Griechenland wird seine Verschuldung nie tilgen können

17. Juli 2018 / Aufrufe: 705

Die britische Zeitung Guardian versucht in einem langen Artikel die Frage zu beantworten, ob Griechenland endlich der Katastrophe entkommen ist.

Anlass für den weitschweifigen Beitrag der Korrespondentin der britischen Zeitung in Athen, Elena Smith, stellt die anstehende Vollendung des letzten sogenannten Programms („Memorandums“) zur Rettung Griechenlands dar.

Niemand glaubt, dass Griechenland seine Verschuldung erfolgreich tilgen kann. Die im vergangenen Monat offengelegte Vereinbarung gibt Athen die Möglichkeit zu einer Prolongierung der Zahlungen zur Tilgung der Verschuldung von 320 Mrd. Euro um ein Jahrzehnt und gewährt die so sehr benötigte ‚Atempause‘ für die Modernisierung der Wirtschaft. Dies wird jedoch allgemein als unzureichend betrachtet, damit Griechenland in Zukunft einer weiteren Krise entgeht„, führt der besagte Artikel an.

Griechenland wurde von seinen Gläubigern aggressiv abgestraft

Wie die Guardian betont, „hat in der weltweiten Wirtschaftsgeschichte kein Land so viel Geld wie Griechenland erhalten„. (Anmerkung: Die Reportage verschweigt allerdings tunlichst, dass in Griechenland von all den Geldern praktisch nichts ankam!)

Die Rettung hat einen Preis. Die Bedingungen waren hart, unpopulär und fallweise bestrafend (und) aggressiv. Kürzungen bei den Löhne und Renten, Steuererhöhungen und strukturelle Reformen – von denen viele unbeliebt waren, obwohl sie schon lange erfolgen mussten – waren die Grundlage der ununterbrochenen Forderungen der Gläubiger. Die wirtschaftliche ‚Zwangsjacke‘ erstickte jedoch das wirtschaftliche Wachstum. Das Verhältnis der Verschuldung zu dem BIP beträgt anstatt 120% bei Ausbruch der Krise mittlerweile ungefähr 180% und ist damit das mit Abstand höchste in der EU„, merkt die britische Zeitung an.

Viele glauben, dass es wenigstens eines Jahrzehnts bedarf, damit Griechenland das verlorene Einkommen wiedererlangt und auf das vor der Krise bestehende Lebensniveau zurückkehrt„, betont unter anderem die Reportage und ergänzt, das sich verschlimmernde demoskopische Problem helfe nicht, da Griechenland nach Bulgarien die niedrigste Geburtenrate in der EU hat.

(Quellen: iefimerida.gr, theguardian.com)

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