TV-Piraterie mit Aroma aus Griechenland

23. Januar 2018 / Aufrufe: 805

Aus Griechenland beginnend hoben die Verfolgungsbehörden eins der vermutlich größten Netzwerke illegaler Verbreitung geschützter TV-Sendungen aus.

Der Pfad des (tele-) optischen Vergnügens ist von „Games of Thrones“ bis hin zu dem Match „Real Madrid – Barcelona“ in der Illegalität gepflastert. Angefangen von dem Erwerb der speziellen Ausrüstung bis hin zum monatlichen Abonnement. Wie einer der Abonnementen der Illegalität sagt, „hatten wir Nova und Cosmote. Alles, eintausend Kanäle.

Das Prozedere glich dem einer normalen Firma. „Das Abonnement kostet 120 Euro je Halbjahr. Es kommt jemand vorbei und kassiert den Betrag. Zu Beginn war ein Herr gekommen und brachte uns einen Decoder.

Das „ganze Paket“ – sei es auch nur noch mit 300 Kanälen

 Entweder per Internet oder von Mund zu Mund erfuhr das illegale Produkt einen großen Zuspruch. Neulich gelang jedoch Europol und der griechischen Polizei (ELAS) ein entschlossener Schlag gegen einen Kreis illegalen Live-Streamings, der in Griechenland, Zypern, Bulgarien und Holland agierte. Wie uns besagter Abonnement / Kunde berichtete, blieb bei ihm nach der Razzia und der Beschlagnahmung der Server in Bulgarien und der virtuellen Server in Holland „der Bildschirm schwarz„. Er sagte uns jedoch, das Signal werde bald wieder kommen, allerdings mit nur (noch) 300 Kanälen.

Und der Kreis bot natürlich nicht nur (TV-) Kanäle, sondern auch „gehackte“ Filme an, für die alle übrigen ein Kino-Ticket zu bezahlen hatten um sie anzusehen. Wie auch sie selbst sagten, boten sie „das ganze Paket“ an. Und in der Epoche der Revolution der Freizeitgestaltung war das Paket dermaßen gut und wertvoll, dass im Fall des Zahlungsverzugs des Kunden das „Kästchen“ (sprich der „Decoder“) die Übertragung umgehend einstellte.

Ermittlung der ELAS und der Europol gegen TV-Piraten

Das „Hirn“ des ausgedehnten Kreises, der Programme von Pay-TV-Sendern in ganz Europa „klaute“, ist schließlich ein Grieche. Die Verhaftung nahm am vergangenen Dienstag (16 Januar 2018) in Bulgarien Europol unter Mitwirkung der griechischen, israelischen und zyprischen Polizei vor. Ebenfalls wurden drei von der Polizei als verdächtig betrachtete Personen – zwei Männer im Alter von 48 und 52 Jahren aus Limassol und ein 38-Jähriger aus Larnaka – festgenommen. Parallel sollen Zyperns Verfolgungsbehörden über 400 Aussagen von Kunden und aus dem familiären Umfeld der Festgenommenen aufnehmen, womit die Behörden bereits begonnen haben.

Die Information bezüglich der Verhaftung hatte bereits gegen Ende März 2017 die Nova Hellas gegeben und dabei angeführt, dass konkrete Personen, die in Griechenland tätig sind, in Zusammenarbeit mit in Bulgarien und Zypern agierenden Personen ein Piraten-Netzwerk einrichteten, das per Streaming rechtswidrig Pay-TV-Signale von TV-Paketen aus Griechenland, Britannien, Italien – wie Nova, Ote, Sky UK, Bein Sports, Sky Italia, Sky DE – und anderer Abo-Pakete verteilte.

Aus der Ermittlung wurde ein außerordentlich großes und gut verzweigtes Netzwerk mit Firmen, elektronischen Adressen und Servern aufgedeckt, über das die Verteilung der Sendungen an einen großen Kundenstamm erfolgte. Im Mittelpunkt des Netzwerks standen drei Server in Bulgarien, die Pendants in Zypern und ein virtueller Server in Holland, der dazu gedient haben soll, die Verfolgungsbehörden von der Kontrolle des Netzwerks in Zypern mit den Servern in Bulgarien auszusperren.

„Abonnenten“ brachten TV-Piraten jährlich bis zu 100 Mio. Euro ein

Der Kundenstamm des illegalen Netzwerks wird auf weltweit eine halbe Million Personen – hauptsächlich im Ausland lebende Griechen – veranschlagt, denen es Zugang zu ungefähr 1.200 Kanälen bot, wobei jedem Kunden jährlich 100 – 150 Euro in Rechnung gestellt wurden. Die Einziehung der Gelder erfolgte entweder über Mitglieder des Kreises oder elektronisch über nicht weiter auffindbare / nachvollziehbare Wege.

Die Polizei nimmt an, eins der größten Netzte illegaler Verteilung und Ausstrahlung von Pay-TV-Inhalten in ganz Europa ausgehoben zu haben. Die Weise des Betriebs des Netzes war außerordentlich ausgetüftelt und technologisch komplex, da es unter Nutzung legaler Abonnements das Signal rechtswidrig an eine halbe Million Kunden verbreitete und die Gewinne sich auf bis zu 100 Millionen Euro jährlich erreichten.

In zyprischen Zeitungen publizierten Angaben zufolge spielte sogar bei der Feststellung und Aufdeckung der technischen Parameter des sehr gut getarnten Kreises ein kleines Team in Themen digitaler Sicherheit hoch qualifizierter Personen eine maßgebliche Rolle, die für Rechnung der Provider und der Inhaber der Urheberrechte arbeiteten.

(Quelle: insider.gr)

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