Griechenland hat teuersten Strom in Europa

15. Oktober 2019 / Aufrufe: 495

Im Vergleich zum Durchschnittswert der Energiepreise innerhalb der EU hat Griechenland die mit Abstand höchsten Strompreise.

Griechenland hat ein (weiteres) unerfreuliches „Championat“ inne, das mit dem elektrischen Strom zu tun hat: Es hat den teuersten Strom in Europa, und zwar mit großem Abstand von den anderen Ländern der EU.

Wie die griechische Zeitung „Kathimerini“ in einer Reportage berichtete, liegt in Griechenland der Strom-Großhandelspreis im Verhältnis zu dem europäischen Durchschnittswert um 22,20 Euro und im Verhältnis zu Ländern wie Deutschland und Frankreich sogar um 30 Euro pro Megawattstunde (MWh) höher.

Griechenlands Energiemarkt mangelt es an „Vernetzungen“

In Griechenland gestaltet sich der durchschnittliche Großhandels-Strompreis der Kilowattstunde um 24,30 Euro teurer als in Bulgarien und um 14,50 Euro teurer als in Italien. Diese Angaben gehen aus dem Quartalsbericht der Europäischen Kommission für das 2. Quartal des Jahres 2019 hervor und bescheinigen einerseits das Wettbewerbsdefizit auf dem griechischen Elektrizitätsmarkts und andererseits den Schlag, den die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft erleidet, während sie gleichzeitig die Gewichtigkeit des Energiekostenfaktors in der Diskussion belegen, die bezüglich der Energieplanung des Landes und der Mischung der Brennstoffe für die Elektrizitätserzeugung in den kommenden Jahren eröffnet worden ist.

Laut den Angaben der EU gestaltete sich auf Griechenlands Großhandelsmarkt im 2. Quartal 2019 der durchschnittliche Preis der Megawattstunde auf 65,50 Euro, wogegen der Durchschnittswert sich in den europäischen Ländern bei 43,30 Euro / MWh bewegte. Dem Strompreis in Griechenland am nächsten kommen mit durchschnittlich 63,90 Euro / MWh der Preis in Malta und direkt danach mit 56,40 Euro / MWh der Preis in Polen. Die Konvergenz mit diesen beiden nationalen Märkten ist aber kein Zufall.

Was speziell das Thema der Vernetzungen betrifft, ähnelt der Elektrizitätsmarkt in Griechenland dem Energiemarkt Maltas, da es zwar keine Insel sein mag, jedoch über beschränkte Vernetzungen mit den Nachbarstaaten verfügt, die wiederum keine Importe (elektrischer Energie) zu bedienen vermögen, welche die Preise mindern könnten. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Rolle der (internationalen) Vernetzungen einen „Knackpunkt“ für die Umsetzung des europäischen „Zielmodells“ (target model) und dessen Ziel darstellt, welches die Preiskonvergenz auf dem einheitlichen europäischen Markt ist.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Makis Siarkos)

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