Griechenlands Elektrizitätsgesellschaft droht Braunkohle-Bombe

5. September 2019 / Aufrufe: 420

Laut The Green Tank droht der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft Griechenlands von ihren Braunkohlekraftwerken eine Bombe von rund 1,3 Milliarden Euro.

Die Denkfabrik für Umwelt und Energie „The Green Tank“ schlägt Alarm bezüglich der wirtschaftlichen Größen der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) in Griechenland, wenn alle 14 Braunkohleanlagen weiterhin in Betrieb bleiben werden.

Wenn laut der mit dem Thema „Die Finanzen der griechischen Braunkohleanlagen: Ende einer Epoche“ präsentierten wirtschaftlichen Studie Griechenlands Braunkohle-Armada wie gehabt bestehen bleibt, wird dann in den kommenden 3,5 Jahren die Braunkohle-Industrie Verluste der Größenordnung von 1,3 Mrd. Euro ansammeln.

Wirtschaftliche Ergebnisse der Braunkohlekraftwerke Griechenlands

Der Bericht zeigt, dass Griechenlands Braunkohle-Industrie seit Dezember 2017 jeden Monat Netto-Verluste kumuliert. Konkreter hat die DEI seit Januar 2016 bis Juni 2019 aus dem Betrieb der Braunkohle-Anlagen Verluste von 683 Mio. Euro angesammelt. Die Autoren des Berichts untersuchten ebenfalls vier Szenarien, wobei keins von diesen in den kommenden 3,5 Jahren zu Netto-Gewinnen führt, selbst wenn die Kohlenstoffpreise erheblich niedriger als die Prognosen der Analysten liegen.

Laut den Angaben des Berichts wurden die Brutto-Gewinne aller Braunkohle-Anlagen für das erste Halbjahr 2019 auf 33,8 Mio. Euro veranschlagt, damit einen Rückgang um 48 % im Verhältnis zu dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2018 und um 84 % im Vergleich zu 2017 präsentierend. Das Ergebnis kann hauptsächlich auf die Reduzierung der Braunkohle-Stromerzeugung und den steilen Anstieg der Kolendioxid- / CO2-Preise im Jahr 2019 zurückgeführt werden. Die CO2-Kosten haben sich von weniger als 10 Euro/MWh Anfang 2016 auf über 40 Euro/MWh Mitte 2019 mehr als vervierfacht.

Die Anlage Melitis hatte im ersten Halbjahr 2019 die größten Brutto-Gewinne, wie auch die Anlage Ag. Dimitrios V im Jahr 2017. Die Anlagen Ag. Dimitrios I, Kardi I-III, Megalopoli III-IV hatten 2019 negative Brutto-Gewinne.

Griechenlands Braunkohleindustrie wird defizitär bleiben

In dem Bericht mit Titel „Die Finanzen der griechischen Braunkohle-Anlagen: Ende einer Epoche“ werden vier Szenarien untersucht und erfolgen Prognosen bezüglich der Entwicklung der wirtschaftlichen Größen in den kommen 3,5 Jahren (bis Dezember 2022).

Aus den Prognosen der Ersteller der Studie geht hervor, dass kein Zukunftsszenarium die griechische Braunkohle-Industrie in den nächsten 3,5 Jahren zu Netto-Gewinne zu führen vermag. Sogar auch nicht, wenn die Preise für den Kauf von Emissionsrechten niedriger sind als die Analysten international voraussehen. Außerdem liegen die Treibhausgas-Emissionen aus der Verbrennung von Braunkohle in dem Zeitraum 1990 – 2017 im roten Bereich und tragen zu 34 % zu den nationalen Emissionen Griechenlands bei. Charakteristisch ist, dass den Angaben des Berichts zufolge die Emissionskosten 2018 (in heutigen CO2-Preisen) 648 Mio. Euro erreicht hätten.

Für alle Szenarien wurde angenommen, dass der durchschnittliche Preis für die elektrische Energie (2020 und in den nächsten Jahren) 78 Euro/MWh und der Kohlenstoff-Nennwert 31 Euro/Tonne CO2 beträgt.

Vorschläge zur Abschaltung der Braunkohlekraftwerke in Griechenland

Die Autoren des in Rede stehenden Berichts schlagen vor:

Stilllegungen der Dampfkraftwerke Kardi und Amyntäo, da eingeschätzt wird, dass sie die Netto-Verluste der Braunkohle-Industrie in den kommenden 3,5 Jahren um über 600 Mio. Euro reduzieren werden. Es ist anzumerken wert, dass die vorherige griechische Regierung die Verordnung über Industrieemissionen einseitig interpretierte, um die Lebensdauer der beiden Dampfkraftwerke zu verlängern, die 42 % der bestehenden Braunkohle-Kraft des Landes vertreten, was zur Folge hatte, dass von der Kommission Verfahren gegen das Land eingeleitet wurden.

B Stilllegungen der Anlagen Ag. Dimitrios I-II und Megalopoli IV, da sie die wirtschaftlichen Größen um 66 % im Vergleich zu dem Szenarium verbessern werden, in dem keinerlei Stillegung verwirklicht wird. Allerdings unter der Voraussetzung, dass jährlich 3 TWh elektrischer Energie aus anderen Quellen abgedeckt werden können.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Christos Kolonas)

  1. GR-Block
    5. September 2019, 18:51 | #1

    Die Stromerzeugung in GR war in der Krise um 20 % gefallen und liegt jetzt bei insgesamt 55 TWh (2017). Der Anteil aus Braunkohle hat sich dadurch auf 19 TWh fast halbiert, ist aber immer noch der Löwenanteil. Auch Erdöl hat sich fast halbiert, nämlich auf 5,5 TWh.
    Dank Subventionen konnte die Solarenergie sich dagegen verhundertfachen. Sie liegt mit immerhin 4 TWh weit über dem EU-Durchschnitt. Genauso viel bringt die Wasserkraft. Wind schafft es (wie Öl) auf 5,5 TWh.
    Das Putin’sche Erdgas jedoch hat in der Krise merkwürdige Kapriolen gemacht. Zunächst schwanke es zwischen 10 und 14 TWh auf und ab, um schließlich 2014 auf 6,8 TWh abzustürzen. Danach stieg es bis 2017 kontinuierlich auf über 17 TWh.

    Aber irgend etwas ist komisch. Man redet die Braunkohle wegen der vierfach gestiegenen CO2-Kosten schlecht. Schlägt aber keinen Ersatz vor, z. B. Erdgas. Das kann der Staat doch nicht mehr bezahlen, oder? Wo soll Mitsotakis das Geld hernehmen? Was … wie … aus den vierfach gestiegenen CO2-Einnahmen? Das ist ja … das wäre ja … ein Perpetuum Mobile. Hm …

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