Gläubiger setzen Griechenland unter Druck

3. Juni 2018 / Aufrufe: 704
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Die Gläubiger setzen Griechenland wegen der Entwicklungen in Italien unter Druck!

Griechenlands Gläubiger bringen Beunruhigungen zum Ausdruck, während der griechische Finanzminister weiter auf einem „sauberen Ausgang“ aus dem Memorandum besteht.

Evklidis Tsakalotos, der 31 Mai 2018 vertrat, „die Ereignisse in Italien bereiten uns keine weiteren Schwierigkeiten“ und „wir schreiten zum sauberen Ausgang aus dem Memorandum voran, genau wie wir ihn geplant haben„, beharrt auf der Linie des „sauberen Ausgangs„.

Krise in Italien beeinflusst griechischen Anleihenmarkt

Der Leiter der Kommissionsinspektoren für Griechenland („Quadriga“), Declan Costello, betonte dagegen, „die Krise in Italien hat den griechischen Anleihenmarkt beeinflusst und das hilft weder dem Staat noch den Unternehmen und Banken„, während auch der Chefökonom des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), Rolf Strauch, warnte, „die in einem Programm gewesenen Länder sind, wenn sie aus dem Programm herauskommen, gegen den Klimawechsel auf dem Markt nicht widerstandsfähig„.

Das griechische Thema wird am Rand der an diesem Wochenende stattfindenden G7-Finanzministerkonferenz in Kanada erörtert werden. Es wird sogar erwartet, dass die Leiter des IWF und des ESM, sprich Christine Lagarde und Klaus Regling, Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis und die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs, sprich Olaf Scholz und Bruno Lemaire, ein Griechenland gewidmetes Treffen haben werden. (Anmerkung: Wie inzwischen bekannt wurde, verlief diese Begegnung praktisch ergebnislos.)

Berlin „mauert“ bei Erleichterung der Verschuldung Griechenlands

Berlin hat es jedoch mit der Erzielung einer Einigung nicht eilig, wie auch die jüngste Erklärung des Herrn Scholz zeigte, „wir werden unsere Entscheidungen Ende Juli (2018) treffen„. Jedenfalls erkannte er an, „die positiven Entwicklungen in Griechenland überstiegen die Erwartungen. Auf Basis dieser Gegebenheiten werden auch die Beschlüsse bezüglich einer möglichen Erleichterung der griechischen Verschuldung gefasst werden.

Am 29 Mai 2018 bei einer Konferenz der Wirtschaftskammer Griechenlands sprechend verlangte Declan Costello eine zeitnah ausgerichtete Erleichterung der griechischen Verschuldung, damit die Tilgungsbedürfnisse in den nächsten fünf bis zehn Jahren gesenkt werden, und eine Fortsetzung der Reformationen mit einem zeitlichen Horizont von fünf bis zehn Jahren. Parallel appellierte er an die Regierung, keine vereinbarten Politiken zu „kippen“, und schätzte ein, bei der Eurogruppe am 21 Juni 2018 werde es eine politische Einigung über die Schaffung eines „Liquiditätspolsters“, die Maßnahmen zur Erleichterung der Verschuldung und den Rahmen der postmemorandischen Beaufsichtigung geben.

Derweilen beharrt Griechenlands Zebtralbank-Chef Giannis Stournaras auf der Zuflucht zu einer präventiven Kreditlinie, wie aus einem jüngsten Bericht der Griechischen Bank hervorgeht.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. Kleoni
    3. Juni 2018, 11:14 | #1

    Da vor allem Deutschland nirgends mehr Zinsen für sein aus massiven Exportüberschüssen gehortetes Geld erhält, braucht es überschuldete Länder wie Griechenland, um dort Geld gegen Zinsen zu plazieren. Deutschland hat bereits Italien signalisiert: da müsste wie in Griechenland die Trojka einmarschieren ….

  2. GR-Block
    4. Juni 2018, 00:12 | #2

    Wohin jetzt nur mit dem Troikanischen Pferd. GR spielt nicht mehr mit. Solange sich Stournaras nicht durchsetzt, bleibt der Gaul draußen. Als Finanzminister wollte er in die EZB, schaffte es aber nur bis zur Nationalbank. Jedoch, IR, PT, ES, CY, alle haben sie heute die Faxen dicke und die EU ein ausgewachsenes Problem. Bis jetzt schafften sie 367 Mrd € Steuergelder in den Finanzmarkt zu „retten“. (siehe Wiki „Tabelle: Maßnahmen im Ländervergleich“) Griechische Staatsschuldenkrise
    2018 findet sich aber kein politischer Selbstmordattentäter wie Papandreou, um wieder ein Memorandum zu unterschreiben. Der italienische Staatspräsident hatte ja einen halbherzigen Versuch gestartet, eine Regierung a la SYRIZA/ANEL zu verhindern indem er einen „neutralen“ als Ministerpräsident vorschlug – die EU hatte schon einen Bänker schicken wollen. Da läuteten den Wahlsiegern die Alarmglocken und schon gab es eine Einigung der Populisten, zum Glück. Wenn die jetzt zusammenhalten, dann kommt das Troikanische Pferd wahrscheinlich wieder nach GR und Herr Stournaras hätte diesmal die Chance Mario Draghi zu beerben.

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