierarchie. Denn die braucht, wie von den alten Griechen konzipiert, früher oder später demokratische Zustimmung, selbst wenn es wieder 1000 Jahre dauern wird und zweier Weltkriege bedarf.

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