Griechenlands Dilemma mit dem IWF

1. Juni 2018 / Aufrufe: 534

Das Ultimatum des IWF an Griechenlands Regierung, die beiden Wege und wie der Wirtschaftsstab reagiert.

Eine höchste Regierungsquelle beschrieb in einer Gesprächsrunde die Situation in Zusammenhang mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) folgendermaßen:

Entweder wird der IWF im sogenannten Programm bleiben und eine ernsthafte Regelung bezüglich der Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung durchsetzen, gleichzeitig mit der vollumfänglichen Umsetzung aller Vereinbarung, also auch der Rentenkürzungen ab Januar 2019, oder der IWF wird sich verabschieden und Griechenland wird die Möglichkeit haben, bis zu den (Neu-) Wahlen seine Zusagen bezüglich des Versicherungssystems zu missachten, dabei jedoch jedwede positive Entwicklung in Zusammenhang mit seiner Verschuldung „vergessen“ müssend.

Griechenland hat das Talent, gleich 2 Eigentore zu schießen

In dem Wissen, dass die Finanzmärkte für Griechenland sehr ungastlich sein werden, wenn nicht die Tragfähigkeit seiner öffentlichen Verschuldung sichergestellt ist, zieht der Wirtschaftsstab der Regierung das Szenarium vor, das den IWF in der Nähe haben möchte. Im Megaro Maximou (gemeint ist die Regierungszentrale) ist man jedoch zu allererst auf Stimmenfang bedacht und „brennt“ folglich darauf, von der Verpflichtung zur „Massakrierung“ der Renten befreit zu werden.

Natürlich gibt es aber auch immer den „Worst Case“: nämlich dass nichts Mutiges zur Reduzierung der Verschuldung geschieht und gleichzeitig kein Ausweg in Zusammenhang mit den Verpflichtungen hinsichtlich des Versicherungssystems gefunden wird. Griechenlands Politiker haben sicherlich das Talent, „zwei von zwei“ – nämlich zwei Eigentore – zu erzielen.

(Quelle: parapolitika.gr)

  1. GR-Block
    1. Juni 2018, 12:40 | #1

    Der IWF ist raus, weil GR keinen Kredit mehr braucht. 32 Mrd waren genug. Die ersten 20 Mrd hatte Papandreou abgerufen, bevor er aus dem Programm ausstieg. Die restlichen 12 Mrd IWF-Kredit brauchte Samaras. Yanis und Christine hatten dagegen keine finanziellen Interessen.
    Seit Yanis Entlassung beharrt sie stattdessen darauf, dass die EU die „Bankenrettung“ auf dem Rücken GRs beendet und die „virtuellen“ Schulden zurücknimmt, vereinbarungsgemäß. Das ist aber ein heißes Eisen, das kein Politiker anfassen möchte, wenn er nicht seine Karriere riskieren wollte. Eigentlich hätten das die Verursacher Dijselbloem und Schäuble machen müssen. Die waren aber schlauer und haben sich verpisst.
    Hm … wen hätten wir denn da, der das „mutig“ übernehmen könnte? Es muss jemand sein, dessen Partei ganz am Boden liegt, seine Karriere angeschlagen aber noch nicht am Ende ist. Jemand, der noch ein paar Punkte im Bonusheft braucht, bevor er als Berater in den wohlverdienenden Ruhestand geht. Wie heißt nochmal dieser neue Finanzphilister …?
    Ja richtig, Olaf Scholz. DER muss für Merkel über die Klinge springen. Er muss den 500 Mio erklären, dass die sogenannte „€-Rettung“ in Wirklichkeit 290 Mrd Eigentore waren. Und dass die Einmischungen seit 2010 in drei griechischen Regierung nur dies zum Ziel hatten: in der EM Eigentore als Sieg zu verkaufen.

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