Lagarde gesteht Verbrechen gegen Griechenland ein

7. September 2019 / Aufrufe: 1.126

Christine Lagarde gestand zynisch die Hintergründe bezüglich der Memoranden für Griechenland ein und drohte, nicht die Büchse der Pandora öffnen zu wollen.

Christine Lagarde schritt jüngst zu dem entwaffnenden Eingeständnis, die Mitglieder der Troika – Europäische Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) – haben gemeinschaftlich die Verhängung des Stabilitätsprogramm beschlossen, das die Griechen ins Elend stürzte, und seien folglich alle dafür verantwortlich.

Den finsteren Vorhang der dunklen Hintergründe etwas weiter lüftend enthüllte Frau Lagarde sogar indirekt eine bewundernswerte Welt sich gegenseitig zerreißender Fraktionen, wo „viele Entscheidungen von vielen Involvierten getroffen wurden“ und schließlich – wie sich erwies – alle zusammen gemeinsam die Verurteilung und schwere Geiselhaft Griechenlands beschlossen.

Omerta und Drohung mit „Büchse der Pandora“

Den eisernen Regeln der Omertà gehorchend schickte Christine Lagarde sogar eine offenkundig drohende Botschaft an alle auf dem europäischen Kontinent, wegen der kriminellen Umsetzung der Austeritäts-Politiken und der Plünderung Griechenlands nicht Washington und den IFW zur Zielscheibe zu machen, wobei sie lakonisch mitteilte, „ich möchte nicht die Büchse der Pandora öffnen„!

Aus ihren Erklärungen geht jedenfalls direkt hervor, dass während all der vorherigen Jahre zu Lasten Griechenlands auch andere, unglaubliche Verbrechen außer denen verübt wurden, die bereits zeitweise bekannt geworden sind. Die zweite sich ergebende Schlussfolgerung ist, dass sie selbst zustimmt – und natürlich anstrebt -, dass all dies „vergessen“ und vertuscht wird, obwohl es zur Einebnung der griechischen Gesellschaft und dem jahrelangen memorandischen Orkan führte.

Lagarde präsentiert Währungsfonds als „Unschuldstaube“

Die ehemalige IWF-Chefin bemühte sich sogar, den Fonds als die „unschuldige Taube“ der Sache erscheinen zu lassen, während klar war, dass der Fonds in dem Spiel der Eliminierung und Unterwerfung Griechenlands heuchlerisch die Rolle des „Guten“ gegenüber den „bösen“ Europäern übernommen hatte. Und wenn Frau Lagarde in dem Eingeständnis bezüglich der hohen Überschüsse ehrlich sein wollte, könnte die jedenfalls aus ihrer neuen Position deren sofortige – und nicht zukünftige – Senkung vorschlagen …

Wie sie gegenüber dem zuständigen Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments klarstellte, bevor sie ihre neuen Aufgaben am Steuer der EZB antrat, „noch als Vertreterin des IWF“ sprechend, gestand Frau Lagarde praktisch ein, dass im Fall Griechenlands alle Dreck am Stecken haben. Und sich bemühend, die schweren Verantwortungen des Währungsfonds zurückzuweisen, beharrte sie auf der – wie sie einschätzt – effizienten Linie in dem griechischen Programm verzeichneten der gutgemeinten „Fehler“, da in jenen dramatischen Stunden das Ersuchen des in die Knie gegangenen Landes und seiner fatalen Regierungen um Hilfe vorrangig war.

Die Wahrheit ist offenkundig völlig anders und wurde sowohl von den Mitgliedern der Troika als auch ihren inländischen Lakaien in Parteien und Massenmedien verheimlicht, die bereitwillig den Mythos von den faulen Südländern webten und die Griechen bemitleideten, damit sie unter moralische Geiselhaft gestellt werden und klaglos ihre vernichtenden Politiken passieren, die als erstes Ziel die Rettung des Banken-Kartells der Eurozone hatten.

Zynische Eingeständnisse der ehemaligen IWF-Chefin

Auf eine Frage in Zusammenhang mit der Kritik antwortend, welche die Kommission an dem IWF wegen seiner Haltung geübt hatte, schickte Christine Lagarde eine lautstarke Warnung und sagte: „Ich möchte nicht die Büchse der Pandora darüber öffnen, wer in dem griechischen Programm was gemacht hat …„, was praktisch bedeutet, dass alle ihre Hände mit dem Blut des griechischen Volkes befleckt haben.

Andererseits die kriminelle Verantwortung verstreuend enthüllte die ehemalige IWF-Chfin, dass sich im Zentrum der Bewertung des Programms die Troika befand und „viele Beschlüsse von vielen Involvierten gefasst wurden„, dabei jedoch betonend, es habe sich um „eine gemeinsame Bemühung“ gehandelt, um der Bitte aus Griechenland nach Hilfe zu entsprechen, das – wie sie roh zugab, mittlerweile grundlos – „als Resultat des Stabilisierungsprogramm wirklich litt„.

Sie wiederholte die Behauptung, der IWF habe von Anfang an vorgeschlagen, dass die Überschüsse auf 1,5 % – 2 % des BIP beschränkt werden. Sie vergaß natürlich, dass der Fonds, sich in unpopulärer Rauheit hervortuend, im – wie geschehenen – Fall der Durchsetzung von Überschüssen der Größenordnung von 3,5 % neue Austeritäts-Maßnahmen zu ergreifen.

