Wehrpflicht benachteiligt Griechenlands Männer

26. August 2019 / Aufrufe: 291

Warum in Griechenland der obligatorische Wehrdienst speziell die Wettbewerbsfähigkeit männlicher Berufseinsteiger beeinträchtigt.

Die Zunft der Politiker Griechenlands machte der Jugend des Landes in den letzten Jahren ein sehr signifikantes „Geschenk“: Sie stellte sicher, dass ungefähr einer von zwei jungen Leuten entweder arbeitslos oder unterbeschäftigt oder in einer Tätigkeit beschäftigt sein werden, die in keinerlei Relevanz zu ihren Studien steht.

Zusätzlich begegnen speziell junge griechische Männer infolge der gesetzlichen Wehrpflicht dem Problem der „Zwangsunterbrechung“ in ihrem beruflichen Werdegang.

Griechenland verpflichtet junge Männer zu 9-monatigem Nichtstun

Besagtes „Geschenk“ war das Resultat hauptsächlich zweier Entscheidungen:

  1. Eingliederung in die Eurozone, was das Land der effizientesten Waffe zum Ausgang aus der Krise mittels der von einer billigen Währung angetriebenen Erzielung von Wachstumsrhythmen von 4%, 5% und 6% beraubte, die Griechenland in eine riesige Arbeitsstätte verwandelt hätten.
  2. Akzeptanz der Austerität der „Memoranden“, die jeder ökonomischen Logik entbehren und einfach nur die moralische Metaphysik des Lutheranismus reflektieren, dass es also für die „Verschwender“ keinen Platz im Himmlischen Königreich gibt.

Gezwungenermaßen – und leider nicht aus freiem Willen – gehen jedes Jahr Tausende junge Leute ins Ausland und hoffen, auf diese Weise einen würdevollen und einträglichen Arbeitsplatz zu finden. Und das zu Recht.

Jedoch erhebt die Zunft der griechischen Politiker auch in diesem Punkt Hindernisse, wie den 9-monatigen Pflichtwehrdienst. Anders gesagt, die Politiker verpflichten die jungen Männer nach der Vollendung ihrer schulischen Ausbildung / Studien, neun Monate lang absolut nichts zu tun, weder ihre Fertigkeiten zu verbessern noch neue zu erwerben. Mit katastrophalen Resultaten für die Qualität des Humankapitals, das die jungen Leute vertreten.

Wehrpflicht benachteiligt (nur) Griechenlands junge Männer

Uns ist allen bekannt, dass bei der heutigen Geschwindigkeit, mit der die technologischen Entwicklungen stattfinden, jeder Tag, den der junge Mensch nach dem Abschluss seines Studiums verschwendet ohne sich mit dem Gegenstand seiner Ausbildung zu beschäftigen, in eine zunehmende Abwertung des Humankapitals führt, das er besitzt.

Zusätzlich hat der junge Grieche, der im Ausland arbeiten möchte, mit anderen jungen Leuten zu konkurrieren, deren überwältigende Mehrheit diesem Problem nicht begegnet, da es in ihrem Land das Institut der Wehrpflicht nicht gibt. Und wen wird der potentielle ausländische Arbeitgeber (ceteris paribus) wohl vorziehen: Einen jungen Holländer, der direkt nach dem Erwerb seines Schulabschlusses / Diploms arbeitete, oder einen Griechen, der 9 Monate lang absolut nichts machte?

Es ist buchstäblich haarsträubend, dass die diversen Anhänger der „Europäisierung“ des Landes – während sie stundenlang über die Notwendigkeit einer Verbesserung der „Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Arbeitnehmer“ reden – nie den Faktor des obligatorischen Wehrdiensts und die Auswirkungen ansprechen, die dieser auf die Wettbewerbsfähigkeit des jungen griechischen Arbeitnehmers hat.

An dieser Stelle sei betont, dass die Bemerkungen allein den männlichen Teil der Bevölkerung Griechenlands betreffen, da die Frauen – aus unbekannten Gründen – nicht dieser Last und Abwertung des Humankapitals zu begegnen haben, mit denen die Männer konfrontiert sind. Aus den bisherigen Äußerungen der herrschenden Kreise schließend, in denen das absolute Klischee und „Banal“ vorherrscht, wird es leider auf jedwedem Bereich keinerlei neuere Überlegung geben. Jedoch kann man immer hoffen, obwohl ich annehme, dass die Geduld der jungen Leute nicht ewig sein wird.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Takis Michas)

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