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Reiche Türken in Griechenland

26. August 2018 / Aktualisiert: 21. August 2019 / Aufrufe: 1.037

Alexandroupoli im Nordosten Griechenlands verdankt gut situierten Türken eine geradezu beneidenswerte wirtschaftliche Blüte.

In der im Nordosten Griechenlands gelegenen Stadt Alexandroupoli wimmelt es in letzter Zeit von Betrieb. Hier hört der Tourismus das ganze Jahr über nicht auf.

Die lokalen Ladengeschäfte erleben ein intensives Aufblühen, das sogar die „mondänen“ ägäischen Inseln beneiden würden.

Alexandroupoli verdankt 80% der Umsätze wohlhabenden Türken

 „Wir leben hauptsächlich von den türkischen Touristen„, berichtet der Gastwirt Kyriakos Stogios und ergänzt, trotz der anfänglichen Vorbehalte sei dieser neue touristische Verkehr in der Region mittlerweile das Beste, was geschehen können hätte. Sein Restaurant liegt nicht an der vielfrequentierten „Küstenfront“ der Stadt, ist jedoch in den Kreisen reicher türkischer Unternehmer und Amtsträger sehr bekannt, die nicht zögern, hier ihr Geld auszugeben.

Im vergangenen Jahr erfolgten 80% der Umsätze mit Türken. Und trotz des Umstands, dass die Türkische Lira einen Absturz verzeichnet, erwarten die Unternehmer in Alexandoupoli nicht, dass sich bei ihren wegen der Türken getätigten Umsätze etwas ändern wird. Laut ihnen reisen vermögende Türken alltäglich für Einkäufe nach Alexandroupoli.

Weit weg von Erdogan

Menschen des Markts von Alexandroupolis zufolge handelt es sich jedenfalls nicht um einfache türkische Konsumenten. Damianos Makarios hat jahrelang in Alexandoupoli gearbeitet und vermag mittlerweile mit einem Blick die „Spezies“ der Kunden zu erkennen:

Wenn jemand mit einem 140.000 Euro kostenden Auto kommt, weißt Du auch, was für ein Konsument er ist„, meint er und fügt an: „Ich glaubte, alle seien Unterstützer Erdogans, in Wirklichkeit sind die meisten es jedoch nicht. Und trotz des Wertverlusts der Türkischen Lira können sie hier (immer noch) für weniger Geld als in Smyrna oder Bodrum essen gehen.“ Viele kommen sogar nach Alexandroupoli um die berühmten griechischen „Appetizer“ („Mezedes“) und die Fische zu kosten. Ebenfalls können sie hier sorglos Alkohol trinken, der auch noch weniger als in der moslemischen Türkei kostet.

Wie Damianos Makarios berichtet, beginnen die türkischen Kunden manchmal auch politische Diskussionen. Neulich sahen sie – wie er sagt – auf einem griechischen TV-Kanal Erdogan und riefen sofort: „Macht den Fernseher aus! Wir wollen ihn nicht sehen!

Der Hotelier Dimitris Xanthoulis, Eigentümer eines 5-Sterne-Hotels im Zentrum der Stadt, meint, seine meisten Kunden kommen wegen des Glückspiels hierher. „Hinter dem Hotel gibt es ein Kasino, und nach dem Glückspielverbot in der Türkei deckt Alexandroupoli dieses Bedürfnis ’smart‘ ab.

Auch die Hotelbranche verzeichnet fast die Hälfte ihrer Gewinne dank der Türken. Seit die Türkische Lira an Wert zu verlieren begann, beobachtet Dimitris Xanthoulis bei den Einnahmen jedenfalls einen kleinen Rückgang der Größenordnung von 10% und versteht die Gründe, aus denen die türkischen Kunden mittlerweile vorsichtiger mit den Dollar und Euro umgehen, die sie ausgeben.

Zwischen Orient und Okzident

Obwohl die türkischen Touristen über Griechenland begeistert sind, sind sie jedoch nicht besonders bereitwillig, zu Journalisten zu sprechen. Die meisten möchten ein „niedriges Profil“ halten. Nur ein – jedoch seine Anonymität zu wahren wünschender – türkischer Tourist akzeptierte, mit der DW zu sprechen:

Ich komme aus Istanbul / Konstantinopel, einer Stadt mit 15 Millionen Einwohnern. Alexandroupoli liegt von meinem Zuhause gerade einmal 2,5 Stunden entfernt und hierher kommend können wir gleichzeitig Orientale und Europäer sein. Es gibt zwei Arten von Türken. Jene, die sehr arm und sich der Lage nicht bewusst sind, und jene, die reich, modern und gut informiert sind.“ Er selbst glaubt, die türkische Wirtschaft werde sich hauptsächlich dank der in voller Blüte stehenden Elektronik- und Textilindustrie erholen. Er glaubt ebenfalls, der Umstand, dass die türkischen Produkte im Ausland billig verkauft werden, sei positiv. Der junge Türke glaubt auch, die Krise der Türkischen Lira werde nicht lange anhalten. Ebenfalls meint er, Griechenland für einen Urlaub zu bevorzugen, weil er preiswert mit seinem Auto reisen kann.

Jedenfalls scheint in Bezug sowohl auf ihn selbst als auch die 20 Mio. gut situierten Türken die Krise ihrer nationalen Währung hinsichtlich des Konsums nicht einzuschüchtern. Das kann auch Kyriakos Stogios bestätigen: „Hier in Alexandroupoli haben wir die Krise nicht erlebt, und dafür haben wir sicherlich unseren türkischen Nachbarn zu danken.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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