Damals forderte Washington gebieterisch – unter anderem – eine drastische Senkung des Steuerfreibetrags, Kürzungen bei den Versicherungsausgaben, eine extreme Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt und eine Anhebung der Altersgrenzen, um seine jeweilige Zustimmung für neue Rachemaßnahmen zu Lasten des griechischen Volkes zu geben.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. GR-Block
    7. September 2019, 13:55 | #1

    Aus fake news wird schließlich fake history. Die Austeritätsmaßnahmen in GR wurden und werden von dessen gewählten Regierungen durchgeführt: Papandreou, Samaras, Tsipras, Mitsotakis. Dagegen geht die sog. Rettung des EURO auf das Konto der gesamten EURO-Group.

    Nur um die Fakten wieder richtig zu rücken:
    2009: Papandreou bittet Strauss-Kahn um Unterstützung, um die Austerität einzuführen. In solchen Fällen erhält der IWF vom Ministerpräsidenten einen Austeritätsplan, den der IWF als „Auflage“ für die Gewährung eines Mittelfristigen Kredits von wenigen Mrd. deklariert. Soweit der traditionelle IWF-fake.
    2010: Strauss-Kahn lehnt aber überraschend ab und eröffnet, dass er gemeinsam mit den EU-Partnern als Leiter der Troika ein Programm auflegen will, bei dem GR UND der EURO „gerettet“ werden sollen. Papandreou möchte das Volk befragen und wird deshalb hart attackiert. Er bekommt schließlich ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Der IWF verspricht immense 30 Mrd € Kredit, wenn die EU 77 Mrd europäischer Steuergelder für die (deutsche und französische) Bankenrettung durch griechische Bankkonten schleusen darf. Papandreou akzeptiert zähneknirschend und erhält dafür am „deutschen“ Nationalfeiertag 2010 den Quadrigapreis verliehen, gemeinsam mit Wolfgang Schäuble. Der möchte allerdings bei der Preisverleihung nicht zusammen mit Papandreou auftreten und lässt sich vertreten. Warum? Weil die EURO-Group ohne Absprache mit dem Ministerpräsidenten ein zweites, größeres Paket für die Bankenrettung vorbereitet hat. Dieser fühlt sich durch die Preisverleihung nicht gebunden, stoppt die Geldtransfers, kündigt ein Referendum an und wird gestürzt. (Seit dem wurde der Quadrigapreis nicht mehr ausgeschrieben).
    2012: Der machtgeile Samaras unterschreibt das zweite Paket und erhält dafür vom IWF die 10 Mrd Restkredit (von den Papandreischen 30 Mrd). Dafür darf die EU aber gewaltige 130 Mrd Steuergelder veruntreuen (!). Zähneknirschend muss er auch die nicht durchgelassenen 34 Mrd seines Vorgängers akzeptieren.
    2014: Als Samaras andeutet, dass er kein weiteres Paket akzeptieren wird, stoppt der IWF die Kreditzahlung und Tsipras darf an die Macht.
    2015: Varoufakis tritt mit der Forderung an, dass er kein drittes Banken-Rettungspaket unterschreibt, wenn nicht zuvor die Völker darüber informiert werden, dass ihre Steuergelder nicht zurückgezahlt werden. Dieser fake wurde nämlich ab 2010 in den Medien gezielt verbreitet, um die Empörung über Kommission und EZB gegen Hellas zu lenken. Daraufhin erhält Tsipras ein Angebot, dass auch er nicht ablehnen kann, unterschreibt weitere 86 Mrd Steuergelder zu veruntreuen, lässt aber bis 2018 nur 55 Mrd durch. Weswegen heute Mitsotakis regieren darf.

    Resümee: Damit gewährte der IWF GR gewaltige 30 Mrd (inflationsbedingt 32 Mrd) Kredit und GR gewährte der EU noch gewaltigere 271 Mrd € Veruntreuung von EU-Steuergeldern.

    Nachtrag: Der Initiator und Leiter der Troika, Strauss-Kahn hoffte mit dieser Wohltat an die Bankenwelt Präsident von Frankreich werden zu dürfen, hatte aber vergessen den Segen Washingtons einzuholen. Folglich schickte Obama eine seiner jüngeren Mitarbeiterinnen um Strauss-Kahn den Marsch zu blasen. So mussten die Europäer eine Frau für seine Nachfolge bestimmen, um den erotischen Einfluss Washingtons zu unterbinden. Jetzt, nach Ablauf der drei Memoranden darf wieder ein Mann an die Spitze des IWF.

  2. GR-Block
    7. September 2019, 19:17 | #2

    … ich möchte nicht die Büchse der Pandora öffnen“ – Dear Christine, I believe it does not really make sense to open Pandora’s box, actually. No, I know the box well. You could not threaten a single European with that. Because as we both know, the whole EU is in the box. That’s obvious and here’s my proof:

    The old myth is that Pandora’s box is full of evil and a little hope, which, of course, coincides with the definition of the so-called „European Union“. (One could have called the EU „Evilandhope“, instead)
    The attempt after the upcoming BREXIT to threaten with the escape of the remaining 27 member countries, questions the power of the diplomats and challenges the EU as a whole. Such a threat could only come from someone outside the box. Am I right, dear Pandora?

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