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Was bedeutet in Griechenland „Malakas“

19. August 2019 / Aufrufe: 1.549

Ein wissenschaftlicher Artikel erklärt, was sich in Griechenland hinter der Bedeutung des Wortes Malakas verbirgt und wie diese sich im Lauf der Zeit änderte.

Hinter der Bedeutung des in Griechenland häufig zu hörenden Wortes „Malaka“ scheint sich eine extrem komplexe Geschichte zu verbergen. Laut einem wissenschaftlichen Artikel von Spencer Alexander McDaniel an der Indiana University stammt das Wort „malakas“ aus der altgriechischen Sprache und es handelt sich um ein Adjektiv, dem die Bedeutung „weich“ oder „sanft“ zugemessen wurde.

Schließlich gab das Wort „malakos“ jedoch körperliche und moralische Schwächen wieder. Die anonyme Autorin der philosophischen Realität über „Die Tugenden und die Farcen“ beschreibt „malakia“ als eine charakteristische Eigenschaft sowohl feiger als auch der Personen, die kein Durchsetzvermögen und keinen Mut haben.

Warum sich in Griechenland Kameraden als Malakas titulieren

Kurz gesagt änderte im Lauf der Zeit das mit der „Sanftheit“ oder später „Schwäche“ verbundene Wort „malakas“ im 10. Jahrhundert n. Chr. seine Bedeutung. Konkreter wurde diese Schwäche und Erniedrigung mit dem Onanieren in Beziehung gebracht. Somit ist in der neugriechischen Sprache das Wort „malakia“ mit dem Begriff des Onanierens verbunden, und daher bedeutet das anfänglich eine „weiche“ oder „schwache“ Person meinende Wort nun die „Person die masturbiert„.

Trotzdem wird im Alltag das Wort „malakas“ selten mit der Bedeutung der Masturbation, sondern mehr verwendet, um eine „blöde“ oder „lästige“ Person zu beschreiben. Die von diesem Wort entstandenen Ableitungen zählen sogar Dutzende. Eins der kuriosesten Dinge in Zusammenhang mit dem besagten Wort ist jedoch, dass es oft unter Freunden (Anmerkung: sogar auch Freundinnen) verwendet wird um genau die Bedeutung einer nahen Person zu beschreiben. Damit ist das Wort „malakas“ ein äußerst charakteristische Beispiel dafür, wie sehr die Bedeutung eines Begriffs sich im Lauf der Zeit ändern kann.

Es sei angemerkt, dass die in dem konkreten Artikel von „Dikaiologitika News“ verwendeten Begriffe aus dem wissenschaftlichen Artikel des Spencer Alexander McDaniel stammen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. GR-Block
    19. August 2019, 04:20 | #1

    Ein häufig begangener Fehler von „Kennern“ des Altgriechischen ist, einen griechischen Fachbegriff grundsätzlich als altgriechisch zu bezeichnen – zu finden in allen Lexika, WIKIPEDIA oder einschlägigen wissenschaftlichen Abhandlungen – und somit den Barbaren (der griechischen Sprache nicht mächtigen) zur irrtümlichen Ansicht zu verleiten, im Neugriechischen würde es anders heißen. Das kann mit unter zu Verwicklungen führen.

