Handelskrieg trifft Griechenlands Käse und Pfirsiche

7. Oktober 2019 / Aufrufe: 458

Die im Handelskrieg der USA gegen die EU verhängten Strafzölle bedeuten für Exporte von Fetakäse, Käseprodukten und Pfirsichen aus Griechenland einen herben Schlag.

Die Sanktionen Donald Trumps gegen die EU beeinträchtigen griechische Exporte in Höhe von 58 Mio. Euro und die griechischen Erzeuger senden ein Notsignal. Von den Zöllen, welche die Vereinigten Staaten von Amerika gegen die Europäische Union verhängten, sind Exporte … mit griechischem Stempel in Höhe von 58 Mio. Euro bedroht.

Obwohl für Griechenland Olivenöl, Oliven und Weine im Gegensatz zu anderen Ländern wie Spanien, Deutschland und das Vereinigte Königsreich von der Liste der Sanktionen ausgenommen wurden, gelangte das griechische Nationalprodukt, sprich der Feta-Käse in das Visier der USA. Schwer ist der Schlag aber auch für die griechischen Pfirsicherzeuger, die Kompotte im Wert von über 36 Mio. Euro auf die andere Seite des Atlantiks exportieren.

Trump nimmt Griechenlands Käse und Pfirsiche ins Visier

Auf der von dem Büro des amerikanischen Handelspräsentanten (USTR) veröffentlichten Liste der Produkte, für die ab dem 18 Oktober 2019 Zollabgaben von 25 % gelten und Erhöhungen bei den Produktpreisen herbeiführen werden, befinden sich griechischer Käse und seine Surrogate, Joghurt, Butter, Pfirsichkompotte, Orangen, Zitronen und Schweinefleisch.

Griechenlands grundlegenden auf den amerikanischen Markt ausführbare Produkte sind jedoch Feta-Käse und sogenannte Industrie-Pfirsiche (Kompotte). Die Feta-Exporte in die USA werden auf 16,8 Mio. Euro veranschlagt, während die Mengen anderer Molkereiprodukte vernachlässigbar sind. Wie der Vorsitzende des Verbands Griechischer Milchwirtschafts-Industriebetriebe (SEVGAP), Christos Apostolopoulos, gegenüber der Zeitung Eleftheros Typos (E.T.) anführt, „ist das Paradoxe, dass derzeit in Amerika und Kanada ein europäisches Programm zur Promotion des Feta-Käses läuft, damit der konkrete Markt erschlossen wird. Mit der Verhängung der Zölle wird nun der Markt geschlossen anstatt erschlossen zu werden, weil das Produkt teurer sein wird.

USA verpassen Griechenlands Pfirsichen den „Gnadenschuss“

Was die sogenannten „smpyrina“ (sprich für die industrielle Weiterverarbeitung vorgesehenen) Pfirsiche betrifft, spricht der Verband der Konservenhersteller Griechenlands von einem „Gnadenschuss“ für die inländische Pfirsichproduktion. Wie er in einer Bekanntmachung anführt, „ist der Markt der USA für das Pfirsichkompott außerordentlich bedeutend, da der Wert der Importe griechischer Herkunft sich bei 50 Mio. Dollar (36,4 Mio. Euro) bewegt. In der Regel werden die in die USA exportierten Kompotte mit speziellen Spezifikationen produziert und somit gibt es keine alternativen Möglichkeiten für ihren Vertrieb. Noch schlimmer ist, dass der Beschluss direkt nach dem Ende der diesjährigen Produktionsperiode kam und die Kompott-Industriebetriebe, die in ihren Lagern große Bestände an Produkten für Amerika haben, in eine sehr schwierige Lage brachte.

Weiter fügte der Verband an, die Pfirsichanbaugebiete und speziell Pellas und Imathia seien Opfer der weltweiten Handelsbeziehungen geworden und begegnen mittlerweile unüberwindlichen Problemen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken wert, dass sich auch das Embargo gegen Russland für Tafelpfirsiche immer noch in Kraft befindet. Die Branche wartet auf die Intervention der politischen Führung zur Ergreifung von Maßnahmen, damit die Folgen der Verhängung von Zöllen auf die griechischen Pfirsiche beschränkt werden.

Der Generaldirektor der „Venus Growers“, Stelios Theodoulidis, erklärte gegenüber der „E.T.“, „wir wollen schauen, ob die Möglichkeit zu einer Intervention besteht, damit der Zoll von 25 % gesenkt wird oder ob er auf nächstes Jahr verschoben werden kann, da für uns gerade jetzt die Produktionsperiode vollendet wurde und zusätzlich der Markt der USA allein aus der inländischen Produktion nicht gedeckt werden kann„. Wie er unterstreicht, erwartete die Branche, von der Verhängung von Sanktionen angesichts des Umstands ausgenommen zu werden, dass Griechenland 45 % der weltweiten Industriepfirsich-Exporte kontrolliert.

Olivenöl aus Griechenland blieb bisher von US-Strafzöllen verschont

Informationen der „E.T.“ zufolge sucht die griechische Regierung bereits nach diversen Wegen, damit die Pfirsich-Kompotte von dem inländischen Markt abgenommen und die Verluste für Konservenhersteller und Erzeuger so sehr wie möglich reduziert werden.

Außerhalb der Zoll-Liste blieben das griechische Olivenöl, dessen Exporte in die USA jährlich 90 Mio. Euro tangieren, die Tafel-Oliven und die einheimischen Weine mit Exporten bei 12 Mio. Euro. Um die Ausnahme des Olivenöls soll sogar der Premierminister Kyriakos Mitsotakis bei einem persönlichen Treffen gebeten haben, das er Anfang September 2019 mit dem amerikanischen Handelsminister Wilbur Ross hatte. Gegen das größte Olivenöl produzierende Land, sprich Spanien, wurden dagegen Zölle von 25 % verhängt.

(Quelle: eleftherostypos.gr, Autorin: Gogo Katseli)

  1. Kleoni
    7. Oktober 2019, 11:21 | #1

    Wenn es um Militärbasen geht, kommt Hr. Pompejo höchstpersönlich um die „Amerika first“ Interessen vertraglich abzusichern, und im gleichen Moment verhängt sein Dienstherr Trump ruinöse Strafzölle gegen Griechenland. Das ist typisch Trump: er benutzt / missbraucht ein Land so lange er es braucht und macht es noch abhängiger, indem er griechische Produkte mit hohen Strafzöllen belegt.

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