Griechenlands Rentensystem bleibt nicht tragfähig

9. Dezember 2017 / Aufrufe: 946

Einem Report der OECD zufolge werden 2050 in Griechenland 100 Beschäftigten 73 Rentner entsprechen

Der Bericht der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) über die Perspektiven des griechischen Rentensystems ist enttäuschend, wobei die internationale Organisation warnt, dass in dem nicht so sehr fernen Jahr 2050 in Griechenland 100 Beschäftigten 73 Rentner entsprechen werden.

Hauptgründe dieser Unheil verkündenden Einschätzungen sind die rapide (Über-) Alterung der Bevölkerung Griechenlands, die fortgesetzte Senkung der öffentliche Aufwendungen für Renten sowie auch die sich kontinuierlich ändernde Natur der Beschäftigung unter Verstärkung der sogenannten flexiblen Beschäftigungsformen.

Die stetigen Kürzungen der Renten vermochten Griechenlands Rentensystem nicht zu stabilisieren

Die staatlichen Aufwendungen für Renten folgen in Griechenland ab 1990 bis einschließlich 2013 einer steigenden Tendenz, allerdings wird eingeschätzt, dass sie in Zukunft zurückgehen werden. Die Aufwendungen beliefen sich im Jahr 2013 auf 17,4% des BIP, gegenüber 13,3% im Jahr 2010, 11,4% im Jahr 2005, 10,4% im Jahr 2009 und 9,5% im Jahr 1990. Es wird jedoch damit gerechnet, dass die staatlichen Renten-Aufwendungen in Griechenland im Jahr 2020 auf 15,5% und im Jahr 2030 auf 14,4% des BIP sinken werden.

Die stetigen Kürzungen der Renten in Griechenland haben nicht geschafft, das System zu stabilisieren, da das gemittelte Renteneintrittsalter mit 62 Jahren niedrig bleibt. In dem Bericht wird das Bild wiedergegeben, dass in unmittelbarer Zukunft die Menschen länger leben werden, und um eine (menschen-) würdige Rente sicherzustellen, werden sie entweder ihren Renteneintritt stetig hinausschieben oder auch danach arbeiten müssen.

Was die Einkommen der über 65-Jährigen betrifft, vertraten diese 97% der Einkommen der ganzen Bevölkerung auf Basis der Angaben für das Jahr 2014, gegenüber einem Durchschnittswert von 87,6% in der OECD-Zone. 12,5% aller über 65-Jährigen im Bereich der OECD haben ein Einkommen unterhalb der nationalen Armutsgrenze. In Griechenland beträgt dieser Anteil 8,2%. Der durchschnittliche Lohn in der OECD-Zone belief sich auf 36.622 Dollar, gegenüber 21.123 Dollar in Griechenland im Jahr 2016.

Griechenland und die Türkei haben mit entsprechend 47% und 38% die niedrigsten Beschäftigungsquoten in der OECD für Menschen im Alter von 55 – 59 Jahren, merkt der Bericht an. Weiter haben Griechenland, Österreich, Belgien, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien und die Türkei Beschäftigungsquoten, die unter dem Durchschnittswert in der OECD liegen.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Giorgos Antonopoulos)

  1. windjob
    10. Dezember 2017, 13:22 | #1

    Das gilt nicht nur für Griechenland sondern auch für Deutschland. Bereits Konrad Adenauer hat gewusst, dass der Generationenvertrag auf Dauer nicht funktioniert. Geschehen ist nichts. Aber dazu müsste man ja handeln aber dies ist nicht gerade die Stärke unserer Politiker. Aussitzen und Diäten kassieren ist bequemer.

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