Griechenland konfisziert Einkommen per Besteuerung

13. April 2019 / Aufrufe: 460

In Griechenland werden Arbeitnehmern allein für Einkommensteuer und Sozialabgaben rund zwei Fünftel ihres Bruttoeinkommens sofort wieder weggenommen.

Den Angaben der OECD-Untersuchung „Besteuerung von Löhnen“ (Taxing Wages 2019) zufolge zeigte in Griechenland bei den Einkommen der Arbeitnehmer die steuerliche Gesamtbelastung („Steuerkeil“) auch 2018 einen neuen Anstieg.

Dabei handelt es sich um das Resultat der Hartnäckigkeit der verfolgten Wirtschaftspolitik mit der Erhöhung der Besteuerung, da jedwedes fiskalische Bedürfnis mit Steuererhöhungen zu decken versucht wird.

Überbesteuerung „stimuliert“ Griechenlands Schattenwirtschaft

Der sehr hohe „Steuerkeil“ konfisziert praktisch die Einkommen der Arbeitnehmer und stellt ein zusätzliches Motiv für ihre Verheimlichung unter Aufblähung der Schattenwirtschaft dar. Jedenfalls zeigen die Fakten, dass 2018 der gesamte „Steuerkeil“ der durchschnittlichen Familie um 0,54 Punkte zurückging, und zwar nicht wegen der Senkung der Besteuerung, sondern wegen der Gewährung finanzieller Beihilfen. Die Vorliebe der griechischen Regierung bei der Einkommenspolitik ist außerdem offensichtlich. Spezieller zeigt die Untersuchung:

  • In Griechenland gestaltete sich 2018 der „Steuerkeil“ (also der für Einkommensteuer und Sozialabgaben abgezogene Gesamtanteil) bei dem Einkommen aus Lohnarbeit auf insgesamt 40,9%. Von den 100 Euro der gesamten Bruttobezüge des Arbeitnehmers behält also der Staat mittels Einkommensteuer und Sozialabgaben 40,90 Euro direkt ein und dem Arbeitnehmer verbleiben nur noch 59,10 Euro. (Hinweis: Die Quelle führt irrtümlich 60,10 Euro an.)
  • Der gesamte „Steuerkeil“ stieg 2018 um 0,15 Prozentpunkte an, was sich höchstwahrscheinlich mit der ab dem 01 Januar 2018 in Kraft getretenen Streichung der bisherigen Steuerermäßigung von 1,5% erklärt, die bei der Einbehaltung der Einkommensteuer erfolgte.
  • Mit 40,9% befindet Griechenland sich auf der dreizehnthöchsten Position unter den OECD-Ländern und liegt im Verhältnis zu dem bei 36,1% liegenden Mittelwert der Länder der Organisation signifikant höher.
  • Den größten „Steuerkeil“ zeigt Belgien mit 52,7% und den niedrigsten Chile mit gerade einmal 7%.
  • Die 40,9% Griechenlands verteilen sich folgendermaßen: 8,1% Einkommensteuer, 12,8% Arbeitnehmerabgaben und 20% Arbeitgeberabgaben.
  • Unter dem Aspekt der Besteuerung liegen unter den OECD-Ländern in Griechenland die Arbeitnehmereinkommen auf dem drittschlechtesten Platz. Den Arbeitnehmerfamilien nimmt das Steuer- und Versicherungssystem 37,9% ihres Einkommens weg, bei einem OECD-Mittelwert von 26,6%.
  • In der durchschnittlichen Arbeitnehmerfamilie, also dem Ehepaar mit zwei Kindern, wo der eine Elternteil 100% und der andere 67% des durchschnittlichen Lohns verdient, gestaltete sich 2018 der gesamte „Steuerkeil“ auf 38,4%.

Es ist anzumerken, dass Griechenland mit diesem Ergebnis auf Rang 7 unter den Ländern der OECD liegt, die einen Mittelwert von 30,8% aufweist. Im Verhältnis zu 2017 sank hauptsächlich wegen der Gewährung finanzieller Beihilfen die steuerliche Gesamtlast der durchschnittlichen Familie um 0,54 Punkte.

(Quelle: capital.gr, Autor: Spyros Dimitrelis)

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