Unterernährte Kinder in Griechenland

16. Dezember 2018 / Aufrufe: 596

Die DW berichtet, dass in Griechenland wegen der Krise viele Kinder unterernährt sind.

Es gibt überall Anzeichen des Hungers. Wenn ich keinen anderen Weg hätte, für meine Kinder etwas zu Essen auf den Tisch zu bringen, würde auch ich im Müll suchen„, erklärt der Rentner Giorgos Krikis gegenüber der DW.

Die Deutsche Welle beschreibt die dramatische Lage, in welche tausende Griechen wegen der Krise sogar auch hinsichtlich der Sicherstellung des Essens geraten sind.

14% der Kinder in Griechenland leiden unter Mangelernährung

Die Reportage beginnt mit der Beschreibung der Situation in einem zentral gelegenen Fischgeschäft in Marathon. „Es ist Mittag geworden und der Fischladen ist immer noch leer. Niemand hat einen Fuß hineingesetzt„, erklärt die Besitzerin Maria Chasotou und fügt an: „Nachdem immer noch niemand gekommen ist, werden sie höchstwahrscheinlich überhaupt nicht kommen. Ein weiterer Tag mit Hülsenfrüchten und Nudeln.

Die Journalistin der DW beruft sich auf die Studie des in Amsterdam ansässigen Transnational Institute (TNI), laut der 14% der Griechenkinder unterernährt bleiben, da für sie nicht einmal jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel oder Fisch sichergestellt werden kann. Diese Quote ist um das Doppelte höher als jene, die 2008 verzeichnet worden war, also als die Krise begann. „Es gibt überall Anzeichen des Hungers. Wenn ich keinen anderen Weg hätte, für meine Kinder etwas zu Essen auf den Tisch zu bringen, würde auch ich im Müll suchen„, erklärt der Rentner Giorgos Krikis gegenüber der DW.

In der Reportage wird die Realität verzeichnet, die tausende Haushalte durchleben, die sich auf die Einkommen der Großväter und Großmütter stützen. „Seit 2009 sind die Renten jedoch 13 Mal gekürzt worden und ließen die Familien mit dramatisch geringeren Einkommen, nicht einmal Zugang zu dem Notwendigsten habend„, fügt die Reportage an.

Auf Basis der Studie des Transnational Institute können 9% der Kinder in Griechenland nicht einmal wenigstens eine Mahlzeit mit Proteinen genießen, wogegen der Anteil vor der Krise 4% betrug. „Zu beschämt um die schwierige Situation einzugestehen, wählen etliche Familienoberhäupter, schweigend zu leiden„, schreibt die DW und zitiert die Aussage einer Frau aus Marathon: „Etliche Frauen in der Nachbarschaft bitten mich, ihnen etwas Essen mitzubringen, weil sie sich schämen, zur Tafel zu gehen. Die Griechen verbargen ihre Not jahrelang, nun ist der Hunger jedoch überall. Und das Schlimmste ist, dass er sich auszuweiten scheint.

Mittellose Eltern geben ihre Kinder in Heimen ab

Die Journalistin der DW vertritt, es gebe viele Vorfälle mit Kindern, die in den Schulen wegen des Hungers ohnmächtig werden. Sie beruft sich wiederum auf Aussagen von Lehrern, die Schüler zur Schule kommen sehen, die monatelang nur Reis essen. „Es sind gewisse Kinder aufgefallen, die im Abfall suchen, und andere, die ihre Mitschüler um ein Stück Brot anbetteln.

Zu der DW sprach auch Giannis Rakopoulos, der Schulkioske in Athen beliefert und über seine Erfahrung mit den Schulden der hungernden jungen Griechen berichtet. „Sie haben den Überblick über die Beträge verloren, die sie anschreiben lassen haben. Aber es ist unmöglich, einem Kind den Rücken zuzuwenden, das sich jeden Tag auf eine Ausrede beruft und um Essen bettelt.

Nachdem ihre Ersparnisse sich verflüchtigt haben, waren manche sogar gezwungen, ihre Kinder in Heimen zurückzulassen und sich zu entscheiden, sie zwei-, dreimal die Woche zu besuchen, weil sie nicht ihren Grundbedürfnissen zu entsprechen vermögen„, fügt die Reportage an.

Der ehemalige Sonderreferent für das Recht auf Nahrung der Vereinigten Nationen und Mitglied des UN-Ausschusses für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rechte schlägt vor, dass Verantwortungen für die Verletzung des Rechts auf Zugang zu Nahrung gesucht werden müssen. „Es ist aber unwahrscheinlich, dass Amtsträger in Athen eine solche Maßnahme bald unterstützen werden. Seit dem Beginn der Krise haben die Regierungen in Griechenland der harten Austerität und den fiskalischen Maßnahmen in Gegenleistung für die Kredite zugestimmt, die das Land aufrecht hielten„, endet die Reportage der DW.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

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