Eurogruppe warnt Griechenland

12. Februar 2019 / Aufrufe: 643

Auch die Eurogruppe warnt Griechenland, die erste postmemorandische Tranche von 750 Millionen Euro verlieren zu können.

Trotz der lauten Alarmglocken der Europäer wegen der beobachteten Verzögerungen ist man sich in Griechenland in Finanzministerium und Regierung sicher, es existiere nicht die allergeringste Furcht, die erste post-memorandische Tranche aus den Gewinnen des Eurosystems könne verloren gehe.

Dennoch hat das „Gespenst“ der verlorenen SMP – ANFA aus den vergangenen Jahren in Athen zu spuken begonnen.

Eurosystem erstattete Griechenland seit Ende 2013 kein Geld mehr

Im Dezember 2013 war es das letzte Mal, dass im Rahmen der Vereinbarung des Jahres 2012 über die Verschuldung Gewinne aus dem Eurosystem in Griechenland angelangten. Diese letzte Tranche betrug 500 Mio. Euro, während zusammen mit den vorherigen positiven Bewertungen während des Jahres 2013 insgesamt rund 2,5 Mrd. Euro ausgezahlt worden waren. Für 2014 waren weitere 2,4 Mrd. Euro programmiert worden. Sie kamen nie, da die Havarie der verfluchten fünften Bewertung des 2. Memorandums auch die SMP – ANFA mit sich riss. Der Verlust vollendete sich im ersten Halbjahr 2015 bei jenen fürchterlichen Verhandlungen, die in der formalen Vollendung des 2. Memorandums endeten, ohne dass Griechenland einen einzigen Cent aus den Gewinnen des Eurosystems erhielt.

Nach dem 01 Juli 2014 und bis zum Auslaufen des Programms der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) am 30 Juni 2015, als alle mit dem Programm in Zusammenhang stehenden Regelungen ausliefen, gab es keine erfolgreiche Neuuntersuchung. Daher existieren keine anhängige politische Zusagen der Mitgliedstaaten bezüglich einer Auszahlung den Gewinnen entsprechender Beträge aus dem ‚Agreement on Net Financial Assets‚ (ANFA) und dem ‚Securities Markets Programme‚ (SMP) an Griechenland, da das Programm der EFSF auslief„, lautete die formale Antwort Pierre Moscovicis an den griechischen Europa-Abgeordneten Nikos Chountis. Wie das zu übersetzen ist? Ganz einfach, dass mit dem Ende des 2. Memorandums alle Zusagen über Auszahlungen zu gelten aufhörten. (Siehe auch: Europas perfide Abzocke zu Lasten Griechenlands)

Griechenland hat bereist wenigstens 6 Mrd. Euro verloren

Das Thema kam unter dem Status des 3. Memorandums bei der Eurogruppe im Mai 2016 wieder als mögliche Maßnahme zur Erleichterung der Verschuldung aufs Tapet, ohne dass seitdem das Geringste geschehen ist und man folglich behaupten könnte, es seien Gewinne von 3 – 4 Jahren, also wenigstens 6 Mrd. Euro verloren gegangen.

Die erste post-memorandische Tranche beläuft sich auf ungefähr 750 Mio. Euro, da sie abgesehen von den Gewinnen des Eurosystems auch den Erlass der „Pönale“ bei den Zinssätzen des Verschuldungsrückkaufs des Jahres 2012 integriert. Das allgemeine Klima bis vor zwei – drei Wochen war, dass die Anhängigkeiten mit Ach und Krach als abgehakt betrachtet und die Tranche am 11 März 2019 genehmigt werden wird. Mittlerweile gibt es aber ein großes Fragezeichen, da trotz der seitens der Europäer demonstrierten Duldung und ihrer offensichtlichen Bereitschaft, das griechische Thema nicht wieder in den Vordergrund zu bringen, die „Lücken“ bei den Anhängigkeiten viele sind.

Nach der strengen Mitteilung, die der stellvertretende Finanzminister Giorgos Chouliarakis bei der Euro Working Group erhielt, wird damit gerechnet, dass eine entsprechende Botschaft am 11 Februar 2019 auch Griechenlands Finanzminister Evklidis Tsakalotos bei der Eurogruppe bekommt, da mittlerweile nur noch 2 Wochen bis zur Veröffentlichung des Bewertungsberichts durch die Kommission verbleiben …

(Quelle: economistas.gr)

  1. Kleoni
    12. Februar 2019, 10:48 | #1

    Die Konservativen in Europa versuchen alles, Tsipras dazu zu zwingen, die Bevölkerung weiter als Vogt zu knechten, damit im Herbst der konservative Mitsotakis die Früchte ernten kann, um dann kräftig seine Günstlinge zu bedienen also von unten (dem Grossteil der Bevölkerung noch übrig gebliebene) nach oben zu verteilen. Weitere Kürzungen (Löhne / Renten) zugunsten von Steuererleichterungen für die Wohlhabenden. Das marode staatliche Gesundheitssystem wird Hr. Mitsotakis ganz sicher nicht im positiven Sinne reformieren, denn sein Klientel kann sich teure Privatbehandlungen in entsprechenden Kliniken leisten. Hr. weber von der CSU hat das Hr. Mitsotakis bei seinem Besuch in GR so gut wie versprochen.

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