In Griechenland gibt es 25 Mrd Euro Matratzengeld

6. September 2019 / Aufrufe: 347

Die in Griechenland außerhalb des Bankensystems bleibende Liquidität wird auf rund 25 Milliarden Euro veranschlagt und entspricht damit 13,6 Prozent des BIP.

In Griechenland kehren die Spareinlagen nur mit langsamen Rhythmen zu den griechischen Banken zurück, da die Bürger darin fortfahren, eine Summe von über 25 Mrd. Euro in der „Matratze“, in Truhen, Schließfächern und bei Banken im Ausland aufzubewahren.

In den letzten Monaten tendiert das Klima jedenfalls, sich zu verbessern, und alle warten nunmehr darauf, wie die Anleger nach der am 01 September 2019 erfolgten völligen Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen reagieren werden.

Griechenlands Wirtschaft unterlag 4 Jahre lang Kapitalbeschränkungen

Laut den Angaben der Griechischen Bank wird die außerhalb des Bankensystems verbleibende Liquidität auf 25,1 Mrd. Euro veranschlagt (Daten für Juli 2019), welcher Betrag 13,6 % des Brutto-Inlandsprodukts entspricht. Ein großer Teil dieser Gelder „verflüchtigte“ sich im ersten Halbjahr 2015 mit der berühmten „Verhandlung Varoufakis“ und der sich abzeichnenden Schließung der griechischen Banken, was schließlich im Juni 2015 geschah.

Seitdem wandelte die griechische Wirtschaft mit Beschränkungen bei der Abhebung von Bargeld und im Kapitalverkehr, wobei die Bürger sich gegenüber dem Bankensystem zurückhaltend zeigten und signifikante Beträge „in der Matratze“ aufbewahrten. Es reicht anzuführen, dass Ende 2009, also kurz vor dem Beginn der Krise, die Höhe der Bankguthaben 238 Mrd. Euro betrug. Seit 2010 bis Ende Juni 2015, als die Kapitalkontrollen verhängt wurden, sanken die gesamten Bankguthaben auf unter 122 Mrd. Euro nicht, also um rund die Hälfte.

Diese Tendenz begann sich ab den letzten Monaten des Jahres 2017 umzukehren, während im vergangenen Jahr ungefähr 8 Mrd. Euro zu den griechischen Banken zurückkehrten. Ein noch besseres Bild erwarten die Leitungen der Finanzinstitute im letzten Halbjahr 2019, also nach der völligen Aufhebung der Kapitalbeschränkungen. In den vor wenigen Tagen von den Banken bekannt gegebenen Ergebnissen wird bereits ein Anstieg bei den Guthaben von bis zu 7 % im ersten Halbjahr des Jahres verzeichnet.

Ermutigend sind die Botschaften auch aus den Angaben der Griechischen Bank für Juli 2019, laut denen die Guthaben des privaten Sektors um 1,6 Mrd. Euro anstiegen (1,1 Mrd. Euro die Einlagen der Unternehmen und 561 Mio. Euro jene der privaten Haushalte). Einen Anstieg verzeichneten im Juli 2019 auch die Guthabenzinsen im griechischen Bankensystem.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. GR-Block
    6. September 2019, 16:51 | #1

    Von 2010 bis 2012 stieg laut der Bank von GR (siehe Θησαυρός 32 δισ. ευρώ κρυμμένος σε στρώματα!) unter Papandreou das (relative) Matratzengeld von 8 auf 21 % des BIP. Gleichzeitig fiel aber das BIP um ein Viertel. D. h., das Matratzengeld hat sich real nur verdoppelt, wuchs also um 100 %.
    Nun geht es aber nicht wirklich um Matratzen der kleinen Leute, sondern um Luxusbetten der Oligarchie und ihrer Unternehmen. Und die stehen entweder im Ausland oder im Hinterzimmer unter Verschluss. Deren Matratzenhub wurde erst unter Samaras gestoppt und sogar moderat umgekehrt.
    2015 allerdings war die Oligarchie wieder unsicher und brachte abermals ihr Geld vor den Sozialisten in Sicherheit (von 18 auf 28 %). Diesmal fiel das BIP um 17 %, d. h., die Matratzen hoben sich um knapp 29 %. Seitdem das BIP wieder am Steigen ist (2016 – heute), sinken auch die Matratzen der Oligarchie kontinuierlich. Der Wert dürfte bei Regierungsübergabe bei 12 – 13 % gelegen haben. Bei gleichbleibendem Trend dürfte GR in ein paar Monaten die anderen EURO-Länder wieder erreicht haben. Mit oder ohne Mitsotakis.

    Die Sache könnte aber deutlich beschleunigt werden, wenn durch einen ungeregelten BREXIT die Partner einen Sprung nach oben machen mit ihren Matratzen. Die liegen nämlich jetzt schon bei gut 10 % über dem Lattenrost. Oh Gott, ich höre schon die Milchmädchen schwärmen, wie gut Mitsotakis laut ihrer Rechnung doch im Bett sei.

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