Mit Tsipras wurde für Griechenland alles leichter

14. Januar 2018 / Aufrufe: 966

Laut Jeroen Dijsselbloem wurde für Griechenland mit Premierminister Tsipras und Finanzminister Tsakalotos alles leichter.

Nunmehr befreit und den Titel des Eurogruppen-Chefs abgeworfen habend sprach Jeroen Dijsselbloem in einem Interview an die Financial Times über alles und jeden und erklärte dabei unter anderem:

Für Griechenland wurde alles leichter. Premierminister Alexis Tsipras und natürlich der heutige Finanzminister Evklidis Tsakalotos haben ihr Verhältnis zu den europäischen Partnern völlig geändert. Seitdem war fast alles leichter, es ist eine ganz andere Lage.

Manche in Griechenland ergriffene Maßnahmen waren übertrieben

Jeroen Dijsselbloem spricht auch über den Sommer 2015 und meint, trotz der Gerüchte, es seien die Deutschen gewesen, die im Sommer 2015 einen Grexit wollten, waren es Länder Zentral- als auch Südosteuropas, die dies verlangten, als die Dinge mit Griechenland in einer Sackgasse anzugelangen schienen.

Viele von diesen – meint der holländische Finanzminister – haben niedrigere Pro-Kopf-Einkommen als Griechenland und hatten ihre Geduld mit Athen verloren. „Hinter der Haltung Deutschlands waren eine Reihe von Ländern die einfach sagten ‚es reicht. Wir haben kein Vertrauen mehr. Wir wollen keine weiteren Diskussionen mit der griechischen Regierung. Wir wollen über Plan B sprechen‘„, führt Dijsselbloem an und betont, er selbst sei nie ein Befürworter des Grexit gewesen, den er für „wirklich schädlich“ und einen „riesigen Fehler“ hält.

Schließlich gesteht er ein, manche der in Griechenland während der Dauer der Programme (sprich Memoranden) ergriffenen Maßnahmen seine „übertrieben“ gewesen.

Varoufakis an Dijsselbloem und Schäubles … Majoretten

Ein weiteres Interview des abtretenden Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem umfasste sein ‚bewegtes‘ Verhältnis zu Griechenlands ehemaligem Finanzminister Yanis Varoufakis, auf den er sich bei jeder Gelegenheit bezieht. Und natürlich vice versa, da der ehemalige Finanzminister dem holländischen Amtsträger ebenfalls häufig „die Leviten liest“.

Somit blieb auch diesmal das bilanzierende Interview des ehemaligen Eurogruppen-Chefs nicht von Yanis Varoufakis unkommentiert, der mit einem „letalen“ Tweet sowohl den Holländer als auch dessen „Boss“ Wolfgang Schäuble anklagt:

Der (nach seiner ‚Entlassung‘ durch die Holländer) ausscheidende Bedienstete des Herrn Schäuble sprach den Majoretten seines Chefs seine Anerkennung für den Putsch gegen den ‚Griechischen Frühling‘ aus. Alles gute an Jeroen beim ESM, unter dem anderen Bediensteten Schäubles.

(Quellen: topontiki.gr, topontiki.gr)

  1. GR-Block
    14. Januar 2018, 03:53 | #1

    Hört denn das Pokerspiel nie auf? Lasst doch den Mann in Frieden ziehen! Die einzigen, die ernsthaft über den GREXIT nachgedacht hatten, waren die Griechen selbst. Für die EU kam das aber nicht in Frage, deshalb bat die Athener EU ihre Partner um politische Unterstützung und das Verwirrspiel für die Griechen begann. Schließlich wurde aus „aber nein, ihr braucht die EU nicht zu verlassen“ nach langem Pokern „wehe ihr wollt uns verlassen, wir zerquetschen euch„. Nie würde ein Schäuble oder ein Dusseltier freiwillig einen potenten Markt wie den griechischen hergeben. Ihre „Förderer“ würden sie aus ihren Ämtern entfernen.
    Den Gipfel erreichte das Pokerspiel, als Schäuble glaubte, eine „linke“ Regierung aus dem Amt jagen zu können, indem er dem Volke den GREXIT „androhte“. Entsprechende Meldungen wurden in der Presse lanciert. Die Griechen waren aber darüber längst hinaus. Sie hatten von der EU die Schnauze voll. Als dann durchsickerte, dass Varoufakis den Plan B vorbereitete – eine Parallelwährung – war die K… am dampfen. Offensichtlich pokerte Varoufakis besser. Schließlich ging noch das Referendum in die Hose, sodass die EU gegen Varoufakis endgültig gescheitert war. Jetzt musste etwas geschehen … und wie durch ein Wunder … es geschah. Plötzlich machte Tsipras kehrt. Varoufakis wollte dies nicht mittragen und ging. Der Langweiler Tsakalotos übernahm und „seitdem war alles leichter“ für die EU.

    Die späte Rache der Alternativlosigkeit kam aber ein Jahr danach. Viele vergessen (oder möchten vergessen), dass durch das jahrelange falsche Pokerspiel die EU ihr selbst geprägtes positives Image innerhalb nur weniger Monate zum Einsturz brachte. Und zweifelsohne war genau dieser Umstand das Quäntchen, das bei den anderen ewigen EU-Kritikern das Maß zum überlaufen gebracht hatte. Der BREXIT kam schlussendlich zustande, weil die Briten den Mann nicht vergessen hatten, der vor der Downingstreet Nr. 10 leger, mit einer Lederjacke bekleidet, dem amtierenden britischen Schatzmeister George Osborne entgegen schlenderte und den radikalen EU-Verfechter wie einen Schuljungen aussehen ließ.
    Das nennt man Pech. Dusseltier und Co. haben den 220 Mrd Markt GR geschluckt und den 2.500 Mrd Markt UK verloren – oh FUKG. Jetzt sind sie mit anderen Aufgaben betraut: sie begleiten ehrbare Ämter bei ESM und Bundestag.

  2. Alfons
    14. Januar 2018, 12:49 | #2

    „Übertriebene Maßnahmen“? Wir verlogen Dijsselbloem agiert, zeigt sich nun anschaulich im aktuellen „Der Spiegel“. Dort wird berichtet, dass (wie gewohnt) Griechenland mit seinen Reformen angeblich „in Verzug“ sei, weshalb das mit der Auszahlung der nächsten Tranche überhaupt noch nicht sicher sei. Auch die Angriffe auf das Streikrecht zeigen, dass Dijsselbloem immer als Gegner der Demokratie auftrat. Klar wollte er keinen Grexit, weil dann der Einfluss der Institutionen geschwächt wäre, von denen er eine (Eurogruppe) vertrat. Dijsselbloem ging es um die Beseitigung der Demokratie in Griechenland. Viele Forderung beweisen, dass es gar nicht um Schuldenabbau geht, weil sie nichts mit Schulden zu tun haben (wie das Streikrecht). Das eigentlich Problem der EU ist, dass solche Gegner der Demokratie, wie Dijsselbloem, völlig frei und ungestraft agieren dürfen.

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