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Griechenlands Unternehmer müssen wirkliche Kapitalisten werden

1. Oktober 2019 / Aufrufe: 523

Unter Griechenlands Unternehmern herrscht nach wie vor die Mentalität vor, Verluste sozialisieren und Gewinne privatisieren zu können.

Griechenlands Unternehmer aller Branchen haben zu lernen, nicht jedes Mal, wenn das von ihnen eingegangene unternehmerische Risiko nicht „aufgeht“, die Sozialisierung ihrer Verluste auf Kosten der Steuerzahler zu verlangen.

Der Zusammenbruch der Thomas Cook und die Weise, auf welche die in Griechenland Involvierten reagierten, bietet eine erstklassige Gelegenheit, dass sich alle (Regierung, Hoteliers und andere) selbst im Spiegel betrachten und diverse nützliche Rückschlüsse ziehen.

Lassen wir uns mit den Regierungen beginnen.

England verweigerte der Thomas Cook eine Rettung mit Steuergeldern

Während der Dauer des ihn nach New York zur Generalkonferenz der UN bringenden Flugs gestand der britische Premierminister Boris Johnson ein, seiner Regierung sei ein Ersuchen bezüglich einer Bezuschussung von 150 Mio. Pfund Sterling an die Thomas Cook eingereicht worden, damit letztere nicht zusammenbricht. Dem Begehren wurde jedoch trotz des Umstands, dass es sich auf die größte britische Reiseorganisation mit Hunderten Geschäften, Tausenden Beschäftigten und Millionen Kunden bezieht, nicht stattgegeben.

Es ist klar, dass es sich um viel Geld der Steuerzahler handelt und – wie die Menschen einschätzen werden – eine moralische Gefahr im Fall zukünftiger geschäftlicher Schwierigkeiten geschaffen wird, denen die Firmen begegnen„, ergänzte der britische Premierminister. Einfach gesagt würde die Bezuschussung der Thomas Cook auch andere Firmen ermutigen, zukünftig Risiken einzugehen und auf ihre Rettung durch den Staat zu setzen (ethisches Risiko).

Boris Johnson betonte, für den Zusammenbruch des Unternehmens müssen die Funktionäre der Firma als verantwortlich betrachtet werden. Weiter ist anzumerken, dass der britische Staat die Organisation und die Kosten in Höhe von 100 Mio. Pfund Sterling für die reibungslos ablaufende Luftbeförderung der Kunden der Thomas Cook nach England übernahm.

Pseudo-Kapitalismus à la Griechenland

Wie reagierte dagegen die griechische Regierung an genau dem selben Tag, als die Nachricht über einen Zusammenbruch der Thomas Cook bekannt wurde? Im Finanzministerium wurde eine Sonderkonferenz im Finanzministerium zur Bewertung der Lage und Ergreifung von Maßnahmen zur Erleichterung der Hoteliers einberufen. Nach der Konferenz wurde die Aussetzung der Erhebung der Aufenthaltsabgabe bekannt gegeben, während auch andere zukünftige Maßnahmen angekündigt wurden, obwohl bisher alles nur auf vagen Einschätzungen basiert.

Lassen wir uns jedoch einen Blick auf die Reaktion der Übrigen werfen. Die Firmenleitung der Thomas Cook in Britannien verlangte staatliche Hilfe und fand – wie vorstehend angeführt – eine Wand vor sich. Indessen verlangte in Griechenland das gewerkschaftliche Organ der Hoteliers (SETE) ab dem ersten Moment staatliche Unterstützung und fand eine Erwiderung.

Hier wird aber eine Frage geboren: Wie normal ist es, dass Unternehmer der Tourismusbranche, die mitteilten, vom Staat Handlungsfreiheit gewollt zu haben, nun für ab dem ersten Moment eingegangene (unternehmerische) Risiken staatliche Hilfe verlangen? Ein wie sehr kapitalistisches Verhalten ist das? Die Antwort lautet, dass es sich nicht um den Kapitalismus mit der klassischen Bedeutung des Begriffs, sondern um einen „Kapitalismus auf griechische Art“ handelt.

Leider ist die Mentalität sehr verbreitet, gemäß der die Unternehmer sich selbst dann, wenn die Verluste aus ihren eigenen Risiken herrühren, wegen staatlicher Unterstützung an die jeweilige Regierung richten sollen. Und sie ergänzt die jahrzehntelange Gepflogenheit, gemäß der die große Mehrheit wenig eigenes Geld in das Aktienkapital der Firmen einbringen und sich auf Kredite, Subventionen usw. verlassen soll.