    Deshalb kurz zur Klärung: malakos HEISST (männlich) sanft oder weich. Wenn also eine einheimische Badenixe ihre fremdländische Eroberung damit tituliert, dann darf das der Barbar durchaus als Kompliment auffassen (außer in seiner Kultur wird die männliche Sanftheit als Verweichlichung interpretiert).
    Dass ein sanfter Jüngling in der Antike als moralisch schwach gedeutet wurde, erscheint mir aber angesichts der zahllosen Abbildungen solcher Jünglinge aus jener Zeit mehr als fragwürdig. Dagegen ist die Deutung des Weichen als Weichling intuitiv. Genauso intuitiv erscheint mir die Interpretation seit dem 10. Jahrhundert, wonach ein malakas (= in etwa „Weichmacher“) ein Wixer sei, wo doch bei erfolgreicher Selbstbefriedigung das entsprechende Körperteil sehr wohl seine ursprüngliche Festigkeit einbüßt … wehe wenn nicht. Die Bedeutung von Malakia liegt nach dem eben Gesagten selbstverständlich auf der Hand.
    Insofern ist eine rüde Beleidigung unter heranwachsenden jungen Männern, die um die Reize der Weiblichkeit konkurrieren, besonders dann wirksam, wenn sie auf die Erfolglosigkeit des Beschimpften im erotischen Werben um die weibliche Gunst hinweist. Ein Malakas ist auch immer einer, der vor dem Urteil der holden Weiblichkeit nicht besteht. Damit kann man jeden Mann beleidigen … solange bis er verheiratet ist. Von da an verliert die Schmach ihre Wirkung und wird deshalb wenig verwendet.

    Interessant ist, dass in der Sponti-Zeit der Metapolitefsi (nach 1974) die rebellische, sich links gebärdende Jugend ihre neue Freiheit dadurch zeigte, dass sie exzessiv und demonstrativ vor ihren Eltern rauchten und sich des Begriffs Malakas mit besonderer Hingabe bedienten. Unter Studenten wurde er gar als Ausdruck von Avantgarde zelebriert. Die Studentin versuchte ihre ersten feministischen Gehversuche, indem sie beim Politisieren im Cafe ihrer bis dahin nicht bekannten Gesprächspartnerin im Eifer der erkenntnistheoretische Diskussion nebenbei das „ne re Malaka!“ anbot (= in etwa „ja, Mensch du Wixer!“) und dabei die Zigarette deutlich sichtbar über ihre Schulter hielt, mit abgespreiztem kleinen Finger.
    Seit jener Zeit wird das Schimpfwort nicht mehr ausschließlich im eigentlichen Sinne verwendet, sondern generell für alle wie auch immer unangenehmen Männer oder als kumpelhafte Anrede zwischen (fast immer männlichen) Freunden. Während eine Malakia immer etwas negatives bezeichnet und auf mannigfaltige Weise, z.B. verbal, erzeugt werden kann. Ein gutes Beispiel ist der vorliegende pseudo-etymologische Fachartikel.

    Auch wenn die Begriffe Malakas und Malakia weit weniger unappetitlich sind als solche, die auf menschliche Ausscheidungsorgane oder gar deren Ausscheidungen selbst hinweisen, so möchte ich doch in jedem Falle dem Touristen empfehlen, sich niemals dieser Begriffe zu bedienen. Das kann nur schief gehen. Die linguistische Deutungshoheit liegt bei den Hellenen und ist nichts für Barbaren.

  2. christian schramayr
    19. August 2019, 22:23 | #2

    … mit der kleinen Ausnahme, der Begriff wird dem Fremdling in einer Extremsituation – wie sie der griechischen Straßenverkehr üblicherweise bietet – von einem Hellenen entgegengeworfen: Dann kann der so Angesprochene dies mit Sicherheit despektierlich deuten :)))

  3. gromit63088
    20. August 2019, 10:22 | #3

    @GR-Block
    Was fuer ein wunderbar formulierter Exkurs, ein Lesegenuss

  4. GR-Block
    20. August 2019, 20:43 | #4

    @christian schramayr
    Ha, genau das meine ich!

    Mann muss eben fein nuancieren. Der Hellene kann zwischen είσαι μαλάκας und είσαι μαλακός unterscheiden. Das erstere sagt sie im Straßenverkehr, das letztere nach dem Geschlechtsverkehr … wenn Mann Glück hat.

  5. christian schramayr
    25. August 2019, 22:02 | #5

    @GR-Block
    χαχαχα, αγαπώ τον ελληνικό κόσμομ, ειλικρινά
    Χαιρετισμούς – δυστυχώς από την Αυστρία

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