Steuerschulden werden in Griechenland zur Geißel

7. März 2019 / Aufrufe: 343

In Griechenland schulden dem Fiskus weit über 2 Millionen Steuerpflichtige fällige Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von jeweils unter 500 Euro.

Obwohl in Griechenland laut dem Bericht der Haushaltsstelle für das vierte Quartal des vergangenen Jahres eine Verlangsamung des Anstiegs der Verbindlichkeiten an den Fiskus verzeichnet wurde, summierten sich im Dezember 2018 die Schulden an das Finanzamt auf 104,4 Mrd. Euro und an die gesetzlichen Versicherungskassen auf 34,7 Mrd. Euro,

Trotz der Erholung der griechischen Wirtschaft stiegen die fälligen Verbindlichkeiten an Finanzämter und Kassen auf Netto-Basis (also abzüglich erfolgter Zahlungen, Regulierungen und Pfändungen) um 4,9 Mrd. Euro an, was sich mit in jedem Monat 406 Mio. Euro mehr „roten“ Schulden übersetzt.

In Griechenland drohen über 2,2 Mio. Kleinschuldnern Zwangsmaßnahmen

Von der Gesamtheit der „frischen“ Verbindlichkeiten betreffen mit 4,44 Mrd. der Löwenanteil die Schulden an das Finanzamt und 443 Mio. Euro die Versicherungskassen. Hinter den Summen verbergen sich jedoch qualitative Fakten, die ein vollständigeres Gesamtbild bieten:

  • Spezieller schulden von den 4.064.750 Steuerpflichtigen mit fälligen Verbindlichkeiten an das Finanzamt mehr als die Hälfte (2.219.151 bzw. 54,6%) bis zu 500 Euro. Im Vergleich zu Dezember 2017 nahm ihre Anzahl um 17.241 bzw. 0,78% zu.
    Diesen Schuldnern drohen Pfändungen in Einkommen und Bankguthaben (die Schuldengrenze, ab der Finanzamt auch Immobilien und bewegliche Vermögenswerte pfänden kann, beträgt derzeit 500 Euro).
  • Die Anzahl der Schuldner von Beträgen ab 501 bis 10.000 Euro belief sich Ende 2018 auf 1.545.901 bzw. 38,03% der Gesamtheit, im Vergleich zu Dezember 2017 einen Rückgang um 31.429 bzw. 1,99 verzeichnend.
  • Die Anzahl der Schuldner von Beträgen ab 10.001 bis 100.000 Euro erreichten 256.821 bzw. 6,32% der Gesamtheit. Im Vergleich zu Dezember 2017 waren es um 7.718 bzw. 3,1% mehr.
  • Die Anzahl der Steuerpflichtigen mit Schulden von über 100.000 Euro an die Steuerverwaltung erreichte 42.897 bzw. 1,05% der Gesamtheit der Schuldner. Im Vergleich zu Dezember 2017 stieg sie um 2.363 bzw. 5,83% an

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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