Diese Mentalität hat in Griechenland tiefe Wurzeln und es wird viel Zeit nötig sein, damit sie sich ändert. Leider. Bis dahin werden ein Teil oder sogar alle der Verluste weiterhin sozialisiert und die Gewinne privatisiert werden.

(Quelle: euro2day.gr)

  1. Anton
    1. Oktober 2019, 14:21 | #1

    Kapitalismus auf griechische Art“? Die Mentalität, Verluste zu sozialisieren und Gewinne zu privatisieren, ist doch keine neue griechische Erfahrung. Griechenland ist doch ein Paradebeispiel dafür, dass man zwar gerne einem Land Geld leiht um an hohen Zinsen zu verdienen, aber sofort die Allgemeinheit bemüht, wenn man sich verzockt hat. Letztlich ging es doch im Falle der Verschuldung Griechenlands von Anfang an nur darum, wer nun für die riskanten Anlagen insbesondere der französischen und deutschen Banken aufkommen soll – wie jetzt im Falle von Thomas Cook. Nur rettet man lieber das leistungslose Vermögen unersättlicher Anleger (Banken) als eine insolvente Fluglinie, an der Arbeitsplätze hängen. Aber das ist auch eine Machtfrage. Wer hier bluten muss, ist nicht unbedingt derjenige, der Schulden gemacht hat – Kapitalismus eben, nicht nur griechischer Art.

  2. GR-Block
    3. Oktober 2019, 20:18 | #2

    Wie schwer hat es doch der echte Kapitalist in dieser von Kommunisten beherrschten Welt. Der unternehmerische Individualismus ist weitgehend ausgestorben. Nur noch in ein paar Nischen fristet er sein karges Dasein. Nur dort arbeiten die Menschen klassisch auf eigene Verantwortung und wechseln das Geschäftsfeld, sobald die Konkurrenz besser ist. Die anderen lassen sich lieber anstellen und in Unfreiheit für den kommunistischen fEUdalherren arbeiten. Der lässt sich aber seine Investition auf Kosten seiner arglosen Untertanen über halbstaatliche Versicherungen absichern. Selbst dann, wenn er schlechte Waren produziert, erobert er so ohne Risiko einen Markt nach dem anderen. Sodass die Nischen für den ehrlichen Geschäftsmann immer weniger werden.
    In Ländern des fEUdalistischen Kommunismus arbeiten 90% der „Werktätigen“(welch ein Unwort!) als „angestellte“ Untertanen. Die wenigen Länder, welche die Versicherungen nicht etabliert hatten, haben eine Quote von 50% Selbständigkeit. Und selbst heutzutage, im Zeitalter des globalisierten Kommunismus, halten diese Dinosaurier noch 30% ihrer Völker selbständig. Um sich zu halten, mussten sie freilich Zugeständnisse machen und im geringen Maß auch – Banken genannte – Versicherungen einrichten.

    Ein typisches Beispiel ist China (aber auch die meisten Ostblock-Länder). Genau wie in GR ist in CN jeder Dritte „Werktätige“ (schon wieder dieses Wort!) selbständig. Und das, obwohl 774 Mio Menschen arbeiten; das sind 56% der Gesamtbevölkerung, wow. Würden diese Leute wie kommunistische Untertanen in den fEUdalstaaten Bankenrettungen im selben Ausmaß zulassen, würde CN längst den fEUdalen Kommunismus der westlichen Welt besiegt und übernommen haben.
    Im Falle GR aber hatte seinerzeit Ministerpräsident Karamanlis 2008 nicht gewagt, den Versicherungsfall im ausreichenden Maß auszulösen. Demokratisch behindert wurde seine Bankenrettung (indirekt meist deutscher und französischer Banken) zur Makulatur. Da mussten die Kommunisten des fEUdalismus ein Machtwort sprechen.
    Der Versicherungsfall kostete die EU-Völker, Freie und Untertanen, schließlich 440 Mrd. €. Das hätten die betroffenen Regierungen in GR, PT, ES, IR, CY niemals demokratisch legitimiert bekommen. Im französisch-britisch-deutchen Feudalismus leben aber fast nur Untertanen. Da geht das ohne Probleme. FUKG!

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